Seit 2000 konnte die Magna International Inc. eine Gesamtrendite von 1.890,65 % bezogen auf die reine Kursveränderung (also ohne Dividenden!) erzielen, wenn man die beiden getätigten Aktiensplits beachtet, die während dieses Zeitraumes in Angriff genommen worden sind – insgesamt fanden drei Aktienplits in der Unternehmensgeschichte von Magna International statt.

Zweifellos stellt das einen gewaltigen Anstieg dar und das vor allem unter der Prämisse, dass man es hierbei “nur” mit einem Zeitraum von etwa 20 Jahren zu tun hat, doch interessiert uns natürlich umso mehr, ob dieser Vorgang auch in der Zukunft fortgesetzt werden kann. Außerdem sorgen Aktiensplits oftmals dafür, dass übermäßig große Kursgewinne erzielt werden können, solange man in der Folgezeit am Ball bleibt. Aus diesem Grund soll in diesem Beitrag ebenfalls ein Anlagebeispiel vorgestellt werden, das sich über einen Zeitraum von drei Jahren erstreckt – sehen die Ergebnisse dann immer noch so rosig aus, wie sie in den einleitenden Worten gewirkt haben?

Das Unternehmen ist kein Dividenden-Aristokrat. Dividenden-Aristokraten sind Unternehmen, welche seit mindestens 25 Jahren in Folge ihre Dividende erhöhen konnten.
Die aktuellen 114 Dividenden-Aristokraten kannst du dir als Excel Spreadsheet herunterladen.

 

Übersicht

Zunächst einmal sei betont, dass es sich bei Magna International Inc. um einen kanadisch-osterreichischen Autozulieferer handelt. International konnte sich der Konzern einen Namen damit machen, mit einem sehr breit gefächerten bzw. diversifizierten Produktsortiment aufzutauchen. Demnach bietet Magna International beispielsweise Fahrzeugsysteme, Fahrzeugmodule oder auch diverse weitere Komponenten neben bereits vollständig montierten Fahrzeugen an, welche jeweils an weltweite Originalhersteller von Pkws und Lkws verkauft werden. Stückweise besonders ist ebenso, dass sich das Unternehmen neben der reinen Produktion auch mit der Entwerfung und Entwicklung der einzelnen Produkte beschäftigt. Letzten Endes bietet Magna International seinen Kunden ein breites Sortiment an Produkten an, für welche man normalerweise erwarten würde, dass unterschiedliche Unternehmen angesteuert werden müssten, was für gewöhnlich einen logistischen Mehraufwand nach sich ziehen würde.

Geschichtlich hat das Unternehmene ebenfalls das eine oder andere zu bieten, was an dieser Stelle allerdings nicht näher beleuchtet wird. Zusammenfassend fanden verschiedene Eingliederungen, Fusionen und Anpassungen im Laufe der Jahre statt, die das Unternehmen zu dem gemacht haben, was es heutzutage ist.

 

Aktienkursentwicklung – was gibt es zu beachten?

Auf der Aktienkursentwicklung soll in diesem Beitrag ausnahmsweise mal weniger der Fokus liegen. Nichtsdestotrotz sei erwähnt, dass sich das Unternehmen grundsätzlich in einem längerfristigen Aufwärtstrend im Chartbild befindet. Allerdings wird auch schnell deutlich, dass die Anleger hierbei wesentlich stärker durchgerüttelt wurden in den vergangengen sechs Jahren, als es bei anderen Anlagealternativen der Fall gewesen wäre. Magna International stellt einen internationalen Autozulieferer dar. Negativen Umstände in der Automobilbranche lassen sich somit auch bei diesem Konzern ohne große Knautschzone bemerken. Besonders in der noch nahen Vergangenheit erschütterte demnach der Dieselskandal gefühlt die gesamte Automobilbranche – davon wurde Magna International nicht ausgeschlossen. Das Resultat stellte kurzfristig einen Kursverlust dar, der beinahe an die -50 % herankam.

Was ich allen Interessierten damit noch einmal zum Überlegen mitgeben möchte, stellt die vertiefte Analyse der Umweltfaktoren dar. Magna International befindet sich in der Automobilbranche und diese bewegt sich derzeit innerhalb eines starken Umbruchs im Zuge der Elektrifizierung aller Fortbewegngsmittel. Das Ganze stellt sich somit als eine recht interessante, aber vielleicht auch riskante Phase für die Automobilbranche heraus, denn niemand kann genau vorhersagen, wer das Rennen machen wird. Mit einem Automobilzulieferer ist man in dieser Hinsicht wohl bereits wesentlich “sicherer” gestellt, doch sollten die Risiken dieser Umbruchsphase nicht außer Acht gelassen werden, wenn beispielsweise das eine oder auch andere Traditionsunternehmen für Automobile in den Hintergrund gerät, welches Magna International zuvor fleißig belieferte.

 

Dividendenentwicklung

Bei der Dividende von Magna International lässt sich feststellen, dass man auf jeden Fall mit einem positiven allgemeinen Anstieg konfrontiert worden ist. Besonders die letzten zehn Jahren stellte sich ein fortwährender Anstieg der Anteilsausschüttungen ein, auch wenn 2015 mit dem Zeitpunkt des letzten Aktiensplits ein Einbuch bei den Dividenden pro Aktie stattfand – das ist aber natürlich auch kein Zufall. Schließlich besaß man ab diesem Zeitpunkt statt einer Aktie nun zwei Aktien, wodurch sich die Dividende pro Aktien für diesen Anleger verdoppelte. Kein Wunder also, dass das Management an dieser Stelle eine Halbierung der Dividende vornahm.

Um es kurz zu machen: Magna International sparte bislang kaum mit einer angebrachten Dividende, die von mancherlei Seite wohl gar als dekadent beschrieben werden könnte.

Allein mit Blick auf die historische Dividendenentwicklung lässt sich definitiv festhalten, dass man es bei Magna International mit einem vergleichsweise sicheren Dividendenzahler zu tun hat. Selbstverständlich kann hierfür keine Garantie ausgegeben werden, doch zeigt die Vergangenheit zumindest, dass dem Management viel daran lag, die Dividende regelmäßig nach oben zu setzen. Inwieweit sich das Ganze als passive Einkommensquelle deines Portfolios eignet, hängt mit deinen individuellen Präferenzen zusammen. Im Idealfall schaut man sich erst einmal den Hintergrund und verschiedene Umgebungsfaktoren des Unternehmens an, bevor man sich zu schnell von den “netten” Dividendenwerten einlullen lässt.

 

Ein Anlagebeispiel über drei Jahre

Bereits in der Einleitung wurde davon gesprochen, dass ein nahe liegendes Anlagebeispiel vorgestellt werden soll, das einem einen sehr aktuellen Überblick darüber vermitteln soll, was in der nahen Vergangenheit beim Kurs von Magna International möglich war und wo vielleicht Risiken bestehen, die auch bereits unter der Überschrift “Aktienkursentwicklung – was gibt es zu beachten?” angesprochen worden sind.

Unsere imaginäre Wertpapieranlage tätigten wir am 02.01.2017 zum Öffnungskurs von 43,89 US-Dollar pro Aktie. In Hinblick darauf, dass wir über die Feiertage hinweg einige Geldgeschenke erhalten haben und sowieso bereits den einen oder anderen Taler zur Seite gelegt hatten, entscheiden wir uns nun für ein Investment in Höhe von 2.194,50 US-Dollar  – also 50 Aktien. Bis zum 06.01.2020, also unserem Verkaufstag, erzielten wir 194 US-Dollar an Dividenden. Allein die Anteilausschüttungen stellen bereits 8,84 % unseres Investitionsbeitrags dar, also fast 3 % pro Jahr – das klingt doch schon einmal sehr nett. Der Eröffnungskurs am 06.01.2020 beläuft sich auf 53,93 US-Dollar. Das entspricht einem Wert von 2.696,50 US-Dollar. Zusammen mit den ausgezahlten Dividenden erhalten wir unser Endergebnis in Höhe von 2.890,50 US-Dollar. Über die drei Jahre hinweg haben wir somit einen Gewinn (vor Gebühren und Steuern) von 696 US-Dollar erzielt. Umgerechnet in einen prozentualen Wert kommen wir so auf 9,62 % p.a. – nicht das Beste überhaupt, aber auch kein kompletter Reinfall.

Interessant daran ist vor allem die Tatsache, dass es 2018 zu einem stärkeren Kursrückgang gekommen ist (zwischendurch etwa -35 %), der sich allerdings nicht nur auf Magna International erstreckte, sondern global ansetzte. Das bedeutet, dass unser Ergebnis durch diesen korrektiven Verlauf bereits etwas unter die Räder gekommen ist.

Übrigens: Hätten wir unsere Anlage noch zwei Monate länger gehalten und zum Anfangskurs vom 02.03.2020 verkauft, hätten wir lediglich einen Gewinn von etwa 289,50 US-Dollar erzielt – bzw. etwa 4 % pro Jahr.

 

Fazit

Schlussendlich soll mit diesem Beitrag nahegebracht werden, dass es sich bei Magna International grundsätzlich um einem stärkeren Dividendentitel handelt, der das hauseigene passive Einkommen durchaus unterstützen kann. Risiken der Branche und ein derzeitig im Chartbild sichtbarer kritischer Verlauf des Aktienkurses sorgen allerdings dafür, dass ich persönlich kein Fan von diesem Konzern bin. Allerdings hängt das vor allem damit zusammen, dass ich die Automobilbranche grundlegend eher meide. Im Endeffekt ist es stark anzuraten, auf zukünftige Ergebnisse des Unternehmens zu warten, oder zumindest etwas detaillierter in vergangene Geschäftszahlen einzusteigen und sich mit Prognosen zu beschäftigen, als dass man sich direkt von der Attraktvität der Dividenden blenden lässt und aufgrund des vermeintlich billigen Preises sofort investiert.

 

Hinweis: Die hier genannten Zahlen und Daten sind nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert. Dennoch kann für die Richtigkeit keine Garantie gegeben werden. Der Artikel, sowie andere Artikel in diesem Blog, stellen keine Anlageempfehlung oder eine Empfehlung zum Kauf- Verkauf da. Sie spiegeln ausschließlich eine persönliche Meinung wieder.

Quellen:

finanzen.net
boerse.de
seekingalpha.com
magna.com/company/investors/shareholder-information/dividends
wikipedia.org/wiki/Magna_International