Alle reden vom Crash. Bald kommt die nächste Rezession. Sie muss kommen, da es die letzten 10 Jahre ja so gut lief und es langsam wieder Zeit wird. Statistisch gesehen gibt es alle 7-12 Jahre schließlich einen Aktiencrash.

In diesem Artikel möchte versuche ich so objektiv wie möglich auszuwerten, was wir über einen kommenden Crash wissen und was nicht. Welche Fakten sprechen also für einen Crash und welche dagegen?

 

Gründe für einen Aktiencrash

#1 Zu hohe Verschuldung

Fangen wir an mit Professor Max Otte. Er sagte im Februar, dass in den nächsten drei Jahren ein großer Kurssturz kommen wird (von ungefähr 40%). Auf focus.de gibt es dazu ein spannendes Interview mit ihm.

Schon im Jahr 2006 sagte Otte die Finanzkrise voraus. Seiner Meinung nach sind die Märkte aktuell recht teuer gewerden und „im System gibt es viele Sollbruchstellen“.

Otte sagt, die Notenbanken beeinflussen die Märkte. Kapital sei genug da, die Gelddruckorgie der Notenbanken sei extrem. Dennoch wirke sie immer weniger, da das Geld der Zentralbanken nicht ankommt. Es werde versucht die Märkte zu beeinflussen. „Das Geldmengenwachstum ist dennoch rückläufig“. Dieses Geldmengenwachstum liegt in Entwicklungsländern mittlerweile wohl unter sechs Prozent, in China lag es während der Finanzkrise bei über 30 Prozent..

Daraus folgt, dass die Notenbanken zwar sehr viel Geld drucken, aber die Kreditschöpfung nicht anzieht, so Otte. Aufgrund dessen gäbe es sogar noch Treibstoff für steigende Kurse.

Als Value Investor nützt ihm aber eine Spekulationsblase nichts. Das dadurch gewonnene Geld kann natürlich genauso schnell wieder verschwinden.

Er hält sich dafür lieber an das Motto „Sei vorsichtig, wenn die anderen gierig werden“, da er nicht genau weiß wann die Blase platzen wird.

Die Gier sei dabei noch nicht so groß wie in vorherigen Krisen bzw. Spekulationsblasen, aber sie steige wohl weiter an.

Max Otte ist der festen Überzeugung, das die Blase in der jetzigen Amtszeit von Donald Trump platzen wird (also in den nächsten 3 Jahren).

Auf die Frage von Focus-Money, ob wir wirklich wieder vor einer finanziellen Kernschmelze ähnlich wie vor zehn Jahren stehen, antwortete Otte, dass die Situation noch weitaus schlimmer als vor der Finanzkrise sei. Wir stehen aktuell sowohl relativ als auch absolut gesehen zur Weltwirtschaftsleistung  vor noch größeren Schuldenbergen als im Vorfeld der letzten Finanzkrise.

Zusätzlich haben die Emerging Markets eine massive Auslandsverschuldung von über 30 Prozent. Otte meint: „Wenn Länder derart in fremder Währung verschuldet sind, dann ist die Krise nicht mehr weit. Das ist eine der Sollbruchstellen, die ich im System ausgemacht habe.“

Folgende Aussage von Otte ist auch sehr interessant. „Wir machen immer mehr Schulden, um das bisschen Wachstum aufrechtzuerhalten.“

Seiner Meinung nach steht eine Korrektur von 20 bis 40 Prozent in jedem Fall bevor.

Lassen wir das erstmal so stehen und schauen uns die Meinung eines anderen an.

 

#2 Shiller CAPE ist zu hoch

Das Shiller Cape des S&P 500 liegt aktuell bei ungefähr 33,38. Das Shiller CAPE (cyclically adjusted price to earnings ratio) ist eine abgewandelte Variante des KGVs. Dabei wird jedoch nicht nur das Ergebnis des vergangenen Jahres, sondern der Durchschnitt der letzten zehn Jahre dargestellt.

Dieser Wert wurde das letzte mal im Jahre 2000 überboten. Während der Dotcom-Blase lag das Shiller-Cape bei ungefähr 44.

Dieser Indikator lässt einen also vermuten, dass die Märkte überbewertet sind.

 

Die Argumente sind schlüssig

Vor wenigen Monaten schien es noch so, als herrsche an den Finanzmärkten eine „neue Normalität“, die durch die Nullzinsen und das ewige Wachstum der Unternehmensgewinne und IT Revolutionen befeuert wurde. Dadurch stiegen die Aktienindizes in den letzten Jahren von einem Rekordhoch aufs nächste Rekordhoch.

Nun wird das Aufkommen der nächsten Rezession schon als Realität akzeptiert. Neben den beiden oben genannten Gründen sehen auch viele andere bekannte Wirtschaftswissenschaftlicher Risiken für Kursrückgänge.

Der aus den USA kommende John Hussman der Stanford-Universität hat beispielsweise die Kursrückgänge und das anschließende Kurswachstum für die letzten beiden Krisen 2008 und 2000 sehr genau vorhergesagt.

Für das Ende des aktuellen Börsen-Zyklus beim S&P 500 sagt er einen Verlust von 64 Prozent voraus.

 

Was spricht gegen einen Aktiencrash?

Die mangelnden Alternativen sind das Hauptargument gegen einen Aktiencrash. Es gibt kaum Alternativen bei der Geldanlage, die Renditen abwerfen. Das könnte die Aktienkurse also noch konstant halten und sogar noch weiter steigen lassen.

Zudem gibt es immer Crash-Propheten, wobei die oben genannten Herren schon ausgeklügeltere Investoren sind. Ich habe hier bewusst NICHT Dirk Müller erwähnt ;).

Was auch gegen einen Aktiencrash spricht ist, dass alle über einen Aktiencrash sprechen. Die Masse liegt aber in der Regel falsch.

 

Was wissen wir jetzt also genau über den nächsten Crash?

Das einzige was wir wissen ist, dass das Aufkommen der nächsten Rezession immer wahrscheinlicher wird.

Wann diese Rezession kommen wird, wird dir aber niemand vorhersagen können!

Es kann gut sein, dass wir noch eine Kursverdopplung in den nächsten fünf Jahren sehen, ehe es zu einem gewaltigen Crash kommt. Genauso können die Kurse morgen einbrechen.

Wir wissen es einfach nicht. Wir können nur vermuten.

 

Mir ist es egal wann der nächste Crash kommt

Da ich größtenteils in defensive Dividenden Aktien investiere, ist es mir egal wann der nächste Crash kommt. Solange ich unterbewertete Unternehmen finde, bei denen ich einsteigen kann, läuft es gut für mich. Ansonsten kassiere ich einfach weiter die Dividenden.

Auch bei fallenden Kursen.

Genau das ist der Vorteil der Dividendenstrategie. Psychologisch gesehen siehst du dich bei einem Crash gar nicht so gezwungen, Aktien aufgrund eines Kursverlustes und den damit verbundenen Schmerzen zu verkaufen. Wenn du beispielsweise in Dividenden Aristokraten investierst, wirst du nahezu keinen Einbruch in den Dividendenzahlungen sehen. Somit kannst du nachts ruhig schlafen und verkaufst nicht unnötig deine Aktienbestände. Im Gegenteil, du kannst mehr Dividenden Aktien für weniger Geld kaufen. Das solltest du dann auch tun.

Was denkt ihr über den Crash? Seht ihr die Sache wie ich und kassiert einfach munter weiter Dividenden? Oder seid ihr dabei die neuesten Algorithmen für eine 99,99%ige Crashvorhersage zu entwickeln um damit die Weltherrschaft an euch zu reißen? 😉

 

 

 

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