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Weltmarktführer mit guten Dividendenzahlungen

 

Name Schlumberger NV
Unternehmenssitz Curacao
WKN 853390
ISIN AN8068571086
Kurs 40,82 USD
Dividendenrendite 4,9 %
Letzte Dividende 2,00 USD
Auszahlung Quartalsweise
KGV 27,10
Eigenkapitalquote 51,29 %
Fremdkapitalquote 48,71 %
Datum 26/12/2019

 

Das Unternehmen

Schlumberger ist das weltweit größte Unternehmen für Erdölexplorations- und Ölfeldservice mit Sitz in Willemstad auf der niederländischen Insel Curaçao und operativen Hauptzentralen in Paris, Houston, Den Haag und London.

 

Das Unternehmen ist kein Dividenden Aristokrat. Dividenden Aristokraten sind Aktien, welche seit mind. 25 Jahren in Folge die Dividende erhöhen konnten.
Die aktuellen 114 Dividenden Aristokraten kannst du dir als Excel Spreadsheet herunterladen.

Geschäftsmodell

Die Unternehmensgründer Conrad Schlumberger und Marcel Schlumberger stammten aus dem Elsass, das damals zum Deutschen Kaiserreich gehörte. Stammvater Nicolas Schlumberger war im 16. Jahrhundert aus der schwäbischen Region um Ulm eingewandert. Trotzdem waren sie stark französisch geprägt, insbesondere auch mütterlicherseits. Daher wird die Firma außer im deutschen Sprachraum meist französisch ausgesprochen.

Die Aktien des Unternehmens werden an der New York Stock Exchange, der Euronext Paris, der London Stock Exchange und der SIX Swiss Exchange gehandelt und sind im S&P 500 und im S&P 100 enthalten.

 

Unternehmenskennzahlen

 

Schlumberger Financial Data

Quelle: Schlumberger

 

Bewertung

Während des dritten Quartals 2019 meldete Schlumberger einen Umsatz von 8,5 Milliarden US-Dollar, ein operatives Ergebnis vor Steuern, eine Non-GAAP-Kennzahl, von 1,1 Milliarden US-Dollar, aber einen enormen Verlust von -11,4 Milliarden US-Dollar oder -8,22 US-Dollar/Aktie beim Nettogewinn.

Diesem Quartalsgewinn steht ein Nettogewinn von 492 Millionen US-Dollar oder 0,35 US-Dollar/Aktie im zweiten Quartal und ein Nettogewinn von 644 Millionen US-Dollar oder 0,46 US-Dollar/Aktie im dritten Quartal 2018 gegenüber.

Der Cashflow im dritten Quartal betrug 1,7 Milliarden US-Dollar.

Während die Stärke im internationalen und nordamerikanischen Offshore-Geschäft die Schwäche im nordamerikanischen Onshore-Geschäft ausglich, nahm Schlumberger eine signifikante Belastung vor Steuern in Höhe von 12,7 Mrd. USD auf sich, die größtenteils nicht steuerlich bedingt war und mit der Wertminderung von Goodwill, immateriellen Vermögenswerten und Anlagevermögen zusammenhing. In der zeitlichen Abfolge ist dies ähnlich wie die von Chevron (CVX) erwartete Abschreibung von $10-$11 Milliarden für unterdurchschnittliche Vermögenswerte.
Ein großer Teil der Abschreibungen in Höhe von $8,8 Milliarden ist insbesondere auf die früheren Akquisitionen des US-amerikanischen Ölfeld-Service-Unternehmens Smith International und des Offshore-Serviceunternehmens Cameron International durch Schlumberger zurückzuführen, weitere $1,6 Milliarden sind auf die Abschreibung des nordamerikanischen Hydraulic-Fracturing-Geschäfts des Unternehmens zurückzuführen.

Strategie und Wachstumsperspektiven

Die neuen strategischen Ziele des Unternehmens lauten laut dem Bericht zum dritten Quartal:

– die digitale Transformation durchzuführen und voranzutreiben;
– die Entwicklung von “Fit-for-Basin”-Lösungen;
– die Wertschöpfung aus den Auswirkungen der Leistung für unsere Kunden; und
– Förderung der Kapitalverantwortung.

 

Chancen und Risiken

Der operative Cash Flow für zwölf Monate betrug 5,51 Milliarden Dollar und der gehebelte freie Cash Flow betrug beachtliche 3,15 Milliarden Dollar.

Der Durchschnitt der Analystenschätzungen für den Gewinn pro Aktie (EPS) im Jahr 2019 liegt bei 1,46 US-Dollar und für 2020 bei 1,37 US-Dollar, was ein nahezu aktuelles Kurs-Gewinn-Verhältnis von 27,1 und ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 22,9 ergibt. Wie bei allen anderen Aktien auch, steht dies vor dem Hintergrund, dass die Aktienindizes neue Höchststände erreichen.

Die Gesamtkapitalrendite liegt bei 2,8 % und die Eigenkapitalrendite ist mit -32,3 % negativ.

Infolge der Abschreibung der Vermögenswerte hatte Schlumberger zum 30. September 2019 Verbindlichkeiten in Höhe von 33,7 Mrd. USD und einen kleineren Nenner mit Vermögenswerten in Höhe von 58,0 Mrd. USD. Daraus ergibt sich ein Verhältnis von Verbindlichkeiten zu Vermögenswerten von 58%.

Die Marktkapitalisierung des Unternehmens beträgt 54,7 Milliarden Dollar bei einem Aktienschlusskurs von 40,82 Dollar pro Aktie am 26. Dezember 2019. Der Unternehmenswert (EV) liegt bei 68,8 Milliarden Dollar und das Verhältnis Unternehmenswert/EBITDA bei 10,6. Dies liegt knapp über dem bevorzugten Verhältnis von 10 oder weniger, was, wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Termin, darauf hindeutet, dass Schlumberger kein Discountaktienkurs ist.

Die 52-Wochen-Preisspanne von Schlumberger liegt bei 30,65 $ bis 48,88 $ pro Aktie, so dass der Schlusskurs am 26. Dezember 2019 81% des Jahreshöchstkurses beträgt. Das durchschnittliche Jahresziel des Unternehmens liegt bei 42,36 $/Aktie, der Schlusskurs liegt damit bei 94 % dieses Niveaus.

Schlumberger zahlt eine Dividende von 2,00 $/Aktie, was einer Rendite von 4,9% auf den letzten Aktienkurs entspricht. Bemerkenswert ist, dass das Unternehmen trotz des ganzen Ölfelddienst-Gemetzels in den letzten achtzehn Monaten die Dividende beibehalten konnte. Außerdem hat das Unternehmen im dritten Quartal eine geringe Anzahl von Aktien (2,2 Millionen zu einem Durchschnittspreis von 36,64 $/Aktie) zurückgekauft.

Mit 1,58 ist das Beta für die große Größe des Unternehmens ausgesprochen hoch: Die Aktie bewegt sich richtungsweisend mit dem Gesamtmarkt, aber mit mehr Volatilität.

Der Marktwert pro Aktie ist mehr als doppelt so hoch wie der Buchwert pro Aktie von $17,27, was auf eine positive Marktstimmung hinweist.

Das durchschnittliche Analysten-Rating des Unternehmens ist ein 2,1 oder “Kaufen” von den 37 Analysten, die es verfolgen. Die meisten Aktien von Schlumberger werden von Institutionen gehalten, von denen einige Indexfonds darstellen, die zum Gesamtmarkt passen. Die fünf größten institutionellen Inhaber waren am 29. September 2019 Vanguard mit 8,2%, BlackRock mit 6,6%, State Street mit 4,8%, Dodge & Cox mit 4,3% und Capital International Investors mit 3,9%.

Der Gewinnabruf des Unternehmens für das vierte Quartal 2019 wird relativ früh, am 17. Januar 2020, erfolgen.

Positive und negative Risiken

Schlumberger ist in erster Linie den reduzierten langfristigen Bohrbudgets der Ölgesellschaften weltweit ausgesetzt. Innerhalb dieses Risikos kompensieren die internationalen und Offshore-Aktivitäten die nordamerikanischen Landgeschäfte.

Der Ölfeld-Dienstleistungssektor ist nach wie vor überversorgt, insbesondere im nordamerikanischen Onshore-Bereich, und Schlumberger wird bei allen rohstoffartigen Dienstleistungen, um die viele Unternehmen konkurrieren, einem anhaltenden Preisdruck ausgesetzt sein. In den spezialisierten Übersee-Divisionen und in den Innovationsbereichen wird der Druck geringer sein.

 

Dividende

Das Unternehmen zahlt derzeit eine quartalsweise Dividende in Höhe von 0,50 USD, was beim aktuellen Kurs eine Dividendenrendite von 4,9 % ausmacht. Die Dividende wird seit 2015 konstant gehalten. In den Jahren davor wurde sie mehrfach, teils enorm, angehoben.

 

Dividendensicherheit

Für Einkommensinvestoren ist natürlich nicht nur die derzeitige Dividende wichtig, sondern auch ob diese auch zukünftig gezahlt werden kann. Betrachten wir also die Dividendensicherheit.

1. Derzeitige Umsätze

Im 3. Quartal 2019 hat Schlumberger einen negativen Gewinn pro Aktien von 8,22 Dollar erwirtschaftet, welches einen Rückgang zum selben Quartal im Vorjahr darstellt, in welchem der Gewinn noch bei 0,46 Dollar pro Aktie lag.

Schlumberger zahlt derzeit eine Dividende von 0,50 Dollar pro Aktie. Da der Gewinn negativ ist, konnte die Dividende im letzten Quartal nicht aus Gewinnen ausgeschüttet werden.

Auch über einen längeren Zeitraum betrachtet zeichnet sich ein ähnliches Bild ab. Im Geschäftsjahr 2018 hat Schlumberger einen Gewinn von 1,53 Dollar pro Aktie erwirtschaftet. Im gleichen Zeitraum wurden pro Aktie 2,00 Dollar an Dividende ausgeschüttet, welches einer Ausschüttungsquote von 131% entspricht. Somit werden die Dividenden derzeit nicht aus laufenden Gewinnen bezahlt. Die Dividende ist aus Sicht der Umsätze also in Naher Zukunft eher Kritisch zu betrachten und Investoren sollten hier auf jeden Fall die Zahlen weiter verfolgen.

 

2. Free Cashflow

Schlumberger hat im 3. Quartal 2019 einen Cashflow von 1.745 Millionen Dollar erwirtschaftet und hatte 413 Millionen Dollar an Kapitalaufwänden, welches zu einem freien Cashflow von 1.332 Millionen Dollar führt. Im selben Zeitraum hat das Unternehmen 692 Millionen Dollar an Dividenden ausgeschüttet. Dies führt zu einer Ausschüttungsquote von 52% vom freien Cashflow zur Dividende.

In den ersten drei Quartalen von 2019 hat Schlumberger 3.179 Millionen Dollar an Cashflow erwirtschaftet und hatte Kapitalaufwände in Höhe von 1.230 Millionen Dollar, welches zu einem freien Cashflow von etwa 2.123 Millionen Dollar führt. Im selben Zeitraum hat das Unternehmen 2.077 Millionen Dollar an Dividenden ausgeschüttet. Dies führt zu einer Ausschüttungsquote von 98% vom freien Cashflow zur Dividende.

Somit zahlt Schlumberger seine Dividende aus freiem Cashflow, dabei ist die Höhe der Dividendenausschüttung zum freien Cashflo wallerdings stark schwankend und zuletzt auch sehr hoch.

 

3. Stabilität während Krisenzeiten

Um die Stabilität während Krisenzeiten zu evaluieren betrachten wir den Zeitraum zwischen der letzten Rezession von 2007-2009.

– Bereinigter Gewinn pro Aktie 2007: 4,20 $

– Bereinigter Gewinn pro Aktie 2008: 4,45 $

– Bereinigter Gewinn pro Aktie 2009: 2,59 $

– Bereinigter Gewinn pro Aktie 2010: 3,38 $

– Bereinigter Gewinn pro Aktie 2011: 3,67 $

– Bereinigter Gewinn pro Aktie 2012: 4,10 $

– Bereinigter Gewinn pro Aktie 2013: 5,05 $

 

In der Finanzkrise musste das Unternehmen starke Abschläge bei den Gewinnen verbuchen. Zwar konnte bereits im Folgejahr der Gewinn wieder gesteigert werden, es kam allerdings erst 2013 wieder zu einem neuen Gewinnrekord. Was allerdings viel wichtiger ist, die Dividende war durchweg durch die Gewinne gedeckt und konnte über den Zeitraum der Finanzkrise weiter (wenn auch nicht jährlich) angehoben werden. Betrachtet man also die letzte Finanzkrise so stehen die Chancen gut, dass das Unternehmen auch ein eneue Rezession überstehen könnte.

 

Fazit

Schlumberger ist ein Erdölexplorationsunternehmen mit Weltrang. Das Unternehmen bietet eine gute Dividendenrendite, zeigt in den letzten Jahren in Bezug auf die Dividendensicherheit einige Schwachstellen auf. Wer sein Depot in dieser Richtung diversifizieren möchte, für den kann es ein intressanter Titel sein, solange man die Risiken nicht aus dem Auge verleirt und mit betrachtet.

 

 

Hinweis: Die hier genannten Zahlen und Daten sind nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert. Dennoch kann für die Richtigkeit keine Garantie gegeben werden. Der Artikel, sowie andere Artikel in diesem Blog, stellen keine Anlageempfehlung oder eine Empfehlung zum Kauf- Verkauf dar. Sie spiegeln ausschließlich eine persönliche Meinung wider.

 

Quellen:

Schlumberger
finanzen.net

boerse.de
seekingalpha.com
gurufocus.com
wienerboerse.at
wallstreet-online.de
onvista.de
finanznachrichten.de
wikipedia.org