Sind Dividendenaktien wirklich Mist? Christian Thiel von grossmutters-sparstrumpf.de behauptet das in seinem aktuellen Blogbeitrag. Als Beispiel führt er immer wieder Procter & Gamble auf. Schauen wir uns mal die Performance des S&P 500 und der Procter & Gamble Aktie an.

Im Folgenden wird immer in der Landeswährung gerechnet, in der die Firma ihren Sitz hat.

 

S&P 500 Rendite Januar 2008 bis Dezember 2017

S&P 500 Kurs Januar 2008 = 1450 Dollar

S&P 500 Kurs Dezember 2017 = 2700 Dollar

S&P 500 Kursrendite von Januar 2008 bis Dezember 2017 = 86,20 %

S&P 500 Dividende von Januar 2008 bis Dezember 2017 = 374,44 Dollar (siehe http://www.multpl.com/s-p-500-dividend/table)

Gesamtrendite vom S&P 500 von Januar 2008 bis Dezember 2017 = ca. 112,03%

 

Procter & Gamble Rendite von Januar 2008 bis Dezember 2017

Procter and Gamble Kurs Januar 2008 = 73,59 Dollar

Procter and Gamble Kurs Dezember 2017 = 86,34 Dollar

Procter & Gamble Kursrendite von Januar 2008 bis Dezember 2017 =17,33%

Procter & Gamble Dividende von Januar 2008 bis Dezember 2017 = 24,488 Dollar (siehe http://www.dividend.com/dividend-stocks/consumer-goods/personal-products/pg-procter-and-gamble/ -> Dividend History)

Gesamtrendite von Januar 2008 bis Dezember 2017: 51,13%

Gut, der S&P 500 hat wie schon gedacht besser performt als Procter & Gamble. Dennoch möchte ich die Aussagen von Herrn Thiel nicht einfach so stehen lassen.

Beispielsweise behauptet Christian Thiel:

„Schon der Altvater des Value-Investing Benjamin Graham kam in seinen späteren Jahren zu der Erkenntnis, dass eine hohe Dividendenrendite nicht mehr darauf hinweist, dass das Unternehmen floriert. Das Gegenteil ist der Fall.“

Das ist schlichtweg falsch. Es gibt Studien die genau das Gegenteil beweisen. Mehr dazu finest du hier.
Kurz zusammengefasst kam die Studie von hartfordfunds zu folgenden Ergebnissen.

„Stocks offering the highest level of dividend payouts have not performed as well as those that pay high, but not the very highest, levels of dividends. Second-Quintile Stocks Outperformed Most Often From 1929–2017.“

Also ist es so, dass Aktien mit einer hohen Dividendenrendite, aber nicht der höchsten Dividendenrendite, den Markt statistisch gesehen am meisten outperformt haben. Das ist für mich ein eindeutiger Hinweis dafür, dass hohe Dividendenrenditen ein Hinweis für ein florierendes Unternehmen sein kann. Die Studie geht über fast 90 Jahre und ist deutlich aussagekräftiger als sich einfach nur die letzten zehn Jahre anzuschauen.

Eine andere Aussage die mich in seinem Beitrag sehr stört ist diese.

„Die  Konsumkonglomerate laufen in den letzten Jahren schwach. UNILEVER, PROCTER & GAMBLE, COLGATE, COCA COLA, NESTLE – sie alle tun sich schwer, ihre Marken einem jüngeren Publikum bekannt zu machen.“

Hier spricht Herr Thiel aber nur von der halben Wahrheit. Ich meine bei Procter & Gamble hat er doch extra explizit vorgerechnet, wieso die Aktie so scheiße sei. Die letzten zehn Jahre liefen ja beschissen und Wachstumsaussichten gäbe es ja auch keine mehr. Und nun vergleicht er Unilever Colgate, Coca Cola und Nestle auch mit Procter & Gamble.

Wie war denn aber die Rendite von Unilever, Colgate, Coca Cola und Nestle in den letzten zehn Jahren?

Kursrenditen im Vergleich

Unilever Kursrendite 01/2008 – 12/2017 = ca. 100%

Coca Cola Kursrendite 01/2008 – 12 /2017 = ca.72%

Colgate Kursrendite 01/2008 -12/2017 = ca. 137%

Nestle Kursrendite 01/2008 – 12/2017 = ca.125%

Die durchschnittliche Kursrendize dieser vier Aktien beträgt also 108,5%

Dazu kommen dann noch die Dividenden! Daraus folgt schlussendlich eine Outperformance dem S&P 500 gegenüber.

Zudem ist die Volatilität deutlich geringer als beim S&P 500. Gerade in Krisenzeiten macht sich das bemerktbar. Der maximale Drawdown ist geringer und man erhält gleichzeitig noch steigende Dividenden. 

Das ist gut für die Psyche. Für Anfänger kann das vor allem dafür sorgen, gerade in Krisenzeiten nicht zu verkaufen sondern zu kaufen. Über all diese Vorteile spricht Herr Thiel leider nicht in seinem Artikel. Stattdessen werden Konsumgüteraktien ja gerade zu verteufelt.

 

Was lernen wir daraus?

Lasst euch nicht irritieren. Investiert nach den 4 Kennzahlen meiner Dividendenstrategie und haltet die Aktien dann möglichst lange. Diese Strategie ist wissenschaftlich fundiert und die Wahrscheinlichkeit, damit langfristig eine Überrendite zu erzielen, ist höher als wenn man wahllos in Dividenden Aktien investiert.

Vor allem solltet ihr aber auch nicht euer gesamtes Kapital in nur ein Unternehmen investieren. Die Dividenden Aristokraten haben den S&P 500 beispielsweise in den letzten 20 Jahren deutlich outperformt. Das auch noch mit einer geringeren Volatilität. In der Finanzkrise im Jahr 2008 fiel der S&P 500 ungefähr um 40%. Der Dividenden Aristokraten Index hingegen nur um ca. 20%. 20% ist für mich noch nicht mal ein Crash. Für den durchschnittlichen Privatinvestor ist so eine Schwankung deutlich einfacher auszuhalten.

Quelle: factset

1. Dadurch, dass Dividenden gezahlt werden, muss das Unternehmen Gewinne oder zumindest Cashflows erzeugen. Infolge dessen fallen schon einmal die riskantesten Aktien heraus, wie zum Beispiel Start-ups.
2. Aktien, welche Dividenden auszahlen richten sich an die Aktionäre. Solche Unternehmen verhalten sich meist aktionärsfreundlich.
3. Ein Unternehmen, welches durchgängig Dividenden zahlen kann, trifft gute strategische Entscheidungen und riskiert nicht zu viel.
4. Dadurch, dass jahrelang Dividenden gezahlt werden, haben solche Unternehmen meist einen Wettbewerbsvorteil und ein einfaches Geschäftsmodell.

 

Fazit

Ich denke Herr Thiel hat absichtlich einen „Clickbait-Title“ gewählt. Ich kann es verstehen.  Lest euch am besten folgenden Artikel und die weiterführenden Studien durch. Ich frage mich, ob ihr dann immernoch behauptet, dass Dividendenaktien Mist sind…

Lies hier: Die 4 Kennzahlen für deine Überrendite.

Mein Lieblingszitat zu diesem Thema:

„At the same time, not all dividend-paying stocks are
the same. Companies that are paying the highest yields may
not offer the best value over the long run. Considering
dividend yields together with other investment metrics, such
as dividend-payout ratios, can offer a better indication of
total return potential“

PS: Mir gehts es hier nicht um einen persönlichen Angriff, sondern viel mehr um einen konstruktiven Austausch. Bitte teilt eure konstruktive Meinung gerne als Kommentar. Grundloser Hate wird gelöscht.

 

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