Geschäftsübersicht

Fresenius Medical Care gehört zum Fresenius-Konzern, wirtschaftet und handelt allerdings unabhängig für sich selbst. Das Unternehmen gilt dabei als führender Anbieter für Produkte und Dienstleistungen, die Menschen mit chronischem Nierenversagen unterstützen sollen. Mit 42 Produktionsstätten in mehr als 20 Ländern stellt Fresenius Medical Care unterschiedliche Dialyseprodukte wie Dialysegeräte, Dialysatoren und dazugehöriges Einweg-Zubehör her. Weltweit unterziehen sich rund 3,4 Millionen Patienten regelmäßig einer Dialysebehandlung. Mit der Dialyse wird bei einem Nierenversagen künstlich die Funktion des Organs übernommen, um auf diese Weise mitunter lebensrettende Blutreinigungsverfahren durchzuführen.

Hauptverwaltung der Fresenius Medical Care befindet sich in Bad Homburg v. d. Höhe in Deutschland.

Das Unternehmen ist kein Dividenden-Aristokrat. Dividenden-Aristokraten sind Unternehmen, welche seit mindestens 25 Jahren in Folge ihre Dividende erhöhen konnten.
Die aktuellen 114 Dividenden-Aristokraten kannst du dir als Excel Spreadsheet herunterladen.

Im Folgenden wird dir der Chart des Unternehmens vorgestellt, welcher mit dem Verlauf des DAX verglichen wird. Fresenius Medical Carewird mit einer dunkelblauen Linie und der DAX mit einer hellblauen Linie dargestellt. Das vorhandene Kontinuum ist oben links im Bild einzusehen. Die grüne Linie zeigt den historischen Höchststand innerhalb des betrachteten Zeitraums auf, während die rote Linie den tiefsten Stand der Aktie verdeutlicht. Die Statistik unterhalb des Chartbilds zeigt die unterschiedlichen Handelsvolumina innerhalb dieser Zeit auf. Ein ausgeprägter Wert beim Handelsvolumina zeigt demzufolge auf, dass in dieser Zeit viele Aktien des Unternehmens – lapidar gesprochen – den Besitzer gewechselt haben.

Deutlich wird hierbei, dass die Aktie des Unternehmens in der letzten Dekade vergleichsweise schneller gewachsen ist als der DAX. Heute befinden sich dagegen sowohl der deutsche Indize als auch der Aktienchart von Fresenius in etwa auf dem gleichen Wachstumsstand. Darüber hinaus lässt sich bereits im Chart erkennen, dass speziell 2018 ein größerer Kursrückgang bei Fresenius Medical Care zu beobachten war.

 

Finanzielle Kennzahlen der letzten Jahre

Mit dem Blick auf die finanziellen Kennzahlen lassen sich drei recht überschaubare Grafiken zusammentragen, die einen grundlegenden Einblick in das Geschäft von Fresenius Medical Care ermöglichen. Allerdings sollte natürlich beachtet werden, dass man sich für einen genauen Überblick am besten auch noch einmal einen richtigen Geschäftsbericht vor Augen führt, da dort noch einmal andere Kennzahlen erwähnt werden, die dabei helfen können, tiefgehender in die Materie einzusteigen.

Bei der GuV von Fresenius Medical Care lässt sich zunächst einmal erkennen, dass im Grunde ein Wachstum über die letzten Jahre zu beobachten war. Die EBIT-Marge hat sich zwar ab 2014 auf einem Level eingepegelt, welcher unter den Werten der Vorjahre lag, von da an konnten allerdings recht konstant die 14% gehalten werden, was vollkommen im grünen Bereich liegt. Bei der EBIT-Marge muss nämlich beachtet werden, dass für gewöhnlich kein jährlicher Anstieg erzielt werden kann – schließlich hat man es hierbei mit prozentualen Werten zu tun. Die Tatsache, dass die 14% gehalten werden könnten, weist allenfalls darauf hin, dass Fresenius Medical Care seit 2014 effizient arbeitet und die hauseigenen Strukturen optimieren konnte – ein gutes Zeichen!

Gleichwohl erkennen wir allerdings auch, dass 2018 ein größerer Rückgang bei den Sales eintraf, also schlechtere Ergebnisse als zuvor erzielt worden sind. Folglich wurden vermutlich Ziele verfehlt und Anleger enttäuscht, was mit der vorherigen Beobachtung beim Chart einhergehen würde. Auch im Chartbild war demnach 2018 ein stärkerer Wertverlust bei der Aktie zu beobachten.

 

Der Vollständigkeit halber siehst du in der oberen Grafik noch einmal zwei Kennzahlen der Geschäftsbilanz, welche allerdings kein ungewöhnliches Bild vorweisen. Die Schulden sind in etwa gleichgehalten worden über die letzten Jahre hinweg (2014-2018), während die Gesamtaktiva gewachsen sind – ein Signal für Wachstumsprozesse.

 

Schlussendlich wird mit dieser Grafik auch noch einmal der Cashflow und die dazugehörigen Werte aufgeführt. Der Cashflow ist unter anderem dafür zuständig, dass eine Dividende ausgezahlt werden kann. Abgesehen davon werden mit dem Cashflow oftmals größere Investitionen getätigt, wenn es beispielsweise um die Übernahme von externen Unternehmen geht oder Ähnliches. Hierbei möchte ich noch einmal betonen, dass sich 2018 als “Krisenjahr” bei Medical Fresenius Care herausgestellt hat in Hinsicht darauf, dass dies das erste Jahr war, bei dem der operative Cashflow seit 2014 gesunken war. Allerdings wurde ein großer Teil des verfügbaren Gelds für Akqusitionen aufgewendet – also beispielsweise für genannte Übernahmen von anderen Unternehmen. Tatsächlich stellt sich unter anderem heraus, dass 2018 in China mehrere Dialysezentren sowie Krankenhäuser mit dem Fokus auf Nierenbehandlungen von Fresenius Medical Care übernommen worden sind.

 

Bewertung des Potenzials

Da mithilfe der vorherigen Grafiken und Herangehensweisen nicht konkret die jetzige Situation des Unternehmens beleuchtet worden ist, soll im Folgenden noch einmal kurz auf den Q3-Geschäftsbericht eingegangen werden. Im Idealfall können die Ergebnisse sogar direkt mit dem Aktienverlauf von 2019 in Verbindung gesetzt werden.

 

Nach kurzem Einblick in die Tabelle sehen wir recht schnell, dass die ersten neun Monate des Jahres 2019 erneut eher enttäuscht haben. Das dritte Quartal unabhängig beleuchtet im Vergleich zur Vorjahresperiode schneidet dagegen ganz gut ab.

Setzt man diese neuen Erkenntnisse mit dem Chartbild des Unternehmens zusammen, so ist der Verlauf des Aktienwerts recht gut zu erklären. Folglich befand sich die Aktie in etwa von Mai 2019 bis August 2019 in einem Abwärtstrend, was damit erklärt werden könnte, dass allen voran das zweite Quartal von 2019 enttäuscht hat, wodurch die derartig schlechten Ergebnisse innerhalb der ersten drei Quartale von 2019 in der oberen Tabelle entstanden sind. Die gewöhnliche Anlegerschaft straft Zielverfehlungen oder generell schlechte Ergebnisse oftmals recht straff ab – so auch hier. Seit August 2019 konnte sich der Kurs allerdings erneut wieder etwas stabilisieren, was wiederum mit dem guten separaten Ergebnis des dritten Quartals von 2019 erklärt werden könnte, wie es in der obigen Grafik zu sehen ist.

Schlussendlich soll dir mit dieser kurzen Interpretation des Chartverlaufs nahegebracht werden, wie banal mitunter Aktienverläufe zu erklären sind und wie sehr sich diese (logischerweise) von den Ergebnissen des Unternehmens abhängig machen. Im Übrigen muss immer bedacht werden, dass schlechte Neuigkeiten gerne schon einige Zeit im Voraus eingepreist werden. In vielen Fällen kann der Aktienchart eines jeweiligen Unternehmens ein ganz gutes Bild über die Lage des Unternehmens abgeben, ohne dass man sich jemals zuvor mit irgendwelchen Kennzahlen auseinandergesetzt hat.

Inwieweit der Verlauf nun zu bewerten ist, hängt stückweise vom jeweiligen Anleger selbst ab. Grundsätzlich sind derartige Rückgänge etwas vollkommen Normales und zeugen lediglich davon, dass man es beispielsweise mit einem gesunden Aufwärtstrend zu tun hat – denn jeder Trend braucht seine Korrekturen, um richtig und nachhaltig zu funktionieren. Von daher sollten die angesprochenen Wertverluste von 2018 und 2019 nicht zu sehr verteufelt werden. Tatsache ist, dass man es bei Fresenius Medical Care mit einem weltweit agierenden Unternehmen zu tun hat, das bis jetzt gesunde Wachstumsprozesse vorzuweisen hat. Unter der Voraussetzung, dass diese Herangehensweisen vom Management verbleiben, sollte man sich also keine allzu großen Sorgen um den zukünftigen Verlauf der Aktie machen.

All diejenigen, die vielleicht noch nie in ein Unternehmen innerhalb der Gesundheitsbranche investiert haben, sollten derzeit eigentlich sogar umso interessierter an Fresenius Medical Care oder auch an den Konzern Fresenius SE herantreten. Nach einer so langen und ausgeweiteten Korrektur besteht wesentlich mehr Luft nach oben, als es noch Ende 2017 den Fall eingenommen hat. Erwischt man also den richtigen Zeitpunkt in der nahen Zukunft und hat einigermaßen vor Augen, welche Zahlen zu erwarten sind, hat man gute Chancen auf eine gewinnbringende Anlage.

Zur Dividende lässt sich im Übrigen nur das Typische erzählen. 2018 und 2019 wurde die Dividendenrendite etwas erhöht, da beide Jahre kursmäßig eher schwach abgeschnitten haben und mit einer erhöhten Dividende das Management für eine gewisse Kompensation sorgen wollte – so werden für gewöhnlich noch verhältnismäßig viele Anleger im Boot gehalten. In Zeiten mit guten Geschäftszahlen und einem positiven Chartbild ist dagegen durchschnittlich in etwa eine Dividende von 1,00 bis 1,40% zu erwarten. Für ein regelmäßig passives Einkommen ist man also stückweise darauf angewiesen, selbst einige Kaufs- sowie Verkaufsentscheidungen pro Jahr zu unternehmen. Allerdings kann eine Anlage bei Fresenius Medical Care natürlich auch als einer Art sicherer Anker genutzt werden, da man es hier (im Normalfall) mit einer Wachstumsaktie zu tun hat. Außerdem ist es auch nie verkehrt, die Gesundsheitsbranche indirekt zu unterstützen.

 

Fazit

Fresenius Medical Care schnitt 2018 und 2019 eher schlecht bis mittelmäßig ab, vor allem mit Blick auf den Chartverlauf. Nichtsdestotrotz sind gesunde Wachstumsproze weiterhin zu beobachten gewesen (Stichwort: Akquisitionen), während das Unternehmen selbst weltweit führend in einer lebenswichtigen Branche tätig ist. Sollte also die Dividendenrendite von durchschnittlich 1,00 bis 1,40% nicht zu sehr überzeugen, dann punktet das Unternehmen derzeit zumindest mit der Tatsache, dass eine lange Korrektur beendet zu sein scheint – der Einstiegszeitpunkt erscheint durchaus attraktiv.

 

Hinweis: Die hier genannten Zahlen und Daten sind nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert. Dennoch kann für die Richtigkeit keine Garantie gegeben werden. Der Artikel, sowie andere Artikel in diesem Blog, stellen keine Anlageempfehlung oder eine Empfehlung zum Kauf- Verkauf da. Sie spiegeln ausschließlich eine persönliche Meinung wieder.

Quellen:

finanzen.net
boerse.de
seekingalpha.com
fresenius.de/kennzahlentool
freseniusmedicalcare.com/de/investoren/events-praesentationen/finanzberichterstattung/