• Der Markt scheint sich mehr um die Dividende von GE zu sorgen als um die Gewinne.
  • Flannery ist nicht mehr CEO des Unternehmens.
  • Der CEO wird durch Lawrence Culp Jr. ersetzt, den ehemaligen CEO der Danaher Corporation, einem erfahrenen Industriemanager.
  • Der neue CEO hat die Eigenschaft, sich auf hohe Renditen und nicht auf Dividendenzahlungen zu konzentrieren.
  • General Eelectric sollte aufgrund finanzieller Schwierigkeiten keine Geschäftsbereiche verkaufen oder abspalten und gleichzeitig 4,2 Milliarden Dollar jährliche Dividenden zahlen.
  • Bei einer Abspaltung sollte die Dividende also gekürzt werden. Dennoch können die abgespalteten Geschäftsbereiche jedoch wieder eine Dividende zahlen.
  • Eine Kürzung der Dividende und das gleichzeitige Abspalten von Geschäftsbereichen wäre langfristig positiv.
  • Eine Investition in General Electric bringt aktuell ca 4 Prozent Dividendenrendite
  • Wie geht es nun weiter?

Die Ablösung des CEO von General Electric lässt bei vielen Investoren die Frage aufkommen, ob die Dividende erneut gekürzt wird.

 

Flannery war nicht gut genug

Die Ernennung von Lawrence Culp Jr. zum neuen CEO des Unternehmens war Anfang dieser Woche ein wichtiger positiver Katalysator für die General Electric Aktien, da die Investoren das Vertrauen in John Flannery verloren hatten.

General Electric war die Aktie mit der schlechtesten Performance im Dow Jones Industrial Average, bevor das Unternehmen Anfang des Jahres aus dem Börsenindex geflogen ist.

Das geringe Vertrauen der Anleger in die Fähigkeit von John Flannery, General Electric wieder aufzubauen und umzustrukturieren, hat sich in einer verheerenden Performance der GE-Aktie niedergeschlagen: Im bisherigen Jahresverlauf sank der Kurs der General Electric-Aktie um satte 29 Prozent. Meine Positionen sind derzeit mit etwa 10% im Minus, da ich relativ spät eingestiegen bin und mit einem Sparplan weitere Nackäufe getätigt habe.

Eine der größten Beschwerden der GE-Aktionäre ist, dass es John Flannery noch nicht gelungen ist, den Cashflow zu verbessern, eine wichtige Benchmark, anhand derer das Unternehmen ständig bewertet wird. Der industrielle Cashflow des Unternehmens sank von 12 Milliarden US-Dollar im Jahr 2015 auf 9 Milliarden US-Dollar im Jahr 2017, was einem Rückgang von ungefähr 26 Prozent entspricht, vor allem dank der unterdurchschnittlichen Entwicklung der Industriegeschäfte.

Obwohl John Flannery vorschlug, das margenstarke, gut funktionierende Gesundheitsgeschäft von GE zu trennen und Vermögenswerte zu veräußern, gelang es dem CEO nicht, die Dinge im Unternehmen schnell genug zu ändern.

Hier ist der Plan von Flannery zur Wertschöpfung für die Aktionäre.

General Electric Aktie Dividende

Quelle: General Electric Investor Presentation (https://www.ge.com/investor-relations/sites/default/files/ge_webcast_presentation_06262018_2.pdf)

Als langfristig orientierter Investor halte ich es für etwas waghalsig, den Erfolg eines CEOs innerhalb von einem Jahr zu bewerten. Schade für Flannery. Er hatte sich ein Jahr Zeit genommen, um in Ruhe eine vernünftige Strategie zu entwerfen. Dabei ging er rational vor und hat keine emotional getriebenen Entscheidungen getroffen. Er kannte das Unternehmen bereits sehr gut, er arbeitet seit 1987 für GE. 2015 wurde er CEO der Healthcare Sparte und vor rund einem Jahr CEO des gesamten Unternehmens, bis er vor kurzem abbestellt wurde.

 

Neuer CEO

Culp ist ein erfahrener Branchenmanager und der erste vom Vorstand ernannte externe CEO, der das Unternehmen leitet. Der Kurs der GE-Aktie stieg um ungefähr 7 Prozent, nachdem das Industrieunternehmen den Wechsel des CEO am 1. Oktober 2018 bekannt gab, was darauf hindeutet, dass die Anleger dem neuen CEO mit eindeutiger Mehrheit zustimmen.

Laut der Ankündigung des CEO von General Electric Anfang dieser Woche sagte das Industrieunternehmen auch, dass es aufgrund eines unterdurchschnittlichen Stromgeschäfts nicht in der Lage sei, seine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr aufrechtzuerhalten.

 

Investoren setzen falschen Fokus

Da GE in den letzten Jahren vor finanziellem Problemen stand, ist es absolut absurd, dass das Unternehmen immer noch rund 4 Milliarden Dollar an Ausschüttungen tätigt. Die Absurdität wird nur noch von Investoren und dem Markt übertroffen, die sich darauf fokussieren, wie stark das Unternehmen die Dividende kürzen wird. Der Fokus sollte weg von Dividenden hin zu Ertragsmaximierung und Kosteneinsparungen gehen.

 

General Electric ist günstig bewertet

Die Probleme bei General Electric haben sich in der Bewertung des Unternehmens niedergeschlagen. Das KGV liegt gerade mal bei 12 und die Dividendenrendite (falls es zu keiner Kürzung kommt) bei ca. 4%. So günstig war das Unternehmen seit vielen Jahren nicht mehr bewertet. Selbst eine Kürzung wäre zu verkraften, da der Kurs bei guter Führung in fünf bis zehn Jahren deutlich höher stehen dürfte.

Auch die Konkurrenz wird mit einem KGV von im Schnitt 19 bewertet (beispielsweise 3M).

 

Was wird also nun geschehen?

Das ist schwer zu sagen und folgendes nur eine Vermutung. Der neue Chef Culp wird höchstwahrscheinlich eine umfassende strategische Überprüfung vornehmen, die zu einem aktualisierten Restrukturierungsplan führen könnte. Insbesondere jetzt, da das Unternehmen seine Prognose für das Ergebnis 2018 und den Free Cashflow gestrichen hat.

Ich denke, dass der ehemalige Danaher Chef die Strategie von Flannery weitestgehend übernehmen wird.

General Electric wird wahrscheinlich auch genau prüfen, ob eine weitere Dividendenkürzung sinnvoll ist oder nicht. Die Dividendenkürzung im vergangenen Jahr war das zweite Mal seit der Finanzkrise, dass General Electric seine Dividendenausschüttung nach unten korrigierte. Bei der letzten Dividendenkürzung brach der Aktienkurs massiv ein.

Der neue CEO hat einen triftigen Grund dafür, die Dividende zu kürzen, um den Cashflow für Investitionen freizusetzen. Zudem ist er dafür bekannt, nur so viel Dividenden wie möglich zu zahlen. Unter Danaher lag die Dividendenrendite deutlich unter 1%, wenn nicht sogar deutlich unter 0,5%.

Eine erhebliche Kürzung der Dividende könnte die Aktie kurzfristig schädigen, aber eine Streichung der Ausschüttungen würde dem Unternehmen helfen und es dem CEO ermöglichen, die Ergebnisse zu verbessern, bevor er wichtige Entscheidungen über den Verkauf von Anlagen trifft. Aus diesem Grund sollten Anleger eine deutliche Kürzung begrüßen.

Ich werde die Aktie weiter besparen. Was tut ihr?

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