Geschäftsübersicht

Bei der Deutschen Börse AG handelt es sich um ein Unternehmen, welches mit zu den führenden Börsenorganisationen in Europa gehört. Zum Geschäft der AG gehört allen voran die Prozesskette vom Aktien- und Terminhandel. Auch das sogenannte Clearing, Settlement und Custody gehören dabei mit zum Hauptaugenmerk dieser Börsenorganisation. Abgesehen davon kümmern sich die Mitarbeiter des Unternehmens ebenfalls darum, dass Marktdaten bereitgestellt und bestrimmte elektronische Handelssysteme betrieben bzw. auch weiterentwickelt werden. Zu den betriebenen Handelsplattformen gehören die vollelektronsiche Plattform Xetra sowie die eben genannte Börse Frankfurt. Allein mit diesen beiden Handelsplattformen betreibt das Unternehmen umsatzstarke Kassamärkte, welche auch international durchaus etwas zu sagen haben. Bekannt ist die Deutsche Börse AG im Volksmund allerdings vor allem als Trägerin der Frankfurter Wertpapierbörse.

Das Unternehmen ist kein Dividenden-Aristokrat. Dividenden-Aristokraten sind Unternehmen, welche seit mindestens 25 Jahren in Folge ihre Dividende erhöhen konnten.
Die aktuellen 114 Dividenden-Aristokraten kannst du dir als Excel Spreadsheet herunterladen.

Im Folgenden siehst du das gesamte Aktien-Chartbild der Deutschen Börse AG von 2001 bis Ende 2019. Das mittig zu sehende Hoch wurde 2007 erzielt und das darauffolgende Tief während der Finanzkrise im Jahre 2009. Seit dem Tief der Finanzkrise befindet sich der Aktienpreis des Unternehmens in einem langjährigen Aufwärtstrend – das historische Hoch von 2007 konnte zumindest zum Teil bereits übertroffen werden.

 

Finanzielle Kennzahlen

Im Folgenden sollen einige finanzielle Kennzahlen der Deutschen Börse AG vorgestellt werden. Dabei sei betont, dass es neben den vorgestellten Werten natürlich noch eine Reihe weiterer Kennzahlen gibt, die durchaus einen Blick verdient haben. Besonders dann, wenn du dich für ein potenzielles Investment bei diesem Unternehmen interessiert, könnte ein Blick auf etwas detaillierte Werte nicht schaden. Für den groben Überblick reicht es allerdings, die folgenden zwei Tabellen näher zu betrachten. Zum einen handelt es sich dabei um die sogenannten “Financial highlights”, die das gesamte Geschäftsjahr 2018 mit 2017 vergleichen und ein gutes Gesamtbild über die Veränderung verschaffen. Die zweite Tabelle spiegelt wiederum einige finanzielle Kennzahlen wider, die allen voram das dritte Quartal von 2019 näher beleuchten.

Anmerkung: Um Verwirrungen in Bezug auf die jeweiligen Übersetzungen der Begrifflichkeiten zu vermeiden, werden im Folgenden die Kennzahlen mit ihren englischen Bezeichnungen genannt.

 

Die vorgestellten Zahlen zeichnen eindeutig eine klare Verbesserung von 2018 zu 2017 ab. Tatsächlich stellt sich beispielsweise heraus, dass der Net revenue um satte 13% gestiegen ist. Zwar muss das nicht automatisch dazu führen, dass beispielsweise der Gewinn ebenfalls mit einem vergleichbar reichhaltigen Plus abschneidet, doch wurden damit auf jeden Fall schon einmal positive Signale aufgestellt. Neben dem Net revenue sind ebenfalls die Operating costs angestiegen, was nun allerdings für keinen allzu großen Schock sorgen sollte in Hinsicht darauf, dass ein Wachstum der Geschäftsfelder fast immer zwingend mit der Erweiterung von Kosten zusammenhängt. Im Großen und Ganzen reicht es an dieser Stelle demnach bereits schon, allein diese beiden Kennzahlen wahrzunehmen. Das EBITDA sowie das Net profit fallen folglich ähnlich gut aus.

Beachtet werden sollte dabei allerdings, dass diese “Financial highlights” bei den Investor relations der Deutschen Börse einzusehen sind. Folglich kommen die bereitgestellten Daten direkt vom Unternehmen. Auch wenn es sich dabei um bekannte finanzielle Kennzahlen handelt, die oftmals an erster Stelle genannt werden, um einen Überblick zu vermitteln, sollte verstanden werden, dass sich das Management sicher nicht die schlechtesten Veränderungen heraussuchen würde, um diese dann so zu präsentieren – man sollte sich also nie zu schnell überzeugen lassen.

 

Damit auch ein konkreter Blick auf die unmittelbare Vergangenheit der geschäftlichen Tätigkeit geworfen werden kann, kannst du in dieser Tabelle sehen, was für Veränderungen im dritten Quartal von 2019 stattgefunden haben. In den ersten drei Spalten wird dabei das Walten und Schalten der dritten Periode von 2019 mit der gleichen Periode von 2018 verglichen. Die darauffolgenden drei Spalten zeigen wiederum das Ergebnis der ersten neun Monate von 2019 im Vergleich zu den ersten neun Monaten von 2018 – also jeweils alle drei Perioden zusammen. Die beiden blau unterlegten Spalten zeigen jeweils die Werte von 2019.

Deutlich wird zunächst einmal, dass wir es hier mit den zuvor betrachteten Kennzahlen zu tun haben. Grund dafür liegt schlichtweg darin, dass wir hier die “Key figures” betrachten, also die wichtigsten Kennzahlen, die man sich auf den ersten Blick für gewöhnlich zu Gemüte führt, um einen groben Überblick zu erhalten.

Folglich stellt sich heraus, dass im Grunde das dritte Quartal beinahe in Gänze den positiven Veränderungen der vorherigen Tabelle mit dem gesamten Geschäftsbericht von 2018 nahekommt. Besonders interessant ist dabei die Betrachtung aller drei Perioden des Jahres, da wir somit einen guten Eindruck davon gewinnen können, wie das Geschäftsjahr 2019 vorraussichtlich enden könnte. Demzufolge fallen alle drei Perioden zusammengenommen im Vergleich mit den gleichen Perioden von 2018 etwas schlechter aus, als das dritte Quartal von 2019 für sich alleine. So kann man davon ausgehen, dass zumindest eines der vorherigen Quartale deutlich schwächer ausgefallen ist als das, welches hier betrachtet wird. Das sollte beachtet werden, stellt sich nun allerdings auch nicht als großes Spektakel heraus, vor dem man sich fürchten muss. Saisonale Unterschiede oder gar politisch bedingte Schwankungen stellen keine Seltenheit dar und das auch nicht bei einer Börsenorganisation wie der Deutschen Börse AG. Tatsächlich haben wir es 2019 mit allerlei internationalem Fegefeuer zu tun gehabt, was eine ganze Reihe von größeren Unternehmen getroffen hat. Inwieweit das nun auch bei der Deutschen Börse den Fall eingenommen hat, ist nicht eindeutig zu sagen. Trotz dessen sollte mit dieser Erklärung veranschaulicht werden, dass nicht jedes Quartal gleich stark ausfallen muss.

Letztendlich ist jedenfalls recht eindeutig zu sehen, dass wir positive Signale ausmachen können von den wichtigsten Kennzahlen des Unternehmens. Aller Voraussicht nach, sollte auch das letzte Quartal nun keine allzu großen Enttäuschungen mit sich bringen und das Geschäftsjahr 2019 somit komplementieren.

 

Lage & Chancen für ein Investment

Tatsächlich hat man es bei der Deutschen Börse AG mit einem Unternehmen zu tun, welches sich seit geraumer Zeit in einem soliden Aufwärtstrend befindet. Die Veränderungen konnten sich bereits seit mehreren Jahren vollkommen blicken lassen und auch die Dividende stellte sich als einigermaßen konstant heraus. Mit dem Dividendenrenditen-Hoch von 2012, welches bei 7,14% datierte, stellte das Management zwar einen unternehmensinternen Dividendenrekord auf, welcher speziell in der Folgezeit nicht mehr ansatzweise eingeholt werden konnte, doch wird anscheinend immer darauf geachtet, dass die Dividendenrendite etwa um die 2,00% dreht. Zwar sank die Dividendenrendite in den letzten Jahren, doch geht das mit einem stark gestiegenen Aktienkurs einher. Wer sich folglich 2019 über die gesunkene Dividendenrendite beschwert, während im ganzen Jahr in etwa eine Erhöhung des Aktienwerts von ca. 30% erreicht worden ist, sollte sein Anlagedenken noch einmal überdenken.

In Hinblick darauf, dass erst Anfang November 2019 eine Korrektur anscheinend beendet worden ist, stehen die Chancen für eine derzeitige Investition ebenfalls nicht schlecht. Spannend bleibt allerdings die Frage, ob das Hoch von 2017 tatsächlich nachhaltig überwunden werden kann. Falls ja, steht dem charttechnischen Aufwärtstrend gen Himmel nichts mehr im Wege.

 

Risiken

Auf der anderen Seite sollte bedacht werden, dass speziell anhand des Chartbilds zu sehen ist, dass sich der Kurs bereits seit vielen Jahren in einem Aufwärstrend befindet. Auch wenn fortwährend positive Zahlen erzielt werden, könnte eine etwaige Enttäuschung in dieser Hinsicht dazu führen, dass die krisenfreien Anleger der Deutschen Börse AG eine prompte Umschichtung bevorzugen – fallende Kurse wären die Folge. Und auch wenn dann die Dividendenrendite erneut steigen würde, um für Kompensation zu sorgen, möchte man ungern am Anfang eines eventuellen Abwärtstrend investiert sein.

Rein charttechnisch bleibt am besten noch abzuwarten, ob das Hoch von 2017 richtig überwunden werden kann. Sollte sich dieses als einen zu starken Widerstand herausstellen, sollte man noch abwarten, ehe man ein voreiliges Investment tätigt.

 

Fazit

Schlussendlich sehen wir bei der Deutschen Börse AG ein kerngesundes Unternehmen, welches in der Vergangenheit mehr als nur überzeugen konnte. Auch im Sinne des Chartbilds können im Grunde nur Lobreden gehalten werden. In Hinsicht darauf, dass der Kurs allerdings derzeit noch an einem derartig wichtigen Widerstand anstößt – dem Hoch von 2007 – sollte man unter Umständen noch mit der eigenen Anlage warten. Entwickelt sich der Kurs nachhaltig über diesen Widerstand, so stehen die Zeichen sehr gut, falls die Unternehmenszahlen weiterhin wachsen wie zuvor.

 

Hinweis: Die hier genannten Zahlen und Daten sind nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert. Dennoch kann für die Richtigkeit keine Garantie gegeben werden. Der Artikel, sowie andere Artikel in diesem Blog, stellen keine Anlageempfehlung oder eine Empfehlung zum Kauf- Verkauf da. Sie spiegeln ausschließlich eine persönliche Meinung wieder.

Quellen:

finanzen.net
boerse.de
seekingalpha.com
deutsche-boerse.com/dbg-en/investor-relations
wikipedia.org