In so manchem Hollywoodfilm wird regelmäßig das Geld von Mafiabossen oder einem Drogenbaron gewaschen. Die meisten Menschen kennen den Begriff der Geldwäsche, doch worum handelt es sich dabei genau? Wie funktioniert Geld waschen eigentlich und was darf man sich darunter ganz genau vorstellen?

 

Was ist Geldwäsche? 

Prinzipiell versteht man unter Geldwäsche alle finanziellen Transaktionen, die dafür gedacht sind, um die Existenz von Geld und seine Herkunft zu verstecken.

Dabei geht es natürlich um Geld, das aus illegalen Transaktionen stammt und nicht um das regelmäßige Gehalt eines braven Bürgers. Auch um andere Vermögenswerte kann es dabei übrigens gehen. Nachdem das Geldgewaschen” wurde, soll es wieder in den normalen Wirtschaftskreislauf einfließen. Kurz gesagt ist das Ziel, die Herkunft von Geld, das illegal erworben wurde zu verschleiern. Dabei kann es sich um Geld, das aus einem Drogenhandel, aus Erpressung oder Raub stammt handeln.

 

Dieses Video erklärt dir die Geldwäsche auf eine einfache Art und Weise!



Geld waschen: Der Ursprung 

Illegales Geld kann zum Beispiel dann entstehen, wenn ein Politiker von einem Kriminellen geschmiert wird. In diesem Fall nennt sich die Sache: Korruption. Der Kriminelle kann das sogenannte Schmiergeld nun nicht einfach auf das Konto von dem besagten Politiker einzahlen, denn die Banken würden bei großen Transaktionssummen natürlich misstrauisch werden. Zudem haben sie die Pflicht bei auffallend große Beträgen, die Polizei zu informieren. Diese wird dann ein Ermittlungsverfahren einleiten und die Aktion hätte recht schnell ein Ende. Es ist also klar, dass eine andere Lösung aus Sicht des Politikers und des Kriminellen herhalten muss!

Die Erfindung der Geldwäsche geht auf einen berühmten Mafiosi aus den US zurück: Al Capone. Dieser wollte Geld, das er durch Drogen, Alkoholschmuggel und illegaler Prostitution erworben hat, wieder zurück in de geregelten Wirtschaftskreislauf bringen. Aus diesem Grund kaufte er sich viele Waschsalons, woher auch der Begriff „Geld waschen“ stammt.

Übrigens: Geldwäsche hat nichts mit einer Steuerhinterziehung zu tun, sondern ist das genaue Gegenteil. Bei einer Geldwäsche versucht man Geld, das illegal verdient wurde, wieder in den legalen Wirtschaftskreislauf zu bringen. Bei einer Steuerhinterziehung handelt es sich um Geld, das legal verdient wurde, welches man jedoch vom Finanzamt verbergen möchte. Beides ist zwar illegal, hat jedoch so rein gar nichts miteinander zu tun!

geld waschen

Geld waschen: Damit ist nicht das wirkliche „Waschen“ von Geld gemeint. Vielmehr ist es metaphorisch zu sehen.

 

Die 3 Phasen 

Nun ist zwar klar, was Geldwäsche ist, doch wie schafft man es, das illegal erworbene Geld wieder in den Kreislauf der Wirtschaft zu bringen? Man mag es kaum glauben, doch der Kreativität sind bei diesem Punkt wirklich keine Grenzen gesetzt! Die Aktivitäten der Kriminellen lassen sich jedoch grundsätzlich in 3 unterschiedliche Phasen teilen:

 

Die erste Phase: Das Placement 

Das Placement ist die erste Phase. Das Ziel ist, das illegal erworbene Bargeld nun wieder zu dem sogenannten Buchgeld zu machen. Dies kann unter anderem in Restaurants, Wechselstuben oder in Kasinos geschehen.

Doch wie könnte das in der Praxis aussehen? Ein Krimineller könnte zum Beispiel durch ein Restaurant sein Geld waschen wollen. Für diesen Zweck entscheidet er sich ein schlecht gehendes Restaurant zu betreiben, das nur rund 10 Besucher pro Abend hat. Ein Profit kann nicht erwirtschaftet werden, doch am Ende des Monats gibt er an, er hätte mehr als 10.000 Euro Umsatz gemacht. Das illegale Geld wird somit unter das legale Geld gemischt und aus Bargeld ist nun wieder Buchgeld geworden.

Diese Geschäfte sind zwar sehr einfach gestaltet, fliegen jedoch auch recht schnell auf. Das Finanzministerium überprüft bei Restaurants nicht ohne Grunde den Wareneinsatz. In Ländern, in denen es jedoch weniger starke Kontrollen gibt, kann so sehr einfach Geld gewaschen werden.

 

Die zweite Phase: Das Layering 

Das sogenannte Layering ist die zweite Phase der Geldwäsche. Diese Phase setzt sich als Ziel, den Papertrail (den Belegepfad) zu durchbrechen. Das Geld wird dadurch anonymisiert. Für Außenstehende soll es also praktisch unmöglich werden, das Geld zurückzuverfolgen und somit den Ursprung zu entdecken.

So viele komplizierte Transaktionen, wie nur möglich, werden aus diesem Grund durchgeführt. Diese Transaktionen erfolgen meist über viele Ländergrenzen und involvieren Drittpersonen, Scheinfirmen usw. Oft sind auch Notare und Anwälte mit im Spiel. Diese haben sowieso ein Berufsgeheimnis zu gewährleisten.

 

Die 3 Phase: Die Integration bzw. das Recycling 

Diese Phase ist die letzte Phase. Hier lässt man das Geld nun wieder in den Wirtschaftskreislauf einfließen.

Damit dies bewerkstelligt werden kann, investiert man üblicherweise wieder in neue Aktivitäten. Beispiele können der Kauf von Restaurants, Kasinos oder Wechselstuben sein. Doch auch in Chemielabore oder in Pharmazieunternehmen wird mittlerweile gerne investiert.

Natürlich investieren viele Kriminelle auch in Immobilien. So kann ein Krimineller zum Beispiel eine Immobilie um 2 Millionen Euro kaufen, obwohl diese einen Wert von 4 Millionen Euro hat. 2 Millionen werden dem Verkäufer unregistriert, also schwarz, gegeben. Nach einigen Jahren führt der Kriminelle nun Renovierungsarbeiten an dieser Immobilie durch. Dies steigert den Verkaufswert der Immobilie. Er kann diese nun teurer verkaufen und kann das Geld aus diesem Verkauf nun legal auf sein Konto legen und versteuern.

 

Das Geldwäschegesetz 

Im Jahr 1993 wurde das deutsche Geldwäschegesetz verabschiedet. Überarbeitet wurde es im Jahr 2008. Dabei wurde es auch um die sogenannte Terrorismusfinanzierung ergänzt. Das Gesetz hat einen großen Einfluss auf den Umgang von Banken mit ihren Privatkunden. Banken sind nun dazu verpflichtet, Unternehmen und Personen zu identifizieren, wenn sie ein neues Konto eröffnen wollen. Wer nun ein neues Konto eröffnen will, muss also seinen Personalausweis oder den Reisepass mitnehmen. Außerdem müssen die Geldwäschebestimmungen unterschrieben werden. Bei suspekten Transaktionen ist die Bank nun verpflichtet, das Konto zu melden. Wer nun sein Auto privat um einen größeren Betrag verkauft, kann das Geld unter Umständen erst auf das Konto einzahlen, wenn der Bank der Kaufvertrag vorgelegt wurde.

 

Geld waschen – Fazit 

Die meisten von uns haben zwar schon von dem Begriff Geldwäsche gehört, doch nicht viele wissen, wie die Sache eigentlich vonstattengeht. Dies kann man nun durchwegs als positiv ansehen, doch ist es eigentlich ganz spannend zu sehen, wie Kriminelle spezielle Wege finden, um das Geld wieder zurück in die Wirtschaft fließen zu lassen. In jedem Fall ist es eine spannende Sache, die zwar keiner nachmachen sollte, doch vielleicht versteht man nun den einen oder anderen Mafiosi-Film ein wenig besser!

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