Geschäftsübersicht

Die Henkel AG & Co. KGaA hat ihren Hauptsitz in Düsseldorf (Deutschland) und stellt einen deutschen börsennotierten Hersteller von Konsumgütern dar. Mit den dazugehörigen Marken und Techniken agiert das Unternehmen weltweit und gehört in ihrer Branche bereits mit zu den größten Produzenten. Zu den Geschäftsfeldern gehören Laundry & Home Care (Wasch- und Reinigungsmittel), Beauty Care (Schönheitspflege) sowie Adhesive Technologies (Klebstoffe). Ein Großteil der Mitarbeiter (etwas über 80%) arbeiten im Übrigen in Deutschland. Der deutsche Manager Cartsen Knobel ist seit Januar 2020 Vorstandsvorsitzender von Henkel. Währenddessen liegt Simone Bagel-Trah die Positionen der Aufsichtsratvorsitzenden und der Vorsitzenden des Gesellschafterausschusses des Henkel-Konzerns inne.

Das Unternehmen ist kein Dividenden-Aristokrat. Dividenden-Aristokraten sind Unternehmen, welche seit mindestens 25 Jahren in Folge ihre Dividende erhöhen konnten.
Die aktuellen 114 Dividenden-Aristokraten kannst du dir als Excel Spreadsheet herunterladen.

Im Folgenden wird dir der Chart des Konzerns vorgestellt. Die grüne Linie zeigt den historischen Höchststand innerhalb des betrachteten Zeitraums auf, während die rote Linie den tiefsten Stand der Aktie verdeutlicht. Der Zeitraum, indem sich dieser Graph abspielt, kann in der oberen linken Ecke der Grafik eingesehen werden. Die Statistik unterhalb des Chartbilds zeigt die unterschiedlichen Handelsvolumina innerhalb dieser Zeit auf. Ein ausgeprägter Wert beim Handelsvolumina deutet demzufolge darauf hin, dass in dieser Zeit viele Aktien des Unternehmens – lapidar gesprochen – den Besitzer gewechselt haben. Bei den verschiedenen D-Bezeichnungen oberhalb des Aktienpreisverlaufs handelt es sich um die Zeitpunkte der Dividendenzahlungen. Im Übrigen findest du alle Grafiken innerhalb dieses Beitrags in den “Investor Relations” des Konzerns. Bei den Quellen kannst du einen Link einsehen, der dich ganz einfach auf das Portal lenkt, wo du dir es auch noch einmal selbst anschauen kannst.

Auch ohne ein professioneller Chartanalyst zu sein, lässt sich anhand des Liniencharts bereits erkennen, dass Anleger über den größten Zeitraum hinweg mit einem ansteigenden Aktienpreis konfrontiert worden sind. Die Volatilität schien sich eigentlich immer auf einem recht niedrigen Stand zu befinden. Einbrüche sind während der Finanzkrise von 2007 bis 2009 zu sehen sowie in etwa seit Ende 2017 bis heute. In Hinsicht darauf, dass wir uns anscheinend derzeit in einer Korrektur oder kurz nach einer Korrektur befinden, kann davon gesprochen werden, dass sich die derzeitige Situation als sehr heiß herausstellen könnte für potenzielle Anleger.

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Finanzielle Kennzahlen

Im ersten Schritt der Betrachtung sollen im Folgenden zunächst einmal einige finanzielle Kennzahlen zusammgetragen werden, welche einen möglichst kompakten Überblick über die derzeitige Lage des Unternehmens verdeutlichen. Für diesen Fall wird dir in der folgenden Grafik der Q3-Quartalsbericht von 2019 durch Henkel zur Verfügung gestellt. So werden hierbei die Werte mit denen des dritten Quartals des Vorjahres verglichen. Abseits davon werden ebenfalls die Ergebnisse aller drei Quartale von 2019 zusammengefasst (1-9), was einen ganz guten Überblick darüber verschafft, wie sich Henkel 2019 insgesamt so geschlagen hat in diesem Jahr, auch wenn natürlich das wichtige vierte Quartal noch außen vor gehalten wird. Gleichwohl ist es die genaueste Betrachtung, die man sich derzeit anschauen kann, solange der Jahresbericht bzw. vierte Quartalsbericht für 2019 noch nicht veröffentlicht worden ist.

Was erst einmal auffällt – der Bericht ist sehr knapp gehalten. Tatsächlich werden einem hierbei nur der Umsatz, die EBIT sowie die EBIT-Marge mit ihren Werten zur Verfügung gestellt. Damit lassen sich selbstverständlich keine tiefgründigen Interpretationen anstellen, für den ersten groben Überblick genügt dies jedoch allemal und außerdem sieht es recht übersichtlich aus, was ein klarer Pluspunkt ist.

Bei den Adhesive Technologies (Klebstoffe und Ähnliches) ist zu erkennen, dass bei den beiden Umsatzwerten eine Verbesserung im Vergleich zu 2018 erzielt werden konnte. Speziell bei der Betrachtung der bereinigten Zahlen beim EBIT und der EBIT-Marge wird allerdings deutlich, dass gar kein Wachstum erzielt werden konnte – es kam sogar zur Stagnation. Wir erinnern uns: Etwa von Anfang 2017 bis 2020 (Ende noch nicht bekannt) befand sich der Aktienkurs in einer Korrektur. Die Adhesive Technologies lassen in diesem Hinblick auf jeden Fall schon einmal den Spielraum offen, dass Anleger enttäuscht gewesen sind und deshalb zu gefühlten Ausverkäufen kam.

Bei der Beauty Care (Schönheitspflege) sieht die Lage ebenfalls frustrierend aus für die damaligen Anleger, denn dort sind bei allen zu sehenden Werten ebenfalls deutliche Verschlechterungen eingetreten. Die bereinigte EBIT-Marge des dritten Quartals sank von 18,3% auf 14,8% – das ist schon ein recht ordentlicher Abgang.

Das Laundry & Home Care-Geschäftsfeld (Wasch- und Reinigungsmittel) komplementiert im Grunde die Befürchtung, dass der Konzern 2019 insgesamt keine guten Ergebnisse vorweisen konnte. Auch hier lassen sich klare Abschläge bemerken, die die Kurse zurecht nach unten gedrückt haben.

Bei der vereinten Betrachtung aller Geschäfstfelder unter “Henkel” wird das Ausmaß des Ganzen noch einmal auf den Punkt gebracht – die Reaktion der Anleger ist gut zu verstehen.

Dadurch, dass aufgrund der schlechten Ergebnisse nun allerdings eine Korrektur im Aktienpreis stattgefunden hat, sollten potenzielle Anleger besonders hellhörig werden. Denn antzyklisches Anlegerverhalten erzielt in vielen Fällen und bei richtiger Anwendung (!) mit die besten Ergebnisse. Gemeint ist damit, das Einsteigen bzw. Investieren in einen Wert, während sich dieser auf einem niedrigen Stand befindet und im besten Fall gerade eine Korrektur hinter sich gebracht hat, auch wenn man das nie exakt voraussagen kann. Aufgrund dessen soll im Folgenden die unternehmensintere Aussicht für 2020 zu Teilen offengelegt werden, um einen potenzielle Ausblick zu ermöglichen.

 

Das Anlagenpotenzial von Henkel

Die folgenden drei Abschnitte sind ebenfalls in den “Investor Relations” in Form des Ausblicks von 2020 zu finden. Demzufolge handelt es sich um zitierte Worte:

Zwar wird damit gerechnet, dass ein Wachstum vorzuweisen sein wird, doch scheint dieses bescheidener auszufallen, als man es annehmen wollen würde. Demnach spricht der Konzern selbst bereits davon, dass sich 2020 aufgrund verschiedener Investitionen von 2019 sowie der Unsicherheit im Industrieumfeld als ein schwieriges Geschäftsjahr herausstellen könnte. Bei der EBIT-Marge wird sogar mit einem niedrigeren Wert gerechnet, als noch für 2019 angenommen worden war.

Auf der einen Seite mag dies besorgniserregend klingen und das ist es definitiv auch in gewissen Teil, doch sollte man sich ebenso vor Augen führen, dass das Unternehmen bereits stark bei den eigenen Erwartungen eingelenkt hat. Bei der Erwartung für den organischen Umsatzanstieg wird sogar die Änderungsrate von +/- 0% in den Raum gestellt. Letztendlich sollten Anleger durchaus vorsichtig handeln, doch bleibt durch derartige Aussichten zumindest weniger Platz für große Enttäuschungen – auch wenn das eine sehr optimistische und zugegeben eine zu einfach betrachtete Herangehensweise darstellen würde. Anleger von Henkel sollten also in jedem Fall interessiert die nächsten Geschäftsberichte verfolgen und auf News sowie Neuigkeiten hören, um sich am besten vor weiteren eventuellen Enttäuschungen abzusichern. Ich für meinen Teil gehe jedoch recht optimistisch an die Sache heran in Hinsicht darauf, dass die Aktie vor allem derzeit so günstig zu erhalten ist, der von Henkel erstellte Ausblick für 2020 einigermaßen realistisch einzustufen ist und sich die Dividendenrendite in soliden Zeit in etwa um die 1,40% halten konnte. Langfristige Anleger dürften mit Henkel vermutlich die größte Freude haben, wenn in naher Zukunft eingestiegen wird und es nicht zu unerwarteten Katastrophen kommen sollte. Antizyklisches Anlegerverhalten erfordert zwar etwas Mut, aber kann sich bei richtigem Gebrauch nun mal am erfolgreichsten herausstellen.

Wichtig: Vermutlich wird auch der vierte Quartalsbericht für 2019 von Henkel nicht für große Freudensprünge sorgen sowie der dazugehörige Jahresbericht für 2019. Zwar könnte dies bereits eingepreist sein, doch würde ich jedem zumindest raten, diese beiden Veröffentlichungen noch einmal abzuwarten, für den Fall, dass speziell das vierte Quartal sehr schlechte Ergebnisse vorzuweisen hat. Anleger, die jedoch ohnehin langfristig investieren möchten, müssen diesen Hinweis natürlich nicht allzu sehr beachten.

Aufgrund der Tatsache, dass wir uns hier auf Dividendenfluss befinden, möchte ich auch noch einmal konkret auf die Dividendenrendite von Henkel eingehen, denn diese stellt sich für die allermeisten Investoren als wichtiger Faktor dar, um mit dem Anlegen ein passives Einkommen zu generieren, ohne dass selbst zu viele Regler verstellt werden müssen im eigenen Portfolio. Bei Henkel wurde während der Finanzkrise eine Dividendenrendite von 2,72% (2008) an die Anleger ausgegeben. Dieser Wert wurde seitdem nicht mehr eingeholt, was allerdings auch nicht verwunderlich ist, da seitdem keine derartige Krisensituation eingetreten ist. 2018 und 2019 wurden Dividendenrenditen von 2,06% bzw. 2,18% herausgegeben, was auch ohne die vorangeganene Betrachtung der ganzen Werte und Grafiken verdeutlicht, dass sich diese beiden Jahre vermutlich als schwierig herausgestellt haben für den Aktienpreis und dadurch auch für das Unternehmen selbst als Ursache des Ganzen. In den normalen Wachstumsphasen sollte man sich allerdings auf eine Rendite von etwa 1,30 bis 1,50% bei der Dividende einstellen. Historisch betrachtet wurden die meisten Dividendenrendite innerhalb dieser Spanne zur Verfügung gestellt.

 

Fazit

Schlussendlich stellt Henkel ein Unternehmen dar, welches lange Zeit mit einem beeindruckenden Wachstum aufwarten konnte. Gleichzeitig erschien eine Dividendenrendite von etwas um die 1,40% als solide in Kombination mit der Wertentwicklung der Aktien. Im Zuge einer längeren Korrektur der nahen Vergangenheit könnten sich derzeit interessante Einstiegszeitpunkte gebildet haben für diejenigen Anleger, die sich nicht von einem etwas pessimistischen Ausblick des Unternehmens einschüchtern lassen möchten und stattdessen die günstige Lage der Aktie ausnutzen möchten. Im Endeffekt ist jedoch trotz dessen zur Vorsicht geraten, auch wenn die Verlockung aus charttechnischer Perspektive groß erscheint für den einen oder anderen risikofreudigen Investor.

 

Hinweis: Die hier genannten Zahlen und Daten sind nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert. Dennoch kann für die Richtigkeit keine Garantie gegeben werden. Der Artikel, sowie andere Artikel in diesem Blog, stellen keine Anlageempfehlung oder eine Empfehlung zum Kauf- Verkauf da. Sie spiegeln ausschließlich eine persönliche Meinung wieder.

Quellen:

boerse.de
seekingalpha.com
henkel.de/investoren-und-analysten
wikipedia.org