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Gewinnbringend einsteigen an einem historischen Tief neben einer konstanten Dividende?

 

Name BASF SE
Unternehmenssitz Ludwigshafen am Rhein (Deutschland)
WKN BASF11
ISIN DE000BASF111
Kurs 69,66 EUR
Dividendenrendite 4,54%
Letzte Dividende 3,200 EUR
Auszahlung Jährlich
KGV 11,80
Eigenkapitalquote 40,50%
Fremdkapitalquote 59,50%
Datum 24.11.2019

 

Das Unternehmen

BASF SE gehört zu den größten und bekanntestesn börsennotierten Chemiekonzernen weltweit. Nach Umsatz handelt es sich hierbei sogar um den größten Chemiekonzern überhaupt. Mit über 120.000 Mitarbeitern verteilt auf mehr als 80 Ländern betreibt das Unternehmen über 390 Produktionsstätten auf der ganzen Welt.

In Bezug auf die konkreten Branchen lässt sich der Konzern in die chemische Industrie sowie in Öl und Gas einordnen.

 

Geschäftsmodell

Grundsätzlich ist BASF vor allem in der chemischen Industrie tätig und arbeitet beispielsweise mit anorganischen Chemikalien oder auch Petrochemie-Produkte, wobei bei beide genannten Unternehmensbereiche direkt den Chemikalien zuzuordnen sind. Darüber hinaus werden demnach auch Zwischenprodukte für Pharma-, Bau-, Textil- sowie andere Zweige hergestellt und vertrieben. Der gleiche Unternehmensbereich stellt auch Zwischenprodukte für Bereiche des BASF-Konzerns selbst her.

Ein weiterer großer Teil des Umsatzes wird mithilfe von Kunststoffen erwirtschaftet, wobei diese vor allem an die Verpackungs- oder auch Elektroindustrie gehen.

Abgesehen sorgen auch die sogenannten Veredelungsprodukte für einen großen geschäftlichen Anteil. Chemikalien, die bei dieser Produktgruppe einzuordnen sind, werden beispielsweise für Konsum- oder auch Nahrungsmittel genutzt. Dazu gehören unter anderem Vitamine, Zusatzstoffe für Lebensmittel oder auch unterschiedliche Inhaltsstoffe für Kosmetikprodukte.

Mit dem Geschäftsbereich Functional Solutions weitet das Unternehmen etwas seinen Kompetenzen aus und bietet demzufolge Systemlösungen für die Automobil- oder auch Bauindustrie an.

Die Agriculutural Solutions machen einen etwas kleineren Teil des Umsatzes aus und kümmern sich speziell um Produkte rundum den Pflanzenschutz sowie die Ernährung als solche.

Auch in der Öl- und Gasindustrie ist BASF tätig, wobei hier ein Teil des Umsatzes durch die konkrete Förderung dieser Rohstoffe gewonnen wird.

Diese genannten Geschäftsbereiche decken größtenteils die gesamte Geschäftstätigkeit von BASF SE ab. Oftmals werden allerdings auch noch kleinere Umsätze durch Vorgehen erarbeitet, welche keinem konkreten Geschäftsbereich zuzuordnen sind oder sich über mehrere hinweg verteilen. Dies wird im Falle von BASF zum Bereich „Sonstiges“ gezählt.

Ebenfalls erwähnenswert: BASF gehört mit zu den größten Weinhändlern Deutschlands und konnte 2013 ein Handelsvolumen von 900.000 Flaschen vorweisen.

Im Großen und Ganzen schafft es BASF seine geschäftlichen Tätigkeiten auf die ganze Welt zu verteilen, wobei Südamerika, Afrika und der nahe Osten in Bezug auf den gewonnenen Umsatz noch das Schlusslicht bilden.

 

Aktionärsstruktur

Im Folgenden sind die größten Anteilseigner des Unternehmens zu sehen (Top 5):

Inhaber Anteil in %
Norges Bank Investment Management 2,99
The Vanguard Group, Inc. 2,77
Amundi Asset Management SA (Investment Management) 1,56
BlackRock Fund Advisors 1,52
Franklin Advisers, Inc. 1,40

Folglich ist in Hinblick auf die größten Anteilseigner ein recht gesundes Bild zu sehen, da es hierbei keine Partei zu geben schein, die übermäßig viele Anteile am Konzern besitzt, auch wenn das kein grundsätzliches No-Go darstellen muss.

Im Freefloat befinden sich derzeit 100,00% der Anteile, was auf eine gute Handelbarkeit der Unternehmenspapiere deuten lässt und höher ist als bei vielen anderen AG’s.

Zum Freefloat werden alle Aktien gezählt, die für den Handel an den Börsen zugänglich sind und somit nicht als größere Pakete in festen Händen gehalten werden. Somit ist der Freefloat sehr viel ausdrucksstärker als die Marktkapitalisierung im Sinne der Handelbarkeit von bestimmten Aktien.

 

Unternehmenskennzahlen

Bei den Unternehmenskennzahlen werden im Folgenden die letzten Jahre näher beleuchtet, um mithilfe eines fundamentalanalytischen Gedanken über das zukünftige Potenzial des Unternehmens zu sprechen. Hierbei sei zu betonen, dass grundsätzlich jedem Wert und jeder Kennzahl eine gewisse Aussagestärke zugeordnet werden kann, auch wenn nicht alle Werte in diesem Beitrag Erwähnung finden werden.

 

Gewinn und Verlust (in Mio. EUR)
2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
Umsatzerlöse 63.873 73.497 78.729 73.973 74.326 70.449 57.550 64.475 62.675
Bruttoergebnis 18.563 19.511 20.707 18.490 18.487 19.077 18.285 20.546 18.356
Operatives Ergebnis (EBIT) 7.761 8.586 8.976 7.273 7.626 6.248 6.275 8.522 6.033
Ergebnis vor Steuer (EBT) 7.373 8.970 8.436 6.713 7.203 5.548 5.395 7.800 5.288
Jahresüberschuss 4.557 6.188 4.879 4.842 5.155 3.987 4.056 6.078 4.707
Dividendenausschüttung 2.021 2.296 2.388 2.480 2.572 2.664 2.800 2.847 2.939

Recht schnell lässt sich feststellen, dass gerade im letzten Jahr ein Rückgang in Bezug auf Umsatz und alle damit verbundenen Größen zu bemerken war. Lediglich die Dividendenausschüttung stieg etwas, um den positiven Trend beizubehalten.

Folglich muss dieser Abschlag noch nicht direkt mit Sorge betrachtet werden in Hinsicht darauf, dass der Umsatz in den letzten Jahren des Öfteren Schwankungen unterlag. Bedenkt man, dass BASF einen nicht zu verachtenden Teil des Umsatzes beispielsweise mit Öl und Gas erzielt, gehören derartige Schwankungen schlichtweg mit dazu und sollten nicht zu schnell verteufelt werden. Viel mehr sollte sich der potenzielle Anleger darauf besinnen, dass BASF zwar zu den größten Chemiekonzernen der Welt gehört und somit eine schlagfertige Sicherheit vorweisen kann, doch auch ein solche Konzern nicht unberührt bleibt von schwankenden Rohstoffpreisen und ähnlichen exogenen Ereignissen. Nicht zuletzt spricht BASF aufgrund dessen die Anleger vor allem mit einer hohen Dividendenrendite an, als dass konstant steigende Aktienkurse zu erwarten wären.

 

Bilanz (in Mio. EUR)
2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
Umlaufvermögen 24.861 27.088 28.789 27.258 27.420 24.566 25.946 31.145 43.221
Anlagevermögen 34.532 34.087 35.538 37.124 43.939 46.270 50.550 47.623 43.335
Summe Aktiva 59.393 61.175 64.327 64.382 71.359 70.836 76.496 78.768 86.556
Kurzfristige Verbindlichkeiten 15.568 16.477 17.332 14.803 15.893 14.236 15.317 14.880 23.329
Langfristige Verbindlichkeiten 21.168 19.313 21.191 21.790 27.271 25.055 28.611 29.132 27.118
Gesamtverbindlichkeiten 36.736 35.790 38.523 36.593 43.164 39.291 43.928 44.012 50.447
Eigenkapital 21.404 24.139 24.580 27.111 27.614 30.916 31.807 33.837 35.054
Summe Passiva 59.393 61.175 64.327 64.382 71.359 70.836 76.496 78.768 86.556
Eigenkapitalquote 36,04% 39,46% 38,21% 42,11% 38,70% 43,64% 41,58% 42,96% 40,50%
Fremdkapitalquote 63,96% 60,54% 61,79% 57,89% 61,30% 56,36% 58,42% 57,04% 59,50%

Für die Bilanz sei an dieser Stelle keine tiefgründige Interpretation angestellt, da hierbei im Grunde ein durchschnittliches Bild zu sehen ist.

Zu erwähnen sei vielleicht, das im Jahr 2018 recht stark angestiegene Umlaufvermögen, was darauf hindeuten könnten, dass die Vorräte aufgestockt worden sind, um in den Folgeperioden höhere Gewinne zu erzielen, als es vielleicht 2018 den Fall eingenommen hätte. Ebenfalls wurden kurzfristige Verbindlichkeiten aufgenommen, was ebenfalls darauf hindeuten könnte, dass 2018 eher abgewartet worden ist und laufende Kosten durch Kredite gedeckt wurden, anstatt möglichst viele Produkte zu verkaufen.

 

Kennzahlen (Angaben in EUR)
2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
Gewinn je Aktie (unverwässert) 4,96 6,74 5,31 5,27 5,61 4,34 4,42 6,62 5,12
Gewinn je Aktie (verwässert) 4,96 6,73 5,31 5,27 5,60 4,33 4,41 6,61 5,11
Umsatz je Aktie 69,54 80,02 85,71 80,54 80,92 76,70 62,66 70,20 68,24
Buchwert je Aktie 23,30 26,28 26,76 29,52 30,06 33,66 34,63 36,84 38,17
Dividende je Aktie 2,20 2,50 2,60 2,70 2,80 2,90 3,00 3,10 3,20
KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) 12,00 8,00 13,40 14,70 12,50 16,30 19,40 13,90 11,80
KBV (Kurs-Buchwert-Verhältnis) 2,56 2,05 2,66 2,63 2,32 2,10 2,48 2,49 1,58
KUV (Kurs-Umsatz-Verhältnis) 0,86 0,67 0,83 0,96 0,86 0,91 1,37 1,31 0,89

In Hinblick auf die Kennzahlen lässt sich recht schnell feststellen, dass 2018 klare Einbußen zu verzeichnen sind in Hinblick auf das KGV sowie KBV. DIejenigen, die bereits 2017 investiert gewesen sind, werden demnach also mit sinkenden Kursen konfrontiert gewesen sein.

Die Anleger, die jedoch noch nicht investiert waren, konnten mit 2018 wohl möglich einen besseren Einstiegspunkt erwischen, als es die meisten Jahre davor den Fall eingenommen hat. Speziell das KBV legt offen, dass das Unternehmen einen einigermaßen realistischen Mehrwert am Markt geschaffen hat und dort in etwa stets mehr als doppelt so viel bewertet worden ist, als es die Bücher eigentlich hergeben würden.

Mit dem Abschlag auf 1,58 nach 2018 ist allerdings eine Position geschaffen worden, welche für noch nicht investierte Anleger durchaus interessant sein kann, um auf einem Tief des Unternehmens (bezogen auf das KBV) aufbauen zu können.

 

Rentabilität (Angaben in %)
2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
Umsatzrendite 7,13 8,42 6,20 6,55 6,94 5,66 7,05 9,43 7,51
Eigenkapitalrendite 21,29 25,63 19,85 17,86 18,67 12,90 12,75 17,96 13,43
Gesamtkapitalrendite 7,67 10,12 7,58 7,52 7,22 5,63 5,30 7,72 5,44

Die Veränderung der Rentabilität des Konzerns von 2017 zu 2018 sorgt im Grunde für eine klare Bestätigung des Bilds, welches bereits anhand der GuV und Bilanz zu erkennen war. Folglich ist ein klarer Rückgang zu sehen – das sollte nun allerdings auch niemanden mehr verwundern.

 

Mitarbeiter
2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
Personal am Jahresende 109.140 111.141 110.782 112.206 113.292 112.435 113.830 115.490 122.404
Umsatz je Mitarbeiter 585.239 661.295 695.105 659.261 656.057 626.575 505.578 558.273 512.034
Gewinn je Mitarbeiter 41.754 55.677 44.041 43.153 45.502 35.460 35.632 52.628 38.455

Bei den Mitarbeitern ist zu erkennen, dass 2018 recht viele neu dazu gekommen sind, was nun erst einmal verwunderlich wirkt, da wir es 2018 anscheinennd mit einem Geschäftsjahr zu tun hatten, welches eindeutig für Abschläge bei BASF gesorgt hatte. Allerdings könnte die signifkante Erhöhung des Personals natürlich mit ein Grund dafür gewesen sein. Demzufolge wurden vielleicht Geschäftsbereiche umstrukturiert oder auch erweitert, was sich in jedem Fall als ein investitionstarkes Vorhaben herausgestellt haben sollte.

 

Dividende

Bei den Dividenden der letzten Jahre ist zum einen die generell durchschnittliche Entwicklung interessant und wohl möglich die Existenz einer gewissen Dividendenrendite, welche das Management versucht im Auge zu behalten.

Zum anderen sind die Werte zur letzten großen Finanzkrise interessant, da dort die Reaktion des Unternehmens in Krisenzeiten beobachtet werden kann, sobald es um die Dividende geht.

Datum Dividende Veränderung zum Vorjahr Rendite Währung
06.05.19 3,200 3,23% 4,54% EUR
07.05.18 3,100 3,33% 5,14% EUR
15.05.17 3,000 3,45% 3,27% EUR
02.05.16 2,900 3,57% 3,30% EUR
04.05.15 2,800 3,70% 3,96% EUR
05.05.14 2,700 3,85% 3,85% EUR
29.04.13 2,600 4,00% 3,35% EUR
30.04.12 2,500 13,64% 3,51% EUR
09.05.11 2,200 29,41% 4,10% EUR
30.04.10 1,700 -12,82% 2,83% EUR
04.05.09 1,950 0,00% 4,46% EUR
25.04.08 1,950 30,00% 7,08% EUR
27.04.07 1,500 50,00% 2,96% EUR

Erkennen lässt sich anhand dieser Tabelle, dass das Management in den letzten Jahren versucht hat, eine Dividendenrendite weit über der 3,00%-Marke zu ermöglichen, was im Grunde auch immer geklappt hat – mal mehr und mal weniger. Festzuhalten ist jedenfalls, dass man es bei BASF stets mit einer soliden Dividendenrendite zu tun hat, welche sich durchaus sehen lassen kann und im konkreten Vergleich mit der Dividendenrendite anderer Unternehmen definitiv Zeichen setzt.

Mit Blick auf die letzte Krisenzeit von 2007 bis 2009 lässt sich erkennen, dass BASF versucht hat, den deutlichen Abgang der Dividendenrendite auf 2010 zu legen, was dann auch mit einer historisch niedrigen Rendite der Dividenden zu bemerken war. Grundsätzlich lässt sich allerdings  vor allem erkennen, dass das Unternehmen trotz der Krisenzeit die Anleger nicht aus den Augen verliert und versucht hat, möglichst viele von ihnen im Boot zu halten – etwas, was beim potenziell langfristigen Anleger einen positiven Eindruck hinterlassen sollte.

 

Dividendensicherheit

Natürlich ist es auch interessant, zu erkennen, ob in der Zukunft ebenfalls eine gewissen Dividendensicherheit gegeben sein kann und ob mit ähnlich starken Dividendenrendite zu rechnen ist, wie es vor allem 2019 und 2018 der Fall gewesen ist. Im Folgenden werden deshalb zwei Punkte näher beleuchtet, welche sich diesem Punkt direkt und indirekt widmen.

 

1. Historische Dividendenrenditen

Bezogen auf die Dividendensicherheit eines Unternehmens hilft es in den meisten Fällen sich historische Krisen des Unternehmens anzuschauen und die damals ausgegebenden Dividenden mit denen der Vor- bzw. Nachzeit zu vergleichen. Demzufolge blicken wir an dieser Stelle auf die Finanzkrise zwischen 2007 bis 2009, bei der auch BASF SE mit Problemen zu kämpfen hatte.

Speziell die Dividendenrendite im Jahr 2008 ist demzufolge interessant, da wir damit ein Bild darüber erhalten, wie das Unternehmen versucht hat, auf die Anleger einzugehen und ob diese fallen gelassen worden sind, um mit dem Kapital innerbetriebliche Stellen zu unterstützen oder anders vorgegangen worden ist.

Mit einer Dividendenrendite von 7,08% am 25.04.2008 setzte das Management von BASF SE definitiv ein Zeichen, welches dafür sorgen sollte, dass Anleger sich nicht gegen das Unternehmen wenden sollten. Demzufolge hat sich das Unternehmen speziell in der letzten großen Finanzkrise vorgenommen, möglichst attraktiv zu bleiben und der Krise unter anderem auf diese Weise die Stirn zu bieten.

Dieses Vorgehen wurde auch von anderen Unternehmen angewandt, weshalb eine derartig hohe Rendite im Vergleich zu den restlichen Dividendenrenditen der AG gar nicht mal so unüblich gewesen war. Interessant ist allerdings, dass auch 2009 eine recht hohe Dividendenrendite aufrechterhalten worden ist. Zwar ist von 2008 auf 2009 ein klarer Abschlag zu bemerken, im Vergleich zu den Renditen der restlichen Jahre nach der Finanzkrise befindet sich diese Dividendenrendite dagegen bereits recht stabil im Mittelfeld, obwohl finanzielle Schäden im Unternehmen zu bemerken sein sollten.

2010 wurde dann der nächste Abschlag der Dividendenrendite vorgenommen, was im Grunde keine Verwunderung ausgelöst haben sollte. Statt bereits während der Krise dafür zu sorgen, dass die Dividendenrendite stark nach unten geschraubt wird, um das dadurch gewonnene Kapital anderweitig zu nutzen, fand dieser Schritt demnach erst 2010 statt. Letztendlich stellt dies also eine vollkommene rationale Entscheidung dar und zeigt im Grunde lediglich die gewählte Krisen-Strategie des Managements auf, welche sich etwas von der anderer Unternehmen unterscheidet.

Natürlich lässt sich mit dem Blick auf die Vergangenheit nun kein unmittelbares Bild für eine zukünftige Krisensituation erstellen, da Manager ausgetauscht werden und das Unternehmen gar andere Strategien und Herangehensweisen verfolgt, dennoch lässt sich zuminderst erkennen, dass BASF bereits immer einen großen Fokus auf die Anleger gelegt hat. Auch während einer Finanzkrise wird versucht, möglichst viele Anleger anzusprechen, während in der Folgezeit versucht wird, einen Ausgleich zwischen eigener finanziellen Stabilisation und dem Erhalt der Attraktivitität für Anleger zu gewährleisten. Ein derartiges Vorgehen ist bei Weitem nicht bei allen Unternehmen in dieser Weise zu beobachten, weshalb BASF in dieser Hinsicht besonders attraktiv erscheint.

Abgesehen davon kann ebenfalls beobachtet werden, dass speziell seit 2011 die Dividendenrendite nicht mehr unter 3,00% gesunken ist. BASF scheint demnach ein Interesse daran zu haben, den Anlegern eine sichere Rendite zu gewährleisten, welche allemal mit alternativen Sparanlagen mithält und sich durchaus blicken lassen kann.

 

2. Positive Signale im Chartbild

In Hinblick auf die derzeitige Lage des Aktienkurses der BASF SE lässt sich zumindest grob behaupten, dass zumindest das „Schlimmste“ vorbei sein sollte. Als „schlimm“ ist hierbei der Kursrutsch vom 22.01.2018 bis zum 15.08.2019 gemeint, welcher insgesamt Werteinbußen von rund -49% für all diejenigen entsprach, die in der gesamten Zeit Wertpapiere des Unternehmens im Besitz hatten.

Allerdings scheint sich die Lage zu bessern in Hinsicht darauf, dass wir uns nach diesem Abstieg auf einem historischen Tief des Aktienkurses befinden und die Aktie selbst weitaus weniger überkauft sein sollte, als es noch vor etwas mehr als einem Jahr der Fall gewesen ist. Darüber hinaus liegt das nach dem Ausverkauf erreicht Tief ungefähr auf einer Stufe zum Tief, welches Anfang 2016 erreicht worden ist. Somit wurde ein sogenannter Boden erreicht, was oftmals dazu führen kann, dass die Bären ihr Ziel erreicht haben und nicht mehr genug Kraft aufwenden können, um den Kurs noch tiefer zu treiben.

Zwar entsteht am Markt generell ein gewisser Mehrwert, wodurch Anteile einer Firma in den allermeisten Fällen weitaus mehr kosten, als es die jeweiligen Buchwerte offenbaren würde, dennoch kann auch auf dem Markt eine gewisse Stabilisation erreicht werden, bei der niemand davon sprechen würde, dass die Aktie überkauft sein würde. Exakt diese Position könnten wir demnach nun vor bereits mehreren Monaten erreicht haben.

Bevor nun allerdings direkt die ersten Käufe getätigt werden, sollte gleichwohl erwähnt werden, dass zumindest kurzfristig erneut mit einem kleineren Ausverkauf gerechnet werden sollte, welcher am 07.11.2019 gestartet hat. Hintergrund dieser Aktion ist die geschlossene Gap, welche am 06.05.2019 entstand und somit im Chartbild eine deutliche Lücke hinterlassen hat. Generell kann behauptet werden, dass Gaps grundsätzlich immer geschlossen werden, wobei im Vorhinein meist nur schwer eingeschätzt werden kann, wann dies den Fall einnimmt.

Genau dieses Gap wurde nun also vor Kurzem geschlossen, nachdem die Kurse über etwa drei Monate hinweg nach oben getrieben worden sind, um genau dieses Ziel zu erreichen. Mit der Erreichung des Etappenziels ist somit eine einhergehende Korrektur vollkommen zu erwarten gewesen und zeugt lediglich davon, dass wir uns in einem gesundem Muster befinden, welches nicht zu stark und zu schnell nach oben getrieben wird.

Mit dem Blick in Richtung gleitende Kursdurchschnitte bzw. in diesem Fall auf den EMA (Exponential Moving Average) lässt sich zudem erkennen, dass etwa am 05.11.2019 – also noch recht frisch – der EMA 200 vom EMA 50 von unten nach oben gekreuzt worden ist. Das ist ein gutes Zeichen in Hinblick auf den weiteren Kursverlauf des Unternehmens. Folglich ist eine solche Kreuzung in vielen Fällen ein Signal dafür, dass eine positive Trendrichtung Bestätigung erhält und zumindest kurz- bis mittelfristig weiter anhalten sollte.

Zusammenfassend lässt sich somit bereits mit einem groben Blick auf das derzeitige Chartbild von BASF SE betonen, dass

  1. ein historisches Tief nach längerem Ausverkauf vor Kurzem erreicht worden ist, welches gleichzeitig einen Boden mit dem Tief von Anfang 2016 aufstellt – dies stellt eine große Chance für die Bullen dar, dem Negativtrend ein Ende zu  setzen.
  2. nach dem Erreichen des Gaps eine Korrektur angesetzt wurde, was kurzfristig dazu führt, dass mit dem Kauf noch gewartet werden sollte, allerdings auf ein gesundes Muster hindeutet.
  3. der EMA 50 den EMA 200 von unten nach oben gekreuzt hat, was ein stärkeres Signal dafür gibt, dass die Kurse zumindest kurz- bis mittelfristig steigen dürften.

Schlussendlich stellt sich eventuell noch die Frage, was ein positives Chartbild nun mit der Dividendensicherheit zu tun hat. Zwar muss stets der individuelle Fall analysiert werden, weshalb an dieser Stelle keine voreiligen Verallgemeinerungen aufgstellt werden sollten, dennoch zeugen steigende Kurse in den meisten Fällen ebenfalls von einer gesunden Unternehmenslage.

Folglich lässt sich oftmals bereits allein am Chartbild erkennen, ob das jeweilige Unternehmen mit Probleme zu kämpfen hat oder gute Zahlen vorweisen kann. Für den Fall, dass man beispielsweise nicht viel mit fundamentalen Kennzahlen anfangen kann, oder sich schlichtweg noch auf andere Quellen beziehen möchte, hilft somit der Blick auf das Chartbild eines Unternehmens. Womit man nämlich stets ausgehen kann, ist dass die neuesten erhältlichen Informationen stets eingepreist werden. Niemals sollte man davon ausgehen, dass beispielsweise Quartalsberichte und deren positiven sowie negativen Ergebnisse nicht bereits im Preis der jeweiligen Aktie vorhanden sind.

 

Analystenmeinungen

Bei den professionellen Analysten zeichnet sich ein Bild ab, welches grundsätzlich mit den eigens angestellten Interpretation innerhalb dieses Beitrags einhergeht. Folglich lassen sich die gesammelten Signale der Analysten soweit interpretieren, dass grundsätzlich die Chance auf einen positiven zukünftigen Aktienverlauf besteht. Gleichwohl sollte nicht zu voreilig reagiert werden in Hinsicht darauf, dass der vorangegangene Abwärtstrend noch nicht unbedingt vollkommen beendet sein muss. Zwar deutet sich charttechnisch ein gutes Bild ab, nichtsdestotrotz fand noch keine mittel- bis langrfristige Bestätigung statt – mal ganz abgesehen davon, dass kurzfristig sogar mit einer Korrektur gerechnet werden muss, damit sich ein gesunder positiver Trend entwickeln kann.

Letztendlich lässt sich also zu den Analystenmeinungen sagen, dass sie die Aussagen des Beitrags zu großen Teilen bestätigen.

Analyse bereitgestellt von: Signal Datum
Kepler Cheuvreux hold 21.11.19
UBS AG hold 12.11.19
Bernstein Research market-perform 08.11.19
Deutsche Bank AG buy 01.11.19
Warburg Research hold 28.10.19
Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank) buy 25.10.19

 

Fazit

Im Großen und Ganzen kann nach den angestellten Interpretationen behauptet werden, dass es sich bei BASF SE vor allem zum jetzigen Zeitpunkt um eine potenzielle Investition handelt, die in jedem Fall näher beobachtet werden sollte. Zwar sollte eine Investition nicht zu voreilig getätigt werden, doch könnten Neu-Anleger eine gute Chance darauf haben, an einem historischen Tief zu starten – da bleibt viel Luft nach oben!

 

Hinweis: Die hier genannten Zahlen und Daten sind nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert. Dennoch kann für die Richtigkeit keine Garantie gegeben werden. Der Artikel, sowie andere Artikel in diesem Blog, stellen keine Anlageempfehlung oder eine Empfehlung zum Kauf- Verkauf da. Sie spiegeln ausschließlich eine persönliche Meinung wieder.

Quellen:

finanzen.net/aktien/basf-aktie
boerse.de/aktien/BASF-Aktie/DE000BASF111
seekingalpha.com
wikipedia.org/wiki/BASF