Du bist auf der Suche nach unterbewerteten Aktien, weißt aber nicht wirklich wie du vorgehen sollst um solche zu finden?

Um die richtige unterbewertete Aktie zu finde, solltest du auf viele Dinge achten. Heute möchte ich dir zeigen, wie du in drei Schritten die besten Value Aktien finden kannst und worauf du dabei achten solltest.

Zunächst einmal solltet ihr eure Strategie festlegen. Wenn ihr nach unterbewerteten Aktien sucht, seid ihr wahrscheinlich langfristig orientierte Anleger die gemäß Warren Buffett und Benjamin Graham an den intrinsischen Wert eines Unternehmen glauben.

Nach Buffett und Graham verlaufen Aktienkurs und der faire Wert eines Unternehmens nicht Hand in Hand. So kommt es, dass Aktien mal unterbewertet sind (also man kann sie günstiger kaufen) oder aber überbewertet sind (man zahlt zu viel beim Aktienkauf).

Viele achten bei der Aktienbewertung einfach nur auf den Preis der Aktie. Das ist aber fatal. Die Google Aktie ist zum Beispiel ziemlich teuer, dennoch ist sie nicht überbewertet, denn das Unternehmen fährt seit fast zwei Jahrzenten hohe Gewinne ein und wächst stetig im fast mittleren 2-stelligen Prozentbereich. Der Preis einer Aktie sagt rein gar nichts über den Wert des Unternehmens aus. Wenn ein Unternehmen nur wenige Aktien „austeilt“, ist der Stückpreis höher.

Sagen wir mal eine Eisdiele die 300.000 Euro wert ist wird zur AG und gibt nur 2 Aktien aus. Dann kostet eine Aktie 150.000 Euro. Das heißt aber nicht, dass das Unternehmen sehr wertvoll ist.

Also – Wie findet man unterbewertete Aktien?

Unterbewertete Aktien finden – 3 Schritte

  1. Einen Aktienscreener finden 
  2. Die Aktien nach den richtigen Kennzahlen filtern
  3. Die übrig gebliebenen Aktien nach anderen „weichen“ Kriterien bewerten

 

1. Einen Aktienscreener finden

Zunächst einmal brauchst du eine Datenbank, die möglichst viele Aktien enthält. Solche Datenbanken nennen sich Stockscreener bzw Aktienscreener. Mein Lieblingsscreener ist der von Torsten Tiedt, der Aktienfinder. Dort werden in der Regel nur Qualitätsaktien aufgenommen, die darüber hinaus auch noch weiter wachsen.

Siehe hier: Aktienfinder

Lies hier: Von Aktien Leben – Torsten Tiedt im Interview

 

Angezeigt werden euch hier unter Anderem folgende Kennzahlen:

  • Branche
  • Supersektor
  • Markkapitalisierung
  • Dividendenzahlungen im Jahr
  • Dividende
  • Dividendenrendite
  • Ausschüttungsquote
  • Anzahl der Jahre seitdem die Dividende gesteigert wird
  • Jährlicher Zuwachs der Dividende
  • Die Stabilität der Dividende
  • Die Stabilität des Gewinns
  • Jährlicher Zuwachs des Gewinns auf 5 und auf 10 Jahre
  • Fairer Wert Wachstum / Gewinn / Cashflow
  • Schuldenquote vor 10 / 5 Jahren und jetzt
  • uvm.

Man merkt das dieser Screener sehr gut dafür geeignet ist, gute Dividendenaktien zu finden.

Untermalt werden die Ergebnisse für die jeweiligen Aktien mit sehr hilfreichen Charts. Es stehen einem vier Charts zur Verfügung:

  1. Der Gewinne, Cashflows und Dividende
  2. Entwicklung von Umsatz und Margen
  3. Dividendenrenditen und Bewertungskennzahlen
  4. Entwicklung des fairen Werts

Hier bekommt ihr eine Übersicht über den Aktienfinder.

Zum anderen könnt ihr euch auch den Screener von Onvista oder Yahoo anschauen.

 

2. Die Aktien nach den richtigen Kennzahlen filtern

Ich haben schon einmal einen Artikel zu den wichtigsten Aktienkennzahlen geschrieben.

Lies hier: Die 10 wichtigsten Aktienkennzahlen

Diese 10 Kennzahlen solltest du dir also auf jeden Fall anschauen:

  • KGV – Kurs Gewinn Verhältnis
  • KUV – Kurs Umsatz Verhältnis
  • KCV – Kurs Cashflow Verhältnis
  • KBV – Kurs Bucherwert Verhältnis
  • Dividendenrendite
  • Dividenden-Ausschüttungsquote (in Relation zum Gewinn)
  • Dividenden-Ausschüttungsquote (in Relation zum freien Cashflow)
  • Gewinnwachstum
  • Eigenkapitalrendite
  • Eigenkapitalquote / Fremdkapitalquote

Natürlich solltest du dich dabei nicht nur auf diese Kennzahlen verlassen. Dennoch können sie als guter Filter dienen. Stell den Aktienscreener also nach deinen Vorlieben ein. Wenn du zum Beispiel nach Aktien mit hoher Dividende suchst, kannst du als Dividendenrendite >5% eingeben. Eventuell begrenzt du die Dividendenrendite trotzdem bei 10%, da Unternehmen mit noch höherer Dividendenrendite meist schlechte Aussichten haben.

Wenn du nach Wachstumsaktien suchst, solltest du beispielsweise das KGV auch nicht zu klein einstellen. Unternehmen mit hohen Wachstumszahlen haben in der Regel ein hohes KGV.

Nachdem du deine Strategie festgelegt hast und die Filter eingesetzt hast, solltest du im besten Fall eine Auswahl von 20-30 Aktien haben.

Tipp: Stelle den Filter nicht zu genau ein, sonst erhältst du zu wenige Aktien in der Ausgabe. Es sollten schon mindestens 10, besser 20-30 Aktien nach dem Filtern herauskommen. Diese solltest du dann im nächsten Schritt analysieren.

Also: Lies dir diesen Artikel durch um mehr zu erfahren.

 

3. Die übrig gebliebenen Aktien nach „weichen“ Kriterien bewerten

Jetzt geht es ans Eingemachte. Du hast also die potentiellen Aktien deiner präferierten Strategie gefunden. Nun solltest du die Aktien nach, ich nenne sie mal „weiche“, Kriterien bewerten.

Was meine ich mit weichen Kriterien?

Diese Kriterien sind nicht messbar. Du kannst sie nicht einfach über den Aktienscreener herausfinden. Und genau jetzt kommt der schwierigste, aber auch spannendste Teil. Meiner Meinung nach ist genau dieser Part die Kunst beim Investieren in Aktien. Hier unterscheidet sich der intelligente Investor vom Durchschnittsinvestor.

Folgende Dinge solltest du bei der zu analysierenden Aktie dabei genau unter die Lupe nehmen:

  • Das Management
  • Die aktuelle Marktlage (bezogen auf die Branche verglichen mit dem Unternehmen)
  • Den Burggraben des Unternehmens
  • Die Psychologie des Marktes bezogen auf das Unternehmen
  • Die Sicherheitsmarge
  • Würdest du das Unternehmen kaufen?

 

Das Management

Du solltest analysieren, wie sich das Management des Unternehmens in das du investieren möchtest, verhält.

Dabei solltest du dir folgende Fragen stellen.

  • Wie lange ist das Management in diesem Unternehmen aktiv?
  • In welchen Unternehmen haben die Manager vorher gearbeitet und was waren ihre Ergebnisse?
  • Konnten die Manager ihre Versprechungen von den vorherigen Jahren einhalten oder sogar übertreffen?

Als Faustregel gilt: Je länger das Management erfolgreich in dem Unternehmen tätig ist, desto besser. Am besten sind hier noch die Gründer am Werk. Dadurch entsteht eine viel größere Verbundenheit zu der Unternehmung. Als Beispiel kann man hier die Amazon und Google Gründer nennen. Leider zahlen diese Unternehmen noch keine Dividende, wachsen dafür aber sehr stark.

Zudem solltet ihr euch immer auch die Geschäftsberichte und Prognosen von dern Vorjahren anschauen. Dabei solltet ihr analysieren, ob die Erwartungen und Ziele des Managements erfüllt werden konnten. Außerdem könnt ihr dadurch erkennen, wie das Management gehandelt hat, wenn Ziele nicht erreicht werden konnten. Das ist erstmal kein großes Problem, wenn es dafür wichtige Gründe gab, die vom Management auch offen und transparent kommuniziert wurden.

 

Die Strategie des Unternehmens

 

Die aktuelle Marktlage

Auch solltet ihr euch eine Übersicht über die aktuelle Marktlage machen. Was meine ich damit? Analysiert die Zukunftschancen der Branche, in der sich eure Wunschaktie befindet. Dazu könnt ihr euch zum Beispiel auch die Geschäftsberichte von den Konkurrenten durchlesen. Was denken die Führungskräfte anderer Unternehmen über die Zukunft ihrer Branche? Welche Strategien verfolgen andere Unternehmen und könnte daraus potenziell eine Gefahr für euer Wunschunternehmen entstehen?

 

Der Burggraben des Unternehmens

Achte darauf, dass das Unternehmen einen signifikanten Wettbewerbsvorteil hat. Für andere Unternehmen sollte es möglichst schwer sein, die Aktivitäten und Produkte des Wunschunternehmens nachzuahmen und zu kopieren. Aber klar, natürlich gibt es immer Konkurrenz. Dennoch haben Firmen wie zum Beispiel Apple einen signifikanten Vorteil ggü. anderen Technologie Unternehmen.

„Aber es gibt doch mittlerweile Huawei und Samsung, beide Firmen verkaufen sogar mehr Smartphones als Apple!“. Das ist richtig. Der Vorteil von Apple liegt aber wo anders. Die Marke und die Strategie sind die Kernvorteile und der Burggraben des Unternehmens. Apple hat mit seinen Produkten ein Ekosystem geschaffen. Ein iPhone ist ein tolles Smartphone. Funktioniert aber noch besser mit einer iWatch. Und wenn du dir dazu noch ein iMac oder Macbook kaufst, genießt du weitere Vorteile. Vergiss nicht Apple Music und den iTunes Store. Damit du auch immer die Serien und Musikstücke überall konsumieren kannst.

Apple ist dafür bekannt Produkte anzubieten, welche sehr simpel funktionieren. Zudem sind diese Geräte miteinander verbunden und bieten so noch mehr simple Möglichkeiten einfach nur die Services zu genießen. Ein gutes Beispiel hierfür sind auch die Earpods von Apple. Einfach aus dem schön designten Behälter holen und zack – Das Smartphone ist schon mit dem Handy verbunden. Einmal ins Ohr stecken und du hörst die Musik da weiter, wo sie aufgehört hat. So simpel.

Der andere Burggraben-Vorteil von Apple ist, dass diese Produkte für einen bestimmten hohen Status stehen. Nur wohlhabende, erfolgreiche Menschen nutzen Apple Produkte – So das Image. So ein Image muss man sich über Jahre aufbauen. Vergleichen kann man das mit dem Markenimage von Mercedes-Benz.

Das war natürlich nur ein Beispiel, aber ich denke du weißt jetzt was ich mit einem Burggraben meine. By the way, ich bin kein Apple Fanboy und besitze keine Apple Produkte. Dennoch ist das da oben meine subjektive Sicht der Dinge die man, wie ich finde, auch ganz objektiv so benennen muss.

 

Die Psychologie des Marktes bezogen auf das Unternehmen

Was denken die Marktteilnehmer über das Unternehmen und wieso denken sie das? Als Beispiel nehmen wir dafür mal BMW oder Daimler. Die Aktienkurse dieser Unternehmen stagnieren seit einigen Jahren, obwohl das Geschäft super läuft. Was ist also das Problem?

Viele Anleger denken, dass diese Unternehmen bald Umsatz- und Gewinneinbußen verzeichnen werden. Der Grund dafür ist zum Beispiel Tesla. Elon Musks Firma ist viel weiter als Daimler und BMW und hat deshalb einen gewaltigen Vorsprung – So die Analysten.

Genau diesen Umstand gilt es in diesem Fall zu analysieren. Ist Tesla wirklich so viel weiter? Sind Elektroautos wirklich die Zukunft? Welche Vorteil bieten BMW und Daimler, welche Tesla nicht bietet? Wie sieht die Automobilindustrie in 10 Jahren höchstwahrscheinlich aus?

Analysiere also alle Chancen und Risiken des Unternehmens und triff auf Grundlage eines objektiven Vergleichs eine Entscheidung. Falls das Unternehmen also die Erwartungen für die nächsten Jahre sehr wahrscheinlich übertreffen wird, solltest du investieren.

 

Die Sicherheitsmarge

Mit der Sicherheitsmarge bezeichnen wir den Abstand zum von uns ermittelten fairen Wert der Aktie. Die Sicherheitsmarge ist positiv, wenn der aktuelle Aktienkurs unter dem Preis liegt und negativ, wenn sich der Aktienkurs über dem Aktienpreis befindet.

Wofür brauchen wir eine Sicherheit? Das wichtigste beim Investieren ist, dass du kein Geld verlierst. Das ist die Regel aller Regeln. Verliere niemals Geld. Dann wirst du auch gar nicht erst in die psychologischen Fallen tappen, die sich aus Aktienverlusten ergeben können (zum Beispiel Panikverkäufe).

Zudem hilft dir die Sicherheitsmarge, deine Rendite deutlich zu erhöhen, da du Aktien immer unter dem aktuell fairen Preis kaufst.

Du solltest jedoch aufpassen nur auf den fairen Wert des Unternehmens zu achten. Was noch viel wichtiger ist, ist die Qualität des Unternehmens. Warren Buffett meint zum Beispiel, er kaufe lieber qualitativ hochwertige Unternehmen zu einem fairen Preis, als mittelklasse Unternehmen zu einem sehr günstigen Preis.

 

Würdest du das Unternehmen kaufen?

Diese Frage solltest du dir zuletzt stellen. Wenn alle anderen Punkte passen und du die Aktie kaufen möchtest, solltest du dich fragen, ob du auch das gesamte Unternehmen kaufen würdest. Je eher du die Frage mit ja beantworten kannst, desto mehr Kapital solltest du in das Unternehmen investieren.

 

Fazit

Für die Aktienanalyse sollte man sich sehr viel Zeit nehmen. Im Schnitt brauchst du wahrscheinlich 20-30 Stunden um eine qualifizierte Aussage zu der Zukunft eines Unternehmens machen zu können. Wenn du mit dem Stock Picking erfolgreich sein möchtest, solltest du dir für jede Analyse ausreichend Zeit nehmen und dich nicht hetzen lassen.

Deine Analysen solltest du definitiv archivieren indem du eine Excel Tabelle dafür erstellst. Wenn die Aktie später mal auf deinen errechneten Preis fällt, kannst du schnell reagieren und schauen, ob sich dein Investment Case geändert hat. Falls nicht, kannst du schnell investieren.

 

 

 

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