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Geschäftsübersicht

Als eines der weltweit größten Privat-Energieunternehmen trägt die E.ON SE signifikant beim Vertrieb von Strom in unterschiedlichen Ländern der Erde bei. Abgesehen davon fokussiert sich das Unternehmen ebenfalls auf den generellen Netzbetrieb. Das Geschäft der Stromerzeugung hatte das Management von E.ON vor einiger Zeit vollständig an RWE abgegeben.

Das Unternehmen ist kein Dividenden-Aristokrat. Dividenden-Aristokraten sind Unternehmen, welche seit mindestens 25 Jahren in Folge ihre Dividende erhöhen konnten.
Die aktuellen 114 Dividenden-Aristokraten kannst du dir als Excel Spreadsheet herunterladen.

Im Folgenden wird dir der Aktienchart der E.ON SE vorgelegt. Dabei wird der gesamte Verlauf der Aktie dargestellt. Die blau gestrichelte Linie in der oberen Hälfte des Charts macht auf das historische Hoch der Aktie aufmerksam, welches 2008 erreicht worden ist, ehe die charttechnischen Folgen der Finanzkrise eingesetzt hatten. Mit der rot gestrichelten Linie wird wiederum der historische Tiefpunkt des Aktienpreises hervorgehoben.

 

Finanzielle Kennzahlen

Damit man sich ein anfängliches Bild über die Lage sowie über das zukünftige Potenzial einer möglichen Investition bei der E.ON SE machen kann, lohnt es sich, zunächst einmal den letzten Jahresbericht des Unternehmens näher zu betrachten. In Hinblick darauf, dass speziell der unerfahrene Anleger bei derartigen Vorhaben mit allerlei Kennzahlen bombardiert wird, die eher für Verwirrung sorgen, als dass wichtige Interpretationen daraus gezogen werden können, sollte man sich am besten erst einmal an den “Haupt”kennzahlen festhalten, die für gewöhnlich am Anfang eines jeden Geschäftsbericht vorgestellt werden.

Bei der folgenden Auflistung siehst du eine Reihe unterschiedlicher Kennzahlen, welche vom Unternehmen selbst ausgewählt worden sind und dabei helfen sollen, sich möglichst schnell ein grundlegendes Gesamtbild über die Lage zu machen. Dabei sollte beachtet werden, dass ein Blick auf diese Kennzahlen nicht derartig aussagekräftig ist, wie es das Lesen und Verstehen des gesamten Geschäftsbericht erfüllen würde.

Deutlich wird beispielsweise anhand des Umsatzes, des bereinigten EBITDA’s oder auch anhand des bereinigten EBIT’s, dass das Unternehmen von 2017 zu 2018 keine gute Ergebnisse eingefahren hat. Tatsache ist, dass sogar stagnierende Ergebnisse erzielt worden sind – ein eindeutig schlechtes Zeichen für die Situation des Unternehmens. Beim bereinigten Konzernüberschuss konnte wiederum ein Anstieg von 5% erzielt werden. Und auch beim operativen Cashflow konnten die Zahlen sogar ins Positive gedreht werden. Beim Blick auf diese beiden Kennzahlen sieht die Lage wiederum besser aus, als es gerade eben noch den Eindruck erweckt hatte. Ebenfalls einigermaßen positiv erscheint die angewachsene Mitarbeiteranzahl. Schließlich weist dies in den allermeisten Fällen auf ein Wachstum hin, da auf diese Weise Produktionsstätten oder ähnliche Unternehmensinfrastruktur besser aufgestellt werden können.

Interessant ist im Übrigen auch, dass die E.ON bei dieser Auflistung, welche im Geschäftsbericht von 2018 direkt am Anfang zu finden ist, auch auf den Frauenanteil aufmerksam macht sowie auf den Anteil der Frauen in Führungspositionen. Allein mit der vorrangigen Erwähnung dieser beiden Werte positioniert sich das Unternehmen weitaus fortschrittlicher als beispielsweise die meisten anderen Unternehmen im DAX.

 

Neben dem kurz vorgestellten Geschäftsbericht von 2018 stellt die obere Auflistung die Ergebnisse vom 1. bis zum 3. Quartal von 2019 dar. Somit kann auch die unmittelbare Unternehmensvergangenheit betrachtet werden. Die Werte werden dabei mit den ersten drei Quartalen des Vorjahres verglichen. Demnach sehen wir, dass sich 2019 bis jetzt speziell beim Konzernüberschuss bzw. -fehlbetrag negativ entwickelt hat. Natürlich kann das Ganze im letzten Quartal noch gedreht werden, doch erscheint es bis jetzt nicht wirklich so aussichtsreich, als dass man mit gutem Gewissen investieren wollen würde. Auch der operative Cashflow hat sich nicht unbedingt so entwickelt, wie man sich das vorstellen mag. Der Cashflow ist im Übrigen unter anderem auch für die Auszahlung der Dividende zuständig.

Wie bereits erwähnt: das letzte Quartal fehlt bei dieser Betrachtung natürlich noch. Nichtsdestotrotz fallen die ersten drei Quartale von 2019 deutlich schlechter aus als die gleiche Zeitperiode innerhalb von 2018. Verteufeln sollte man es nicht, aber dennoch ist zu größerer Vorsicht geraten.

 

Charttechnisches Risiko

Wie es im Aktienchart am Anfang des Beitrags vielleicht bereits deutlich geworden ist, hat sich der Aktienkurs des Unternehmens alles andere als rosig entwickelt. Tatsächlich wurden die Anleger über viele Jahre hinweg mit einem negativen Trend konfrontiert – und dieser muss sogar noch nicht einmal sein Ende gefunden haben. Im Endeffekt wird deutlich, dass die Aktie historisch betrachtet derzeit sehr günstig zu erwerben ist. Gleichwohl besteht auch weiterhin das Risiko, dass das Unternehmen aufgrund von negativen Geschäftsberichten eher für Enttäuschung sorgt, was sich natürlich direkt auf den Aktienkurs auswirken könnte. Eine Anlage bei E.ON stellt sich charttechnisch also als durchaus riskant heraus. Aus diesem Grund ist eine Investition speziell bei mittelfristigen sowie langfristigen Ambitionen eher den aufmerksamen, erfahrenen Anlegern anzuraten, die im Notfall schnell die Notleine ziehen können, falls kein nachhaltiges Wachstum bei den Unternehmenskennzahlen vorgewiesen werden kann.

 

Potenzial einer (vermeintlich) niedrigen Bewertung

Nachdem nun einige vorangegangene Kennzahlen betrachtet worden sind und diese im Grunde nicht derartig positiv ausgefallen sind, dass man nun unbesorgt die ersten Unternehmensanteile erwerben kann, sollte an dieser Stelle noch einmal eine kurze fundamentalanalytische Betrachtungsweise hinzugezogen werden, um zu ermitteln, wie fair das Unternehmen derzeit bewertet ist.

Demzufolge betrug 2018 das KGV 5,80, das KBV 3,30 und das KUV 0,63. Bereits ohne vorherige Werte heranzuziehen kann so ermittelt werden, dass das Unternehmen grundsätzlich überbewertet wird, was allerdings keine große Besonderheit darstellt. Folglich wird am Markt für gewöhnlich ein Mehrwert erzeugt, welcher sich in einer Überbewertung widerspiegelt. Lediglich Banken und ähnliche Finanzdienstleister haben es in vielen Fällen beispielsweise mit einem KBV zu tun, das niedriger als 1 ausfällt – das entspräche einer Unterbewertung. Im Vergleich zum größten deutschen Konkurrenten (RWE AG), welcher ein KBV  von 1,21 im gleichen Jahr besaß, fällt die E.ON SE also wesentlich besser bewertet aus. Das niedrige KUV scheint übrigens üblich für die Branche zu sein in Hinsicht darauf, dass ein weiterer deutscher Konkurrent (EnBW AG) bei dieser Kennzahl ebenfalls unter 1 liegt. Alle drei Unternehmen liegen mit ihrem KUV demnach unter 1,00.

Das KGV von RWE lag 2018 mit 35,10 auf einem recht hohen Niveau. Das KGV der EnBW AG lag 2018 mit 23,70 ähnlich hoch. Schlussendlich lässt sich festhalten, dass E.ON anhand des KGV’s den schlechtesten Eindruck erweckt.

 

Dividendensicherheit

Zwar wurde in diesem Beitrag in beinahe jeder Hinsicht deutlich gemacht, dass eine Investition bei E.ON mit erheblichen Risiken verbunden sein könnte, da weder die Unternehmensergebnisse überzeugen konnten noch das Chartbild derartige Entwicklungen vorzuweisen hatte, die zum direkten Anlegen motivieren könnten. Nichtsdestotrotz bietet das Unternehmen eine recht üppige Dividendenrendite, welche 2019 beispielsweise 4,49% betrug. 2016 lag die Rendite bei 7,46% und die Jahre davor im Schnitt etwa bei 6%. Somit wird verständlich gemacht, dass das Management möglichst viele Anleger versucht, am Ball zu halten, indem reichhaltige Dividendenrenditen geboten werden, um die sinkenden Kurse abzufangen. Selbstverständlich bringt es nicht sonderlich viel, eine hohe Dividende einzufahren, während die Kurse auf ein Niveau fallen, bei welchem es wiederum Jahre dauern wird, bis die alten Stände erreicht werden könnten – so eine Anlage möchten für gewöhnlich die wenigsten. Trotz dessen kann es sich lohnen, zum richtigen Zeitpunkt bei E.ON einzusteigen, um beispielsweise die nächste Dividende in Anspruch zu nehmen und sich dann wieder zu verabschieden, sobald die Kurse erneut den Anschein machen, dass sie fallen könnten. Für diese Praktik ist allerdings ein großer Erfahrungsschatz sowie Zeit vonnöten, um möglichst viele Informationen effizient verarbeiten zu können. Die Dividendensicherheit aber jedenfalls scheint zumindest in den allermeisten Jahren gegeben zu sein.

 

Fazit

Im Endeffekt stellt sich eine potenzielle Anlage bei E.ON als sehr riskant heraus. Zwar befindet sich der Kurs derzeit an einem historisch tiefen Level, welcher durchaus einladen könnte, Unternehmensanteile einzukaufen, doch sollten sich speziell Laien vor einer Investition in Acht nehmen. Generell die Energiebranche in Deutschland stellt sich an der Börse als durchaus anspruchsvoll heraus, wodurch diese vorrangig von fortgeschrittenen Anlegern und Tradern angegangen werden sollten. Unerfahrene sollten sich lieber an andere Unternehmen wenden, um die eigenen Portfoliorisiken einzugrenzen.

 

Hinweis: Die hier genannten Zahlen und Daten sind nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert. Dennoch kann für die Richtigkeit keine Garantie gegeben werden. Der Artikel, sowie andere Artikel in diesem Blog, stellen keine Anlageempfehlung oder eine Empfehlung zum Kauf- Verkauf da. Sie spiegeln ausschließlich eine persönliche Meinung wieder.

Quellen:

finanzen.net
boerse.de
eon.com/de/investor-relations/
wikipedia.org