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Spanischer Energieinfrastrukturriese mit klasse Dividende

 

Name Red Eléctrica de Espana
Unternehmenssitz Spanien
WKN A2ANA3
ISIN ES0173093024
Kurs 18,00 EUR
Dividendenrendite 5,5 %
Letzte Dividende 0,983 EUR
Auszahlung Halbjährig
KGV 14,90
Eigenkapitalquote 29,84 %
Fremdkapitalquote 70,16 %
Datum 25/12/2019

 

Das Unternehmen

Red Eléctrica de España (REE) ist ein börsennotiertes Unternehmen mit Sitz in Madrid, das als der nationale Übertragungsnetzbetreiber in Spanien für den Betrieb des elektrischen Höchstspannungsnetzes zuständig ist. REE wurde 1985 gegründet und war weltweit das erste Unternehmen, dessen Geschäftsbereich ausschließlich aus dem Energietransport bestand. Hauptaktionär mit 20 % ist staatliche Sociedad Estatal de Participaciones Industriales (SEPI).

 

Das Unternehmen ist kein Dividenden Aristokrat. Dividenden Aristokraten sind Aktien, welche seit mind. 25 Jahren in Folge die Dividende erhöhen konnten.
Die aktuellen 114 Dividenden Aristokraten kannst du dir als Excel Spreadsheet herunterladen.

Geschäftsmodell

REE besitzt mit über 43.800 km Leitungslänge und rund 5.500 Umspannstationen den größten Teil des spanischen Hochspannungsnetzes (Stand 2017).

Zudem ist das Unternehmen unter anderem in Peru und Chile aktiv.

Die Telekommunikationstochter Albura mit ca. 7.500 Kilometern Glasfaserkabel wurde im Jahre 2005 für 61,5 Mio. Euro von der T-Online vom Energiekonzern Red Eléctrica de España S.A. übernommen.

 

Unternehmenskennzahlen

 

Bewertung

Wirft man einen Blick auf Red Electricas (REE) Strategieplan 2018-2022, wird man feststellen, dass viele Aktivitäten geplant sind. Der Energiesektor in Europa durchläuft einen schnellen Wandel hin zu erneuerbaren Energien, und die REE nehmen dies vorweg, indem sie die Investitionen für ihr Netz erhöhen, damit sie die erneuerbaren Energien besser reintegrieren können. Darüber hinaus müssen die Verbundnetze erheblich ausgebaut werden, da Spanien derzeit unter dem EU-Ziel liegt, grenzüberschreitende Verbindungen in Höhe von 10 % der installierten Stromkapazität des Landes zu haben. Es gibt Schritte zur Verringerung dieses Anteils, vor allem eine neue große Unterwasserverbindung zwischen Spanien und Frankreich durch den Golf von Biskaya, die sich allerdings noch in der Planungsphase befindet und 2024 oder 2025 in Betrieb genommen werden soll.
In den nächsten Jahren tritt die REE definitiv in eine Phase ein, die mehr Kapitaleinsatz als in der Vergangenheit erfordert. 2019 wird höchstwahrscheinlich den Kauf von Hispasat für 949 Millionen Euro beinhalten und die Investitionen in das spanische Netz werden in den nächsten Jahren steigen.

 

Die Investitionen für die nächsten Jahre werden also ziemlich groß sein. Während einige dies als nicht ideal ansehen, ist es im aktuellen politischen Umfeld der EU sehr wohl eine Notwendigkeit. Diese neuen Investitionen werden höchstwahrscheinlich mit Fremdkapital finanziert werden, so dass die Nettoverschuldung / EBITDA der REE von derzeit 3,4x auf ~ 4,0x steigen wird. Dies ist jedoch kein großer Grund zur Sorge, da der durchschnittliche Verschuldungszinssatz derzeit unter 2,5 % liegt und die Zinssätze in Europa in nächster Zeit nicht steigen werden.

 

Chancen und Risiken

Wie sich leicht vermuten lässt, wird aufgrund des Monopolcharakters des Geschäfts kein extremes Wachstum stattfinden. Aber betrachtet man die letzten 3 Jahre, kann man definitiv sehen, dass das Unternehmen auf dem richtigen Weg ist, seine Gewinne und Cashflows zu steigern.

Das bedeutet ein Gewinnwachstum von etwas mehr als 5% pro Jahr und ein Wachstum des operativen Cashflows von rund 3%. Während man im Allgemeinen erwarten kann, dass sich dieser Trend fortsetzt, sollten Investoren darauf achten, dass die Akquisition von Hispasat voraussichtlich rund 42 Millionen Euro zum Jahresgewinn beitragen wird, ohne den Effekt der gestiegenen Zinszahlungen aufgrund der Finanzierung der Akquisition mit Fremdkapital.

Hier wird es für Einkommensinvestoren interessant. Die Dividendenrendite liegt derzeit bei bei etwa 5,5% mit historischen Steigerungen von über 9% pro Jahr in den letzten Jahren.

Während die geteilte Geschichte sicherlich beeindruckend ist, ist ein wenig Vorsicht geboten. Wie etwas weiter oben schon erwähnt, wird in den nächsten Jahren mehr Kapital eingesetzt werden müssen, was höchstwahrscheinlich bedeutet, dass sich die Dividendenerhöhungen verlangsamen oder ganz aufhören werden. Das wahrscheinlichste Szenario ist das im Strategieplan von Red Electrica erwähnte, bei dem die Dividende für die nächsten Jahre bei etwas mehr als 1 Euro pro Aktie gehalten wird. Sobald das Unternehmen diese Investitionsphase hinter sich gelassen hat, können die Anleger mit einem moderaten Dividendenwachstum rechnen.

Es ist zu verstehen, dass es in Europa nicht üblich ist, vierteljährlich Dividenden auszuschütten. Die REE hat einen recht eigentümlichen Ausschüttungsplan: Die Aktionäre erhalten im Januar eine Zwischendividende und im Juli eine Zusatzdividende. Diese sind nicht gleichwertig, historisch gesehen betrug die Zwischendividende 28% der gesamten jährlichen Dividendenzahlung, während die Zusatzdividende im Juli die restlichen 72% ausmachte.

 

Dividende

Derzeit schüttet Red Electrica eine Dividende in Höhe von 5,5% aus. Wobei diese bereits seit 2008 kontinuierlich angehoben werden kann. So wurde die Ausschüttung in den letzten 5 Jahren im Durchschnitt um 9,3% pro Jahr angehoben. Auf die letzten 10 Jahre gesehen waren es sogar 12,6 % pro Jahr.

 

Dividendensicherheit

Für Einkommensinvestoren ist natürlich nicht nur die derzeitige Dividende wichtig, sondern auch ob diese auch zukünftig gezahlt werden kann. Betrachten wir also die Dividendensicherheit.

1. Derzeitige Umsätze

In den ersten zwei Quartalen von 2019 hat Red Electrica einen Gewinn pro Aktien von 0,67 Dollar erwirtschaftet, welches einen Anstieg zum selben Quartal im Vorjahr darstellt, in welchem der Gewinn noch bei 0,66 Dollar pro Aktie lag.

Red Electrica zahlt derzeit eine Dividende von 0,71 Dollar pro Aktie, welches eine Ausschüttungsquote von 106% für das letzte Quartal bedeuted.

Über einen längeren Zeitraum betrachtet zeichnet sich ein besseres Bild ab. Im Geschäftsjahr 2018 hat Red Electrica einen Gewinn von 1,31 Dollar pro Aktie erwirtschaftet. Im gleichen Zeitraum wurden pro Aktie 0,94 Dollar an Dividende ausgeschüttet, welches einer Ausschüttungsquote von 72% entspricht. Somit werden die Dividenden aus laufenden Gewinnen bezahlt. Die Dividende scheint aus Sicht der Umsätze also in Naher Zukunft gesichert zu sein.

 

2. Free Cashflow

Red Electrica hat im 2. Quartal 2019 einen Cashflow von 375 Millionen Dollar erwirtschaftet und hatte keine Kapitalaufwände, welches zu einem freien Cashflow von 375 Millionen Dollar führt. Im selben Zeitraum hat das Unternehmen 384 Millionen Dollar an Dividenden ausgeschüttet. Dies führt zu einer Ausschüttungsquote von 102% vom freien Cashflow zur Dividende.

Im Geschäftsjahr 2018 hat Red Electrica 1.100 Millionen Dollar an Cashflow erwirtschaftet und hatte Kapitalaufwände in Höhe von 456 Millionen Dollar, welches zu einem freien Cashflow von etwa 644 Millionen Dollar führt. Im selben Zeitraum hat das Unternehmen 495 Millionen Dollar an Dividenden ausgeschüttet. Dies führt zu einer Ausschüttungsquote von 77% vom freien Cashflow zur Dividende.

Somit zahlt Red Electrica seine Dividende aus freiem Cashflow. Durch die Dividendenstrategie des Unternehmens und der halbjährigen Auszahlung sind die Quartalszahlen teilweise etwas verfälscht und schwer zu deuten.

 

3. Stabilität während Krisenzeiten

Um die Stabilität während Krisenzeiten zu evaluieren betrachten wir den Zeitraum zwischen der letzten Rezession von 2007-2009.

– Bereinigter Gewinn pro Aktie 2007: 0,45 $

– Bereinigter Gewinn pro Aktie 2008: 0,53 $

– Bereinigter Gewinn pro Aktie 2009: 0,61 $

– Bereinigter Gewinn pro Aktie 2010: 0,73 $

– Bereinigter Gewinn pro Aktie 2011: 0,86 $

– Bereinigter Gewinn pro Aktie 2012: 0,92 $

 

Während der Finanzkrise konnte das Unternehmen seine Gewinne weiter ausbauen und musste keinen Gewinnrückgang verbuchen. Dennoch wurde die Dividende 2007 gekürzt, wird aber seitdem kontinuierlich angehoben. Auch war die Dividende im gesamten Zeitraum durch Gewinne gedeckt.

Somit scheint, trotz Dividendenkürzung, das Unternehmen gut gerüstet zu sein und scheint seine Dividende suverän zahlen zu können.

 

Fazit

Red Electrica zählt sicher zu den interessanten Dividendentiteln. Auf dem spanischen Markt hält das Unternehmen eine quasi Monopolstellung. Auch bietet der Titel mit seiner Herkunft eine gute geografische Diversifikationsmöglichkeit. Allerdings zeigen die Zahlen und die Ausschüttungsquoten auch das es sich um keinen risikofreien Dividendentitel handelt. Man sollte also selbst abwägen ob der Titel in das individuelle Depot passt oder eher nicht.

 

 

Hinweis: Die hier genannten Zahlen und Daten sind nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert. Dennoch kann für die Richtigkeit keine Garantie gegeben werden. Der Artikel, sowie andere Artikel in diesem Blog, stellen keine Anlageempfehlung oder eine Empfehlung zum Kauf- Verkauf dar. Sie spiegeln ausschließlich eine persönliche Meinung wider.

 

Quellen:

Red Electrica
finanzen.net

boerse.de
seekingalpha.com
gurufocus.com
wienerboerse.at
wallstreet-online.de
onvista.de
finanznachrichten.de
wikipedia.org