Der Beitrag beschäftigt sich mit der Dividende von British American Tobacco hinsichtlich ihres Geschäftsmodelles und Geschäftszahlen nach einem interessanten Video von D wie Dividende.

British American Tobacco – Unternehmensvorstellung:

British American Tobacco ist einer der größten Tabakhersteller weltweit. Gegründet wurde das Unternehmen bereits 1902 und hat somit auch eine sehr lange Unternehmensgeschichte vorzuweisen. Im Sortiment von BAT gibt es über 200 Zigarettenmarken, wie Dunhill, Lucky Strike, Galouise und Pall Mall. Aber auch Zigarren, Pfeifentabak, Drehtabak und Schnupftabak gehören zum Sortiment des Unternehmens.

Das sich British American Tobacco zu einem der größten internationalen Tabakherstellern zählen darf ist seit der Übernahme von Reynolds American der Fall. Mit dem Zusammenschluss dieser zwei großen Konzerne ist BAT neben Herstellern wie Altria, Philip Morris und Imperial Brands zur Weltspitze aufgestiegen.

Zudem zeigt das Unternehmen einen guten Track Record auf und zählt zu den Unternehmen auf welches keine Quellensteuer gezahlt werden muss.

British American Tobacco hat die Zeichen der Zeit erkannt und ist durch Übernahmen auf den Markt der E- Zigaretten vorgedrungen, um einem abnehmenden Tabakkonsum in den Industrieländern vorzubeugen. So ist das Unternehmen zu einem Vorreiter im Bereich der Alternativen Produkte geworden und hat eine große Anzahl an E- Zigaretten und Vaporizern im Sortiment. Dies soll BAT langfristig vor rückläufigen Raucherzahlen schützen und das Geschäft zukunftsträchtig halten.

Natürlich besteht auch in diesem Segment ein Risiko. Noch ist die Industrie und Forschung in dieser Hinsicht relativ jung und es kann jederzeit in der Zukunft passieren, dass die Forschung gefahren von E- Zigaretten vorlegt.

Andererseits muss man allerdings sagen, dass die Zahl der Raucher global prozentual zwar etwas rückläufig ist, in absoluten Zahlen allerdings noch immer ansteigt. Besonders in Industrieländern sind die Zahlen, vor allem auch durch Aufklärung und gesetzliche Regelungen, rückläufig. Deshalb will man hier durch die alternativen Produkte vorsorgen. In Schwellenländern sieht es allerdings schon wieder ganz anders aus. Hier steigen die Raucherzahlen kontinuierlich. Auch von staatlicher Seite wird in diesen Ländern wenig gegen rauchen getan und die Tabakindustrie kann hier florieren. Mit einer steigenden Weltbevölkerung, besonders in den Schwellenländern und dazu steigendem Einkommen sind auch die Verkaufszahlen der Tabakhersteller konstant steigend.

Allgemein ist die Tabakproduktion ein sehr lukratives Geschäft. Das Produkt an sich ist sehr günstig in der Herstellung und die Gewinnmargen somit überzeugend. Auch ist der Investitionsbedarf relativ gering, da es außer einmal einer neuen Verpackung oder einen leicht veränderten Filter keinerlei Forschung und Investition bedarf. Die Produkte sind überall leicht vertreibbar und Kunden haben eine gewisse Markentreue. Auch die Preisempfindlichkeit ist relativ gering. Durch psychische und physische Abhängigkeit reagieren Raucher nur sehr wenig auf Preiserhöhungen. Was für die Konzerne sehr großen Spielraum lässt.

Zudem ist das Geschäftsmodell der Tabakhersteller wie BAT sehr unzyklisch, da auch in Konjunktur schwachen Phasen weiter geraucht wird. Mit den wenigen großen Konzernen am Markt herrscht hier ein typisches Oligopol, wodurch der Preisdruck relativ gering ist. Die Risiken der Tabakindustrie sind also eher politischer Natur, aber auch hier muss man sagen das sich die Unternehmen relativ sicher wähnen können. Der Zigarettenpreis gestaltet sich überwiegend aus Steuern, was für die Staaten eine wichtige Einnahmequelle ist. Es ist also unwahrscheinlich das es zu Verboten kommt. Die Gegenbewegung ist in diesem Bereich auch nur sehr langsam und partiell.

Die Marktkapitalisierung von British American Tobacco beträgt derzeit 90 Milliarden US Dollar

 

Die Dividende:

Die derzeitige Dividendenrendite von British American Tobacco liegt bei 7 %. Bei einer Ausschüttungsquote von 70 % hat das Unternehmen auch noch Möglichkeiten die Dividende in Zukunft anzuhaben oder im Falle von unerwarteten Geschäftseinbußen diese abzufedern ohne die Dividende kürzen zu müssen.

Die aktuell hohe Rendite von 7% kommt auch durch eine derzeitig niedrige Bewertung des Tabakkonzerns. Dieses hat unter anderem mit der Übernahme von Reynolds zu tun und eine entsprechende Verschuldung durch diese Investition.

Seit 2001 zahlt BAT kontinuierlich eine Dividende. Damals noch halbjährlich und mittlerweile Quartalsweise. Generell hat BAT eine sehr gute Dividendenhistorie mit regelmäßigen Anhebungen. Dieser ist immer zumindest in Höhe der durchschnittlichen Inflation. Es ist anzunehmen, dass BAT langfristig ein neuer Dividendenaristokrat wird.

Dadurch das die Dividenden in britischen Pfund gezahlt wird ist eine gute Währungsdiversifikation für das Einkommensinvestor Portfolio geboten.

Wie auch die anderen großen Tabakkonzerte hat auch British American Tobacco ein relativ hohen Burggraben, welcher dem Vertriebsnetz und der Markentreue der Kunden zu verdanken ist.

Die Umsatzzusammensetzung ist sehr gut über alle Kontinente und Regionen der Welt verteilt, mit etwa gleichen Anteilen in jedem Kontinent. Eine leichte Übergewichtung besteht zwar in den USA, aber bei ansonsten sehr gleichmäßiger Verteilung ist dies fast zu vernachlässigen. In Zukunft plant das Management einen Ausbau in Afrika, da hier ein hoher potenzieller Markt gesehen wird und die Regularien noch sehr gering sind.

 

Der Aktienkurs:

Der Chart des Tabakkonzerns zeigt eine langfristig gute Entwicklung auf. Zuletzt ist der Kurs etwas unter Druck geraten, da in den USA regulatorische Einschränkungen drohen. Aber dies wird eher ein Prozess über mehrere Jahre werden und nicht umgehend umgesetzt. BAT sollte somit genüghend Zeit haben seine Marktmacht in den Emerging Markets auszubauen, um diesem entgegenzuwirken.

 

Fazit und Gewichtung:

Eine Gewichtung von bis zu 3 % sollte ein angemessener Wert im Depot eines Einkommensinvestors darstellen. Es handelt sich bei BAT um ein qualitativ hochwertiges Unternehmen mit einem derzeit guten Kaufpreis und einem langfristig soliden Geschäftsmodell.

Da Großbritannien keine Quellensteuer einbehält, kann die Aktie auch Steueraspekten ein interessantes Investment sein.