fbpx

Geschäftsübersicht

Die Deutsche Bank AG mit Sitz in Frankfurt am Main zählt als das größte Kreditinstitut in Deutschland (gemessen anhand der Bilanzsumme sowie an der Mitarbeiterzahl). Beim eigentlichen Geschäft des Unternehmens wird dabei allen voran das Investmentbanking fokussiert. Nichtsdestotrotz agiert das Unternehmen ebenfalls international im Privatkundenschäft und trägt infolgedessen eine bedeutende Position innerhalb der Branche. Damit eine möglichst spezifische Führung der Unternehmenstätigkeiten erzielt werden kann, ist die Bank nach Geschäftsfeldern sowie nach Regionen unterteilt, wobei jeweils unterschiedliche Führungskräfte lokale Entscheidungen zu treffen haben.

Das Unternehmen ist kein Dividenden-Aristokrat. Dividenden-Aristokraten sind Unternehmen, welche seit mindestens 25 Jahren in Folge ihre Dividende erhöhen konnten.
Die aktuellen 114 Dividenden-Aristokraten kannst du dir als Excel Spreadsheet herunterladen.

 

Finanzielle Kennzahlen – der Nettoumsatz

In Hinsicht darauf, dass sich die Deutsche Bank in der nahen Vergangenheit bereits über verschiedene Medien dadurch bekannt gemacht hat, schlechte Geschäftszahlen sowie größere interne Krisen mit sich zu tragen, soll uns an dieser Stelle vor allem die unmittelbare Ergebnislage interessieren, also 2019. Folglich findest du im unten angebenenen Bild eine tabellarische Auflistung verschiedener Kennzahlen. Zwar sieht das Ganze etwas undurchsichtig aus, doch beschränken wir uns hierbei lediglich auf die schwarz unterlegten drei Zahlenreihen, also “Total Corporate Bank, “Total Investment Bank” sowie “Total Private Bank”. Damit gemeint sind die drei gleichnamigen Geschäftsfelder bzw. Segmente, welche zur Deutschen Bank gehören. Die schwarz unterlegten Zahlrenreihen wiederum zeigen die konkreten Nettoerlöse der unterschiedlichen Quartale von 2018 sowie 2019. Auch die Gesamtergebnisse von 2017 sowie 2018 sind dabei zu sehen.

Die zusätzlich blau markierten Zahlen sind die aktuellsten Ergebnisse – und genau diese wollen wir uns näher anschauen. Demzufolge scheint die “Corporate” Bank zunächst einmal mit einigermaßen positiven Zahlen zu glänzen. Zwischen Q3 2019 und Q3 2018 konnte ein Anstieg der Nettoerlöse von 6% verzeichnet werden. Ebenfalls zu Q2 ist ein Anstieg von 3% zu beobachten. 9M 2019 zu 9M 2018 fällt allerdings schon etwas geringer aus mit +2%. 9M steht dabei für das aufsummierte Ergebnis der ersten drei Quartale des jeweiligen Jahres.

Bei der “Investment Bank”, welche im Übrigen in der nahen Vergangenheit mit die meisten Umstruktierungen erfahren hat, sowie bei der “Private Bank” sieht die Lage allerdings schon sehr viel schlechter aus. Demzufolge ist zu erkennen, dass bei allen Vergleichen ein prozentualer Rückgang der Nettoerlöse eingetreten ist. Bei der “Investment Bank” sehen wir sogar bei 9M 2019 im Vergleich zu 9M 2018 ein Minus von 11% – das ist enorm!

Und auch, wenn es noch weitere Geschäftsfelder der Bank gibt, sei dazu kurz gesagt sein, dass es bei diesen im Sinne der Nettoumsätze nicht viel anders aussieht, als bei den gerade vorgestellten Segmenten mit negativen Ergebnissen. Letztendlich lässt sich also schon allein anhand der vorgestellten Nettoerlöse erkennen, dass sich die Deutsche Bank noch mitten in einer Krise befindet. In Hinsicht darauf, dass diese Veränderungen der Nettoumsätze unmittelbar auf die restliche Unternehmenslage schließen lassen, können mit diesen finanziellen Kennzahlen schon einmal klare Warnsignale ausgesprochen werden.

 

Chancen

Zugegeben, die Hoffnung sollte natürlich nie aufgegeben werden. Beispielsweise das Chartbild zeigt auf, dass der Aktienkurs des Unternehmens einer mehrjährigen Korrektur ausgesetzt gewesen ist. Diese Korrektur hat zum jetzigen Zeitpunkt noch kein Zeichen erhalten, dass bald Schluss sein sollte damit. Nichtsdestotrotz könnte es interessant und auch rentabel sein, die Deutsche Bank und ihr Treiben in der nächsten Zeit etwas unter die Lupe zu nehmen. Im besten Fall ist es möglich, am Anfang der besser werdenden Zeiten einzusteigen und vom Aktienaufstieg zu profitieren. Zum jetzigen Zeitpunkt sollten allerdings keine voreiligen Kaufentschlüsse getätigt werden, weshalb diese “Chance” erstmal nur als hypothetisch abgestempelt werden sollte. Aufgrund dessen wird beim nächsten Punkt auch noch einmal das durchaus schlechte Chartbild aufgegriffen und als Risiko bezeichnet.

 

Risiken

Bei den zuvor stückweise vorgestellten Nettoumsätzen der Deutschen Bank ist schon recht stark zu erkennen, was wir von den restlichen Geschäftszahlen der Deutschen Bank zu erwarten haben. Tatsächlich stellt sich heraus, dass die Gewinne vieler Segmente beim Vergleich 9M 2018 zu 9M 2018 prozentual hochstellig eingeschrumpft sind. Beispielsweise bei der “Corporate Bank” ist dabei ein Minus von 70% gemessen worden, bei der “Investment Bank” ein Minus von 47%. Schlussendlich wird sich also auch 2019 aller Voraussicht nach als kein erfolgreiches Jahr herausstellen, auch wenn Q4 außergewöhnlich gut abschneiden sollte im Vergleich zu den vorherigen Quartalen – das wird aber vermutlich nicht passieren.

Abgesehen von dieser fundamental zu betrachtenden Schieflage des Unternehmens sehen wir auch im konkreten Chartbild der Bank ein eindeutiges Bild – und das ist definitiv kein gutes. Den groben Graphen kannst du am Anfang des Beitrags sogar selbst einsehen. Selbst für einen Laien ist dabei zu erkennen, dass eine deratig lange Korrektur schon recht ungewöhnlich erscheint. Zwar kann damit argumentiert werden, dass das Unternehmen historisch niedrig bewertet ist, doch bringt diese Tatsache herzlich wenig, wenn schlichtweg keine besseren Ergebnisse mehr erzielt werden. Abgesehen davon ist bereits seit mehreren Jahren zu erkennen gewesen, dass die Deutsche Bank einer tendenziellen Unterbewertung (KBV kleiner als 1) ausgesetzt gewesen ist. Aufgrund dessen erscheint das KBV von 0,21 von 2018 zwar dennoch als äußerst gering, doch stellte sich ein KBV von etwas um die 0,40 bis 0,50 bereits seit mehreren Jahren als ein normales Bild bei der Deutschen Bank heraus. Da stellen sich die 0,21 als nicht derartig gering heraus, wie sie eigentlich betrachtet werden sollten.

 

Dividendensicherheit

In Bezug auf die konkrete Dividendensicherheit bei der Deutsceh Bank muss ebenfalls, wie es bereits bei den Punkten zuvor geschehen ist, gewarnt werden. So zahlte die Deutsche Bank in der Vergangenheit mitunter sehr sprunghafte Dividenden aus, welche im Zweifelsfall auch schnell einmal einer starken Kürzung ausgesetzt worden waren. Beispielsweise 2016 wurde gar keine Dividende gezahlt, während 2017 bis 2019 im Vergleich zu den Jahren vor 2016 mehr als einen Prozentpunkt weniger zu bieten hatten bei der Dividendenrendite.

In Hinsicht auf die neueren Dividenden lässt sich demzufolge auch festhalten, dass sich das Unternehmen währenddessen zumindest bereits stückweise in ihrer jetzigen Krise befunden hatte. Mit der Kürzung der Dividendenrendite wurden zwar die Anleger verägert, was unter anderem auch anhand der Kurse zu beobachten ist, doch versuchte das Management auf diese Weise möglichst viel Kapital beim Unternehmen zu halten. Bedenkt man nun, dass sich die derzeitige Krise auch noch kräftig im letzten Quartalsbericht ausgewirkt hat, wird sich diese Lage vermutlich in der näheren Zukunft nicht sonderlich ändern. Infolgedessen sollte auch die Dividendenrendite keinen großartigen sprunghaften Veränderungen in dieser Zeit mehr ausgesetzt sein. Das deutet zwar auf eine temporäre Dividendensicherheit hin, doch erscheint die Ausbeute recht mager, wenn einmal bedacht wird, dass früher mit Renditen von 2,5% und mehr bei den Dividenden geworben worden ist. 2008 wurde während der Finanzkrise sogar einmal eine Dividendenrendite von 20,65% ausgegeben!

Historisch betrachtet lassen sich bei der Dividendensicherheit also klare Mängel beobachten. In Hinblick auf den Verlauf der letzten 2-3 sehen wir allerdings ein sichereres Dividenden-Bild zu sehen, welches sich während der Unternehmenskrise vermutlich auch nicht allzu sehr verändern mag – eine kurzfristige und temporäre Dividendensicherheit scheint also unter Umständen gegeben zu sein.

 

Fazit

Schlussendlich lässt sich festhalten, dass die Deutsche Bank AG in der nahen Vergangenheit durch jede Menge schlechte Nachrichten noch bekannter geworden ist, als sie es ohnehin schon war. Die schlechten Geschäftszahlen machen dabei jedoch auch in den neuesten Geschäftsberichten kein Halt und auch die nahe Zukunft lässt wenig Platz für optimistische Erwartungen in Hinsicht darauf, dass die Ziele vermutlich verfehlt werden.

Nichtsdestotrotz befindet sich das Unternehmen in einer Phase, in der tendenziell von Unterbewertung gesprochen werden kann, auch wenn es derart schlecht abschneidet. Für den Fall, dass jedoch wieder bessere Zeiten anbrechen sollten, kann es sich als durchaus rentabel herausstellen, von Anfang an dabei zu sein. Motivierte sowie geduldige Anleger halten also im besten Fall ein Auge auf den Fortgang der Deutschen Bank um bei klaren positiven Signalen eintreten zu können.

 

Hinweis: Die hier genannten Zahlen und Daten sind nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert. Dennoch kann für die Richtigkeit keine Garantie gegeben werden. Der Artikel, sowie andere Artikel in diesem Blog, stellen keine Anlageempfehlung oder eine Empfehlung zum Kauf- Verkauf da. Sie spiegeln ausschließlich eine persönliche Meinung wieder.

Quellen:

finanzen.net
boerse.de
seekingalpha.com
db.com/ir/index_en.htm
wikipedia.org