Ende der Korrektur von 2018 bis 2019 voraus?

 

Name Continental AG
Unternehmenssitz Hannover (Deutschland)
WKN 543900
ISIN DE0005439004
Kurs 117,48 EUR
Dividendenrendite 4,05%
Letzte Dividende 4,750 EUR
Auszahlung Jährlich
KGV 8,30
Eigenkapitalquote 44,13%
Fremdkapitalquote 55,87%
Datum 08.12.2019

 

Das Unternehmen

Bei der Continental AG handelt es sich um einen Hersteller von Reifen, Komponenten sowie unterschiedlichen Modulen für die Fahrzeugindustrie. Innerhalb dieser Branche gehört Continental zu den führenden Produzenten. Der deutsche Automobilzulieferer mit Sitz in Hannover gehört seit 2012 wieder zu den im DAX vertretenen Unternehmen. Abgesehen davon wurde Continental im September 2019 ebenfalls in den DivDAX aufgenommen, was auf die vergleichsweise hohe Dividendenrendite zurückzuführen ist.

Das Unternehmen ist kein Dividenden-Aristokrat. Dividenden-Aristokraten sind Unternehmen, welche seit mindestens 25 Jahren in Folge ihre Dividende erhöhen konnten.
Die aktuellen 114 Dividenden-Aristokraten kannst du dir als Excel Spreadsheet herunterladen.

 

Geschäftsmodell

Das Unternehmen beschäftigt zwei übergeordnete Geschäftsfelder (Rubber-Group und Automotive-Group), zu denen wiederum verschiedene Sparten von Continental gehören.

Zur Rubber-Group gehört die ContiTech AG, welche für technische Elastomere zuständig ist. Tires ist ebenfalls eine Sparte, welche der Rubber-Group zuzuordnen ist. Zuständig sind die dazugehörigen Mitarbeiter für Reifen für Personenkraftwagen, Nutzfahrzeuge, Industrie sowie für Zweiräder.

Die Automotive-Group wird wiederum aufgeteilt in Chassis & Safety, Interior sowie Powertrain. Ersteres kümmert sich um die Thematiken rundum Fahrgestelle und Sicherheit. Das Personal der Interior-Sparte ist namentlich passend für Innenraum-Einrichtungen zuständig. Bei Powertrain beschäftigt man sich wiederum um Antriebsstränge.

Alles in allem sorgen die unterschiedlichen Sparten in Kombination dafür, dass eine Bandbreite von Produkten für die Automobilindustrie bereitgestellt werden kann, welche Continental in der Folge vertreiben kann.

 

Aktionärsstruktur

Im Folgenden sind die größten Anteilseigner des Unternehmens zu sehen (Top 5):

Inhaber Anteil in %
INA-Holding Schaeffler GmbH & Co. KG 46,00
Harris Associates LP 5,03
The Vanguard Group, Inc. 1,50
Norges Bank Investment Management 1,07
Schroder Investment Management Ltd. 0,86

Derzeit befinden sich 54% der Unternehmensanteile im Freefloat. Der Freefloat beschreibt den Anteil der Aktien, die sich nicht in fester Hand befinden und somit frei auf dem Markt gehandelt werden. Folglich bietet der Freefloat einen wesentlich besseren Überblick über die Handelbarkeit eines Papiers als die Marktkapitalisierung des Unternehmens. Letzteres überschätzt die Handelbarkeit der Wertpapiere in vielen Fällen.

Mit rund 46% gehören der INA-Holding Schaeffler GmbH & Co. KG ein recht großer Teil der Unternehmensanteile. Somit stellt die Familie Schaeffler ein Großaktionär der Continental AG dar.

 

Unternehmenskennzahlen

Im Folgenden werden einige Unternehmenswerte sowie -kennzahlen näher beleuchtet. Dabei sei zu betonen, dass der Fokus vor allem auf die nähere Vergangenheit gelegt wird. Auf diese Weise kann mitunter ein realistischeres Bild über die nahende Zukunft des Unternehmens angefertigt werden.

 

Gewinn und Verlust (in Mio. EUR)
2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
Umsatzerlöse 26.047 30.505 32.736 33.331 34.506 39.232 40.550 44.010 44.404
Bruttoergebnis 5.779 6.397 7.056 7.802 8.666 10.175 10.767 11.375 11.105
Operatives Ergebnis (EBIT) 1.935 2.597 3.073 3.264 3.345 4.116 4.096 4.562 4.028
Ergebnis vor Steuer (EBT) 1.238 1.861 2.667 2.459 3.080 3.870 3.979 4.276 3.850
Jahresüberschuss 576 1.242 1.884 1.923 2.375 2.727 2.803 2.985 2.897
Dividendenausschüttung 300 450 500 650 750 850 900 950

Mit Blick auf die GuV von Continental lässt sich zunächst einmal feststellen, dass von Umsatz über EBIT bis hin zum Jahresüberschuss in der Vergangenheit ein gesundes Wachstum zu verzeichnen war. Lediglich 2018 ist ein kleinerer Rückgang zu entdecken, welcher in dem eingenommenen Ausmaße noch nicht für allzu große Besorgnis führen muss. Dennoch fällt es natürlich auf, wenn ein konstant anhaltendes Wachstum auf einmal unterbrochen wird und sogar stagniert. Bereits investierte Anleger sollten demnach verstärkt auf den kommenden Jahresbericht des Unternehmens blicken, oder sich gar bereits im Vorfeld auf anderweitige Wege informieren, um nicht in einen potenziellen Kursrutsch mitgezogen zu werden, falls die offenbarte Ergebnisse nicht dem entsprechen, wie es sich im Vorhinein gewünscht worden ist. Dabei ist jedoch natürlich zu beachten, dass alle bereits veröffentlichten Informationen bereits eingepreist sein sollten. Lediglich die Bericht des 4. Quartals von 2019 birgt noch Futter für Investitionsentscheidungen in sich, auf die vermutlich bereits viele Anleger warten.

Wie gesagt: allein anhand der GuV muss nun nicht direkt davon ausgegangen werden, dass sich die Continental AG derzeit in einer Krise befindet. Es sollte lediglich mit etwas mehr Vorsicht gehandelt werden und vorhandene Kundgebungen der Firma sollten tatsächlich fokussiert werden. Auf der anderen Seiten könnten sich derzeit auch interessante Einstiegspunkte herauskristallisieren, falls die letzten Ergebnisse die Erwartungen der Anleger enttäuscht haben sollten, wodurch der Kurswert des Unternehmens letzten Endes gesunken wäre – inwieweit das zutrifft, wird weiter unten im Beitrag noch näher thematisiert.

 

Bilanz (in Mio. EUR)
2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
Umlaufvermögen 9.503 10.963 11.764 11.251 13.318 13.169 14.854 15.402 16.787
Anlagevermögen 14.207 14.510 14.934 14.641 15.350 17.997 19.485 20.521 22.194
Summe Aktiva 24.391 26.038 27.338 26.821 30.241 32.836 36.175 37.441 40.445
Kurzfristige Verbindlichkeiten 8.457 10.359 11.886 9.628 10.076 12.101 13.554 14.189 15.714
Langfristige Verbindlichkeiten 9.730 8.136 6.307 7.871 9.141 7.521 7.886 6.962 6.398
Gesamtverbindlichkeiten 18.188 18.495 18.193 17.499 19.217 19.622 21.440 21.150 22.112
Eigenkapital 5.860 7.146 8.767 9.011 10.672 12.786 14.270 15.828 17.850
Summe Passiva 24.391 26.038 27.338 26.821 30.241 32.836 36.175 37.441 40.445
Eigenkapitalquote 24,02% 27,44% 32,07% 33,60% 35,29% 38,94% 39,45% 42,28% 44,13%
Fremdkapitalquote 75,98% 72,56% 67,93% 66,40% 64,71% 61,06% 60,55% 57,72% 55,87%

Die Bilanz der Continental AG lässt nun ebenfalls keine einwandfreien Interpretationen oder gar Deutungen für die Zukunft des Unternehmens offen. Tatsächlich lässt sich erkennen, dass die Aktiva im Jahre 2018 gestiegen sind, wobei das Umlaufvermögen etwas stärker angestiegen ist im Vergleich zu den Veränderungen der Jahre zuvor. In Hinblick darauf, dass bei der GuV zu beobachten war, dass unter anderem die Jahresüberschüsse 2018 etwas gesunken sind, könnte mithilfe der Bilanz nun vermutet werden, dass wohl möglich eine größere Menge an Produkten in den Lagern gehalten worden sind, anstatt diese zu vertreiben. Schließlich ist das Umlaufvermögen gestiegen. Zum Umlaufvermögen gehören unter anderem hergestellte Produkte oder Materialien. Der stärkere Anstieg des Umlaufvermögens in Kombination mit den gesunkenen Jahresübershüssen bzw. nur marginal gestiegenen Umsatzerlösen könnte also unter Umständen damit zusammenhängen, dass 2018 bei Weitem nicht alle Produkte verkauft worden sind oder gar auch nicht einmal alle eingeplanten Materialien verwendet worden waren. Solche Vorgehensweisen sind im Konkreten nun oftmals schwierig zu erklären, solange man nicht selbst mitten im Geschehen sitzt. Trotz dessen würde die genannte Erläuterung mit der zuvor betrachteten angeschwächten GuV eine durchaus plausible Sichtweise auf den Stand der Dinge von 2018 darstellen.

 

Kennzahlen (Angaben in EUR)
2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
Gewinn je Aktie (unverwässert) 2,88 6,21 9,42 9,62 11,88 13,64 14,01 14,92 14,49
Gewinn je Aktie (verwässert) 2,88 6,21 9,42 9,62 11,88 13,64 14,01 14,92 14,49
Umsatz je Aktie 130,23 152,52 163,68 166,65 172,52 196,15 202,74 220,04 222,02
Buchwert je Aktie 29,30 35,73 43,84 45,05 53,36 63,93 71,35 79,14 89,25
Dividende je Aktie 1,50 2,25 2,50 3,25 3,75 4,25 4,50 4,75
KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) 20,50 7,70 9,30 16,60 14,80 16,50 13,10 15,10 8,30
KBV (Kurs-Buchwert-Verhältnis) 2,02 1,35 2,00 3,54 3,29 3,51 2,57 2,84 1,35
KUV (Kurs-Umsatz-Verhältnis) 0,45 0,32 0,54 0,96 1,02 1,14 0,91 1,02 0,54

Die Kennzahlen des Unternehmens machen deutlich, dass 2018 tatsächlich ein stärkerer Rückgang zu beobachten war, was sich wohl vor allem auf den Marktwert von Continental ausgestreckt hat. Folglich sorgt ein gesenkter Kurs oftmals dafür, dass KGV, KBV sowie KUV sinken. Diejenigen, die noch nicht investiert sind, könnten anhand dieser drei Kennzahlen nun allerdings erkennen, dass es sich wohl möglich um einen guten Einstiegszeitpunkt zum Kaufen handeln könnte. Demzufolge war beispielsweise das KBV seit 2011 nicht mehr so gering, wie es 2018 den Fall eingenommen hat. Infolgedessen ist der Buchwert von Continental 2018 wesentlich weniger überbewertet gewesen, woraus sich eine durchaus interessante Kaufmöglichkeit herauskristallisieren könnte. Gleichwohl sollte beachtet werden, dass es sich dabei um die Zahlen von 2018 handelt, weshalb sich das Ganze zum jetzigen Zeitpunkt bereits wieder stabilisiert haben könnte. Weiter unten im Beitrag wieder konkret auf das unmittelbare zukünftige Potenzial von Continental eingegangen und auf die Frage, ob man zu diesem Zeitpunkt über eine Investition bei diesem Unternehmen nachdenken sollte.

 

Rentabilität (Angaben in %)
2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
Umsatzrendite 2,21 4,07 5,75 5,77 6,88 6,95 6,91 6,78 6,52
Eigenkapitalrendite 9,83 17,38 21,48 21,34 22,26 21,33 19,64 18,86 16,23
Gesamtkapitalrendite 2,36 4,77 6,89 7,17 7,85 8,31 7,75 7,97 7,16

Bei den verschiedenen Rentabilitäten des Unternehmens lässt sich im Grunde ein recht ähnliches Bild wie zuvor bei der Bilanz und GuV sehen. Allerdings sehen wir hier, dass bereits seit 2015 eine sinkende Rentabilität zu beobachten ist, was sich bis zum Jahre 2018 durchgezogen hat. Demzufolge würde sich allein anhand dieser vorgegebenen Rentabilitäten ein etwas pessimistischeres Bild abzeichnen, als es zuvor noch den Anschein angenommen hat. Schließlich konnte seit 2015 keine Umsatzrendite mehr erzielt werden, welche das vorgegebene Hoch von 6,95% überragen konnte. Bei der Eigenkapitalrendite sieht es ganz ähnlich aus.

Folglich kommt nun noch sehr viel mehr die Frage auf, ob die Continental AG auch in Zukunft noch profitabler agieren kann, oder ob bereits das Hoch der Gefühle erreicht worden ist und man sich nun bei einem etwas niedrigeren Wert einpendeln wird.

Zu beachten sei hierbei allerdings auch, dass eine Umsatzrendite nicht grenzenlos ansteigen kann. Es gibt lediglich den prozentualen Anteil des Gewinns am Umsatz an. Speziell bei produzierenden Unternehmen ist es leicht nachzuvollziehen, dass gewisse Strukturen schlichtweg nicht viel effizienter und vor allem kostensparender arbeiten können, während gleiche oder gar bessere Qualität garantiert werden kann. Lasse dich also nicht davon beirren, dass nun immer mit einer konstant wachsenden Umsatzrendite gerechnet werden muss, damit sich ein Unternehmen für eine Investition in Frage kommt. Viel mehr möchte man sehen, dass sich die Renditen bei einem gewissen Wert einpendeln und diese wohl möglich auch über Jahre hinweg halten. Das ist im besten Fall ein Zeichen dafür, dass das Unternehmen bereits sehr effizient arbeitet und wohl möglich trotz ansteigender Expansion und Konkurrenz gleiche positive Zahlen vorweisen kann. Letzten Endes muss das zu beobachtende Bild bei Continental nun also keine große Sorge auslösen. Wie bereits weiter oben erwähnt, sollte man nun schlichtweg verstärkt auf kommende Geschäftsberichte, um sehen zu können, ob das Ganze noch weiter sinkt oder einen Stillstand gefunden hat. Bei Ersterem sollte man dann vielleicht noch mit einer Investition warten.

 

Mitarbeiter
2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
Personal am Jahresende 148.228 163.788 169.639 177.762 189.168 207.899 220.137 235.473 243.226
Umsatz je Mitarbeiter 175.722 186.246 192.976 187.504 182.408 188.707 184.201 186.898 182.564
Gewinn je Mitarbeiter 3.886 7.584 11.103 10.818 12.557 13.119 12.731 12.675 11.912

Die Mitarbeiterzahlen des Unternehmens legen ein noch recht gesundes Bild offen. Folglich sehen wir, dass im Grunde jedes Jahr das Personal angestiegen ist, was vor allem auf Expansion der Firma hindeutet und auch notwendig ist, damit sich speziell produzierende Unternehmen am Markt fortgehend behaupten und ihre Position halten können.

Gleichwohl sehen wird ab 2015 beim Umsatz sowie Gewinn pro Mitarbeiter einen fortwährenden Einbruch, was im Grunde ein ähnliches Bild wie bei den eben betrachteten Rentabilitäten vorstellt. Hierbei sei dann natürlich auch zu beachten, dass bei steigendem Personal der Umsatz bzw. der Gewinn auch im Grunde gleichermaßen steigen müssen, damit sich das Ganze pro Mitarbeiter nicht großartig verändert. Hier sehen wir seit 2015 einen jeweiligen Rückgang je Mitarbeiter, was dann natürlich auch den Gedanken aufkommen lässt, ob Continental nicht vielleicht zu schnell wächst, was die sinkenden Umsatzrendite mit sich ziehen könnte. Folglich sind bereits so manche Unternehmen in Problematiken geraten, allein anhand der Tatsache, dass zu schnell zu aggressiv expandiert worden ist – es muss das passende Mittelmaß gefunden werden.

 

Dividende

Die Dividendenrendite der Continental AG fällt recht durchschnittlich aus. Zu beachten ist historisch betrachtet, die sehr hohe Rendite während der Finanzkrise 2008. Gleichwohl sehen wir, dass in den drei Jahren darauf gar keine Dividende gezahlt worden ist. Allerdings wird seit 2012 wiederum eine relativ stabile Dividendenrendite geboten. 2018 stellte sich nach unseren Betrachtungen als eine Art Krisenjahr bei Continental heraus in Hinsicht darauf, dass das Unternehmen sinkende Jahresüberschüsse und Co. zu verbuchen hatte. Folglich stellt es sich nicht als sonderlich besonders heraus, dass in diesem Jahr eine hohe Dividendenrendite geboten worden ist. Vermutlich ist nämlich auch der Aktienpreis in dieser Zeit stark gesunken, weshalb die vergleichsweise hohe Dividendenrendite die Anleger am Ball halten sollte. 2019 sieht das Ganze ähnlich aus bzw. mit 4,05% sogar noch höher als 2018. Demzufolge könnte man auch hier erwarten, dass der Aktienkurs weiter gesunken ist, oder zumindest nicht nachhaltig steigen konnte, woraufhin das Management auch 2019 wieder eine höhere Dividendenrendite bieten musste, damit nicht alle Anleger vom Boot springen würden. Ob der Kurs tatsächlich in den beiden Jahren gesunken ist, wird weiter unten mithilfe einer groben Erklärung des Chartbilds der Continental AG erklärt.

Letztendlich sollte man sich in normalen Jahren des Unternehmens auf eine Dividendenrendite von etwas weniger als 2,00% einstellen.

Datum Dividende Veränderung zum Vorjahr Rendite Währung
29.04.19 4,750 5,56% 4,05% EUR
30.04.18 4,500 5,88% 3,75% EUR
02.05.17 4,250 13,33% 1,88% EUR
02.05.16 3,750 15,38% 2,04% EUR
04.05.15 3,250 30,00% 1,44% EUR
28.04.14 2,500 11,11% 1,42% EUR
16.05.13 2,250 50,00% 1,41% EUR
30.04.12 1,500 0,00% 1,72% EUR
01.01.11 0,000 0,00% 0,00% EUR
01.01.10 0,000 0,00% 0,00% EUR
01.01.09 0,000 -100,00% 0,00% EUR
28.04.08 2,000 0,00% 7,25% EUR
25.04.07 2,000 100,00% 2,33% EUR

 

Dividendensicherheit & Potenzial der Zukunft von Continental

Im Folgenden werden vier Punkte näher beleuchtet, welche negative sowie positive Aspekte für das zukünftige Potenzial der Continental AG aufführen. Das Ganze muss nicht zwangsläufig deine Investitionsüberlegungen beeinflussen, soll aber in jedem Fall einen möglichst breiten Überblick vermitteln.

 

1. Derzeitiges Risiko der Automobilbranche

Das grundsätzliche Risiko der Automobilbranche, welches sich beim Dieselskandal seinen Anfang fand und nun auf das technologische Wettrennen der Elektrofahrzeuge übergeht, ist zwar für Continental kein Risiko, welches so stark ausfällt wie beispielsweise bei Volkswagen, aber dennoch bleibt es vorhanden. Folglich stellt die Continental AG einen Automobilzulieferer dar, welcher direkt davon abhängig ist, wie die Automobilkonzerne im Kundenkreis agieren und Aufträge an Continental verteilen. Sollte in dieser Hinsicht nun wohl möglich ein Risiko bestehen, da vielleicht nicht jeder Automobilhersteller rechtzeitig mit im Elektro-Geschehen ist, könnte das auch bei Continental für negative Auswirkungen sorgen.

Gleichwohl sollte dieser Punkt auch nicht allzu ernst betrachtet werden, da Continental im jeden Fall ein führender Hersteller für Reifen und Co. bleiben sollte. Trotz dessen sollte dieser Punkt nicht vergessen werden, da sich negative Umweltzustände der Automobilhersteller eben auch auf Zulieferer dieser – also unter anderem Continental – auswirken können.

 

2. Fundamentaldaten sehen vielversprechend aus

Die zuvor betrachteten Kennzahlen sehen wirklich nicht verkehrt aus. Folglich konnte 2018 ein recht starker Rückgang vor allem beim KBV und KGV beobachtet werden, doch sind niedrige Werte bei diesen Kennzahlen durchaus etwas, was ein Fundamentalanleger sehen möchte. Niemand möchte sich mit gutem Gewissen in ein Unternehmen einkaufen, welches vollkommen überbewertet ist und wo man im Grunde schon die Tage zählen kann, bis es zu einer wohl möglich größeren Korrektur kommen wird.

Bei Continental haben wir diese Korrektur nun bereits zumindest zu großen Stücken hinter uns. Natürlich muss hierbei noch nichts beendet sein, aber dennoch sorgt ein historisch niedriges KBV bei einem Unternehmen, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder Stabilisation erlangen wird, für einen unter Umständen interessanten Einstiegszeitpunkt.

Gerade bei derartigen Fundamentaldaten sollten Rückgange also nicht allzu schnell verteufelt werden. Viel mehr sollte das sich daraus resultierende Potenzial analysiert werden.

 

3. Dividendeneinschnitt ist wohl möglich zu erwarten

In Hinsicht darauf, dass 2018 und auch 2019 sich als eine Art von Krisenjahre für Continental herausgestellt haben, was vor allem anhand der extrem eingesackten Kurse zu sehen ist, stellt es sich nicht als verwunderlich heraus, dass in dieser Zeit mit höheren Dividendenrenditen gelockt worden ist. Allerdings stehen die Zeichen nicht allzu schlecht, dass sich das Unternehmen und allen voran der Aktienpreis in der nahen Zukunft (also vor allem 2020) wieder stabilisieren könnte. Im Falle dessen ist mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass sich das Management erneut für eine etwas niedrigere Dividende entscheiden wird. Das ist natürlich nicht schlecht, solange die Kurse nachhaltig steigen, aber für den typischen Dividendenjäger unter Umständen trotzdem zu beachten.

 

4. Rückgang bereits eingepreist – Chartbild vielversprechend

Mit Blick auf das Chartbild der Aktiengesellschaft lässt sich recht schnell erkennen, dass wir es 2018 sowie 2019 größtenteils mit einer gewaltigen Korrektur zu tun hatten, die den Marktwert des Unternehmens in relativ kurzer Zeit auf enorm ausgebremst hat. Diejenigen, die nun vielleicht gerade Ende 2017 ihre Anteile bei Continental gekauft haben und diese bis jetzt gehalten haben, wurden stückweise mit einem Rückgang von fast 60% konfrontiert – das ist zweifellos keine gute Nachricht. Folglich haben die schlecht ausgefallenen Zahlen, die wir zuvor bei der GuV, Bilanz und den anderen Werten gesehen haben, auch im Marktwert bzw. im Aktienpreis einen signifikanten Einfluss eingenommen.

Nichtsdestotrotz kann man mittlerweile sehen, dass die Korrekturbewegung bereits recht fortgeschritten ist. Gleichzeitig wurde der vorangegangene Impuls, welcher etwa 2009 startete und dann Ende 2017 sein Ende fand, mittlerweile um recht genau 61,80% korrigiert. Diese 61,80% stellen eine bekannte Marke dar, welche von vielerlei Korrekturbewegungen erreicht werden. Ab dem Zeitpunkt des Erreichens dieser Marke während des Augusts stieg der Kurs auch wieder und befindet sich derzeit in einem potenziellen kleineren Aufwärtstrend.

Zu diesem Zeitpunkt kann noch nicht mit ausreichender Sicherheit behauptet werden, dass diese lange Korrektur, welche wir vor allem 2018 gesehen haben, beendet ist. Gleichwohl lässt sich sagen, dass die meisten Niedergänge und pessimistischen Sichtweisen der Anleger erfolgreich eingepreist worden sind und das Unternehmen nun generell sehr viel weniger überwertet ist.

Mithilfe des Chartbilds lässt sich also recht eindrucksvoll erkennen, dass wir uns derzeitig in einem potenziellen Wendepunkt befinden, der zumindest für die nächsten Monate einen Aufwärtstrend nach sich ziehen könnte in Hinsicht darauf, dass im Grunde alles eingepreist worden ist und eine größere Marke (die 61,80%) als Kursboden fungiert.

Inwieweit sich diese Korrektur vielleicht langfristig noch weiter entwickeln kann, lässt sich derzeit leider auch noch nicht wirklich einschätzen. Im Worst-Case haben wir es mit einer recht langwierigen Korrektur zu tun, vor der man sich in Acht nehmen sollte. Nichtsdestotrotz stehen die Zeichen nicht schlecht, dass in den kommenden Monaten die Kurse erst einmal wieder Stabilisation finden sollten.

 

Analystenmeinungen

Die Analystenmeinungen stellen in den meisten Fällen kurzfristige Einschätzungen professioneller Analysten dar, auf welche man sich nicht blind verlassen sollte, welche jedoch vorab angestellte Überlegungen wohl möglich unterstützen können.

Die konkreten Signale kannst du unter anderen bei der unten angegebenen Quelle von Finanzen.net einsehen. Für diesen Beitrag habe ich einige Signale der Analysten umbenannt, um in Endeffekt für einen besseren Überblick und ein einfacheres Verständnis zu sorgen, da viele Analysten ihre eigenen Signale nutzen, welche sich namentlich unterscheiden, aber im Großen und Ganzen ähnliche Bedeutungen mit sich tragen. Die Farben zeigen dir allen voran, ob es sich um ein positives, neutrales oder um ein negatives Signal handelt.

Analyse bereitgestellt von: Signal Datum
RBC Capital Markets hold 02.12.19
Bernstein Research buy 29.11.19
Warburg Research buy 25.11.19
UBS AG hold 19.11.19
Deutsche Bank AG hold 13.11.19
Independent Research GmbH hold 13.11.19

Im Falle der Analysen für die Continental AG lässt sich im Groben erkennen, dass die Richtung eher Richtung neutral bis positiv geht. Verglichen mit der von mir angestellten Interpretationen und Deutungen im Vorfeld gehen die professionellen Meinungen also in etwa einher mit dem, was ich versucht habe dir deutlich zu machen.

Folglich befinden wir uns derzeit in einem sehr interessanten Zeitpunkt, der durchaus Potenzial für gewinnbringende Anlagen besitzen dürfte. Trotz dessen existieren auch noch einige Unsicherheiten, vor denen man sich in Acht nehmen sollte – so in etwa sehen das auch die oben angegebenen Analysten.

 

Fazit

Letzten Endes lässt sich bei der Continental AG ein wirklich interessantes Bild entdecken. Das Unternehmen selbst konnte über viele Jahre hinweg solide Zahlen und ein gesundes Wachstum vorweisen. Gleichzeitig stellte sich 2018 als ein schwächelndes Geschäftsjahr heraus, was ebenfalls 2019 anhand des Chartbilds noch kein Ende gefunden hat. Allerdings sind bis jetzt die allermeisten Niedergänge eingepreist worden, was die vorige Überbewertung des Unternehmens zunichte gemacht hat. Infolgedessen könnten aktive Anleger nun weiterhin die Augen offen halten und auf die kommenden Berichte warten, um sich mithilfe dessen ein Bild davon zu machen, ob sich das Unternehmen in nächster Zeit wieder richtig stabilisieren kann, auch wenn das Risiko der Automobilbranche mitschwingt. Letzten Endes befindet sich der Aktienpreis des Unternehmens derzeit in einer Position, in der man diesen sehen möchte, um sich einzukaufen. Es liegt also im Endeffekt beim Anleger selbst, wie viel Risiko dieser bereit ist einzugehen, oder ob noch gewartet werden soll auf kommende Geschäftsberichte und Neuigkeiten, um die Entscheidung davon abhängig zu machen.

 

Hinweis: Die hier genannten Zahlen und Daten sind nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert. Dennoch kann für die Richtigkeit keine Garantie gegeben werden. Der Artikel, sowie andere Artikel in diesem Blog, stellen keine Anlageempfehlung oder eine Empfehlung zum Kauf- Verkauf da. Sie spiegeln ausschließlich eine persönliche Meinung wieder.

Quellen:

finanzen.net/aktien/continental-aktie
boerse.de/aktien/Continental-Aktie/DE0005439004
seekingalpha.com
wikipedia.org/wiki/Continental_AG