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Tiefpunkt erreicht – jetzt günstig einkaufen bei Bayer?

 

Name Bayer AG
Unternehmenssitz Leverkusen (Deutschland)
WKN BAY001
ISIN DE000BAY0017
Kurs 68,62 EUR
Dividendenrendite 4,07%
Letzte Dividende 2,800 EUR
Auszahlung Jährlich
KGV 33,60
Eigenkapitalquote 36,41%
Fremdkapitalquote 63,59%
Datum 24.11.2019

 

Das Unternehmen

Die Bayer AG wurde bereits 1863 gegründet und gehört bereits seit Längerem zu den größten Unternehmen Deutschlands. Mit dem Schwerpunkt auf chemischen sowie pharmazeutischen Industrieprodukten konnte sich der Konzern bereits über viele Jahre hinweg einen Namen machen.

Bekannt ist Bayer des Weiteren durch das dazugehörigen Tocherunternehmen Bayer 04 Leverkusen, welches im professionellen Fußball zu finden ist. Abgesehen davon wurde der Konzern in der unmittelbaren Vergangenheit durch die Übernahme von Monsanto bekannt, woran das Image des Unternehmens sehr gelitten hat.

 

Geschäftsmodell

Die Bayer AG teilt ihr operatives Geschäft in drei Divisionen, zu denen „Pharmaceutics“, „Consumer Health“ sowie „Crop Science“ gehören. Abgesehen von diesen großen Divisionen existiert ebenfalls die Geschäftseinheit Animal Health sowie die Corporate Functions und die Bayer Business Services. Die beiden letzten genannten Bereiche dienen dabei der Unterstützung des Geschäfts von Bayer. „Engineering and Technology“ ist zusätzlich ein Bereich, der allerdings direkt in die Bayer AG eingegliedert worden ist.

Im Folgenden werden einmal die drei großen Divisionen kurz näher erklärt:

  1. Pharmaceuticals – Diese Divison ist vor allem zuständig für Entwicklung, Erforschung sowie für Produktion und den Vertrieb von verschreibungspflichtigen Produkten. Das Ganze spielt sich dabei vor allem auf den Gebieten der Kardiologie und der Frauengesundheit ab. Doch ebenfalls speziellere Bereiche wie die Onkologie, Hämatologie oder die Ophthalmologie gehören mit in das Tätigkeitsfeld dieser Division.  Zu der Division gehört im Übrigen auch die Geschäftseinheit Radiologie mit Medizingeräten.
  2. Consumer Health – Ähnlich wie bei den Pharmaceuticals kümmert sich diese Division ebenfalls um die Entwicklung, Erforschung, die Produktion und den Vertrieb von Produkten, wobei diese verschreibungsfrei sind. Das Ganze spielt sich in den Kategorien der Dermatologie, Nahrungsergänzung, Magen-Darm-Erkrankungen, Allergien, Erkältung, Fußpflege, Sonnenschutz und Herz-Kreislauf-Risikovorbeugung ab. Die Produkte gehören dabei zu bekannten Marken, welche beispielsweise auf „Claritin“ oder auch „Aspirin“ hören und vielen Leuten ein Begriff sein sollten.
  3. Crop Science – Bei dieser Division geht es allen voran um den Pflanzenschutz, wobei sich das auf den Gebiten Saatgut, Pflanzenschutz generell und Schädlingsbekämpfung in sowie außerhalb der Landwirtschaft abspielt.

Neben diesen Hauptdivisionen gehören noch andere divisionslose Geschäftseinheiten zur Bayer AG, welche oben bereits kurz erwähnt worden sind.

 

Aktionärsstruktur

Im Folgenden sind die größten Anteilseigner des Unternehmens zu sehen (Top 5):

Inhaber Anteil in %
Temasek Holdings Pte Ltd. (Investment Management) 3,71
Harris Associates LP 3,07
Norges Bank Investment Management 3,06
The Vanguard Group, Inc. 2,78
Dodge & Cox 2,38

Mit einem Freefloat von 100,00% sowie der oben angezeigten Aktionärsstruktur fällt die Bayer AG nicht wirklich aus den Strängen. Demzufolge macht alles einen gewöhnlichen Eindruck. Lobenswert ist allenfalls der Freefloat, welcher aufdeutet, welcher Anteil an Aktien frei gehandelt wird an den Börsen und sich demzufolge nicht in fester Hand befinden. Der Freefloat ist demzufolge eine weitaus bessere Angabe zur Ermittlung der Handelbarkeit einer Unternehmensaktie als die allseits bekannte Marktkapitalisierung.

 

Unternehmenskennzahlen

Im Folgenden werden einige Werte und Kennzahlen von Bayer näher unter die Lupe genommen und bereits stückweise interpretiert. Betont werden sollte, dass es sich dabei um persönlich herausgesuchte Werte handelt und nicht alle Zahlen behandelt werden. Natürlich ist es jedem selbst überlassen, sich auch anhand nicht genannter Zahlen ein Überblick über das Unternehmen zu verschaffen.

 

Gewinn und Verlust (in Mio. EUR)
2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
Umsatzerlöse 35.088 36.528 39.760 40.157 42.239 46.324 46.769 35.015 39.586
Bruttoergebnis 17.985 18.553 20.701 20.810 21.973 25.166 26.474 23.633 22.576
Operatives Ergebnis (EBIT) 2.730 4.149 3.960 4.934 5.506 6.250 7.042 5.903 3.914
Ergebnis vor Steuer (EBT) 1.721 3.363 3.248 4.207 4.525 5.245 5.887 4.577 2.318
Jahresüberschuss 1.301 2.470 2.446 3.189 3.426 4.110 4.531 7.336 1.695
Dividendenausschüttung 1.240 1.364 1.571 1.737 1.861 2.067 2.233 2.402 2.611

Die GuV des Unternehmens zeigt besonders von 2016 bis 2018 deutliche negative Spuren, was unter anderem auf die Übernahme von Monsanto zurückzuführen sein könnte. Nichtsdestotrotz fällt besonders der Abgang von 2016 zu 2017 bei den Umsatzerlösen besonders stark ins Gewicht, was wohl möglich auch an schlechten Managementenscheidungen gelegen haben könnte. Sicher ist in jedem Fall, dass in den nahen Vergangenheit der Stand von vor rund 10 Jahren wieder eingeholt worden ist, was ganz bestimmt nicht auf die gesunde Entwicklung eines Unternehmens vermuten lässt.

 

Bilanz (in Mio. EUR)
2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
Umlaufvermögen 18.318 20.068 18.986 19.028 22.227 23.821 30.447 30.073 30.933
Anlagevermögen 32.014 31.386 30.769 30.693 45.026 45.417 45.441 40.099 91.074
Summe Aktiva 51.506 52.765 51.336 51.317 70.234 73.917 82.238 75.087 126.285
Kurzfristige Verbindlichkeiten 10.835 13.390 13.099 14.023 15.503 16.980 18.537 13.593 22.823
Langfristige Verbindlichkeiten 21.775 20.104 19.668 16.490 34.513 31.492 31.804 24.633 57.314
Gesamtverbindlichkeiten 32.610 33.494 32.767 30.513 50.016 48.472 50.341 38.226 80.137
Eigenkapital 18.833 19.212 18.469 20.718 20.106 24.265 30.333 36.801 45.977
Summe Passiva 51.506 52.765 51.336 51.317 70.234 73.917 82.238 75.087 126.285
Eigenkapitalquote 36,56% 36,41% 35,98% 40,37% 28,63% 32,83% 36,88% 49,01% 36,41%
Fremdkapitalquote 63,44% 63,59% 64,02% 59,63% 71,37% 67,17% 63,12% 50,99% 63,59%

Bei der Bilanz fällt vor allem das stark gestiegene Anlagevermögen von 2018 auf, was wiederum vor allem an der Monsanto-Übernahme liegen sollte.

Des Weiteren wurden sehr viel mehr Schulden auf einmal aufgenommen, als es ansonsten üblich gewesen ist in der Vergangenheit des Unternehmens. Die Fremdkapitalquote ist dementsprechend gestiegen. Auch dies lässt vermuten, dass sich das Unternehmen in einer Krise befindet und/oder Umstrukturierungen vornimmt bzw. stark in die Zukunft des Unternehmens investiert.

 

Kennzahlen (Angaben in EUR)
2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
Gewinn je Aktie (unverwässert) 1,57 2,99 2,96 3,86 4,14 4,97 5,44 8,41 1,80
Gewinn je Aktie (verwässert) 1,57 2,99 2,96 3,86 4,14 4,97 5,44 8,41 1,80
Umsatz je Aktie 42,43 44,17 48,08 48,56 51,08 56,02 56,56 42,34 42,45
Buchwert je Aktie 22,78 23,23 22,33 25,05 24,31 29,34 36,68 44,50 49,30
Dividende je Aktie 1,50 1,65 1,90 2,10 2,25 2,50 2,70 2,80 2,80
KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) 35,20 16,50 24,30 26,40 27,30 23,30 18,20 12,40 33,60
KBV (Kurs-Buchwert-Verhältnis) 2,43 2,13 3,22 4,07 4,65 3,95 2,70 2,34 1,23
KUV (Kurs-Umsatz-Verhältnis) 1,30 1,12 1,50 2,10 2,21 2,07 1,75 2,46 1,43

Bei den Kennzahlen ist im Grunde ein ähnliches Bild zu beobachten, wobei hier zum ersten Mal beispielsweise am KBV deutlich wird, dass 2018 eine Aktie bei der Bayer AG vergleichsweise sehr günstig war. Derartige Krisen können durchaus ein sehr guter Einstiegszeitpunkt sein, um ein Investment zu tätigen – so eine Entscheidung sollte allerdings nicht allein auf dem KBV beruhen.

 

Rentabilität (Angaben in %)
2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
Umsatzrendite 3,71 6,76 6,15 7,94 8,11 8,87 9,69 20,95 4,28
Eigenkapitalrendite 6,91 12,86 13,24 15,39 17,04 16,94 14,94 19,93 3,69
Gesamtkapitalrendite 2,53 4,68 4,76 6,21 4,88 5,56 5,51 9,77 1,34

Bei der Rentabilität fällt das bereits beobachtete Bild der GuV und der Bilanz noch einmal deutlich auf. Die Umsatzrendite ist von 2017 zu 2018 um rund 15% gesunken. Bei der Gesamtkapitalrendite ist ein Rückgang von etwa 8% zu entdecken.

 

Mitarbeiter
2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
Personal am Jahresende 111.400 111.800 110.000 112.366 118.888 116.800 115.200 99.820 116.998
Umsatz je Mitarbeiter 314.973 326.726 359.819 351.069 355.284 396.610 405.981 350.781 338.348
Gewinn je Mitarbeiter 11.679 22.093 22.236 28.380 28.817 35.188 39.332 73.492 14.487

Die Mitarbeiteranzahl ist 2018 stark gestiegen, was wiederum auf die Übernahme von Monsanto deuten lässt. Dagegen ist der Umsatz und vor allem der Gewinn pro Mitarbeiter um ein Vielfaches gesunken, was allerdings nur das erneut bestätigt, was bereits im Vorhinein angesprochen worden ist.

 

Dividende

Mit Blick auf die Dividenden fällt wenig überraschend auf, dass sich 2018 und 2019 eine recht hohe Dividendenrendite eingeordnet hat, um den entstandenden Schäden im Kursverlauf des Unternehmens entgegenzuwirken. Demzufolge reagieren viele Unternehmen mit einer Steigung der Dividendenrendite, während der Marktwert des Unternehmens fällt, um auf diese Weise, noch möglichst viele Anleger anzusprechen.

Demnach zeigt die Historie der Dividende der Bayer AG, dass in den guten und erfolgreichen Wachstumsjahren mit einer Dividende rundum die 2,00%-Marke zu rechnen war und somit im Normalfall gerade so der Inflation entgegenwirkt. Das ist erst einmal nicht schlecht, allerdings auch kein Dividendenhit, wenn das Ganze einmal mit so manch anderer AG verglichen wird.

In jedem Fall sollte man sich als noch nicht investierter Anleger nicht von den letzten Dividendenrenditen blenden lassen, welche derartig hoch erscheinen. Das Unternehmen befindet sich noch immer in einer Krise, weshalb sich das Ganze schnell ändern kann, sobald die Bayer AG wieder etwas an Marktwert gewinnen kann – das ist natürlich auch super als Anleger, wirkt sich aber tendenziell negativ auf die Dividendenrendite aus.

Datum Dividende Veränderung zum Vorjahr Rendite Währung
29.04.19 2,800 0,00% 4,07% EUR
28.05.18 2,800 3,70% 4,61% EUR
02.05.17 2,700 8,00% 2,60% EUR
02.05.16 2,500 11,11% 2,53% EUR
28.05.15 2,250 7,14% 1,94% EUR
30.04.14 2,100 10,53% 1,85% EUR
29.04.13 1,900 15,15% 1,86% EUR
30.04.12 1,650 10,00% 2,30% EUR
02.05.11 1,500 7,14% 3,05% EUR
03.05.10 1,400 0,00% 2,54% EUR
13.05.09 1,400 3,70% 2,49% EUR
28.04.08 1,350 35,00% 3,26% EUR
30.04.07 1,000 5,26% 1,60% EUR

 

Dividendensicherheit & Potenzial des Kursverlaufs

In Hinblick darauf, dass es letzten Endes vor allem darauf ankommt, was in der Zukunft an Dividendenrenditen auf uns zukommen könnten bei Bayer und mit welchen Kursverläufen zu rechnen sind, werden im Folgenden ein paar Punkte genannt, die sich diesen beiden Fragen widmen.

 

1. Hoffnung auf Besserung nach Monsanto-Dilemma?

Übernahmen jeglicher Art bieten in den meisten Fällen große Chance in Hinsicht darauf, dass neue Märkte erschlossen werden können und andere hilfreiche Effekte eintreten können. Doch auch die Risiken dürfen dabei nie vergessen werden, auch wenn Übernahmen als solche oftmals vom Laien mehr als Chance wahrgenommen werden, als dass die Risiken dabei beleuchtet werden.

Bei Bayer hat sich demzufolge genau das ergeben, was sich weder das Management noch ein Anleger des Unternehmens gewünscht hat – eine gescheiterte Übernahme in Kombination mit jeder Menge schlechter PR und darüber hinaus auch Strafzahlungen in Folge von verlorenen Prozessen.

Alles in allem lässt sich die Übernahme von Monsanto als wahrer Worst-Case definieren und zeigt mehr als deutlich auf, dass Übernahme nicht immer mit Erfolg gekrönnt sein müssen und gar genau in die entgegengesetzte Richtung schießen können.

In Bezug auf die konkrete Dividendensicherheit bzw. die Zukunft des Unternehmens lässt sich dazu sagen, dass Bayer noch immer in einer gewissen Krise steckt und wohl 2019 keine Rekordzahlen aufstellen wird.

Tatsache ist viel mehr, dass sich das Unternehmen auch jetzt noch in zahlreichen Prozessen zu behaupten hat und das Image noch weitentfernt davon ist, sich wieder zu stabilisieren.

Glücklicherweise handelt es sich bei Bayer um einen recht großen Konzern, der durchaus seine Schäden genommen hat und noch nehmen wird aufgrund dieser ganzen Geschichte, was unter anderem auch an den Zahlen und Kursveränderungen der Vergangenheit zu sehen war. Nichtsdestotrotz wird es mit großer Wahrscheinlichkeit nicht dazu führen, dass nun die nächsten 5 bis 10 Jahre Stillstand herrschen muss. Viel mehr sollte das Ganze als Chance zum Einstieg genutzt werden. Nicht zuletzt erhöhen Unternehmen gerade in solchen Krisenjahren ihre Dividendenrendite, solange sie ein gewisses Kapitalpolster besitzen, um auf diese Weise attraktiv zu bleiben für die Anleger.

So kann an dieser Stelle zwar nicht eindeutig geraten werden, in Bayer zu investieren, um sich am Kursverlauf der nächsten Zeit zu erfreuen, doch kann zumindest bei schlechten Zahlen damit gerechnet werden, dass zumindest eine gewisse Dividendenrendite ausgezahlt wird, die sich wiederum gut sehen lassen kann. In Hinsicht darauf, dass die Kurse im Mai diesen Jahres ihr historisches Tief erreicht haben, welches (vermutlich) auch nicht allzu schnell unterboten werden sollte, könnte sich ein Investment in Bayer derzeit also als durchaus günstig herausstellen.

 

2. Charttechnisch historisches Tief erreicht

Im Mai bis Juni 2019 wurde ein historisches Tief bei Bayer mit etwa 52,40 € pro Aktie erreicht. Das sorgt natürlich erst einmal für einen Schreck, wenn bedacht wird, dass seid April 2015 bis zu eben diesem Tief etwa 64% des Marktwerts von Bayer vernichtet worden waren. Die Anleger, die in der gesamten Zeit mit Teil von Bayer waren, werden sich zurecht gefragt haben, wann diese Horrorshow endlich enden mag. Tatsächlich scheint in diesem Jahr das Ende des Abwärtstrends erreicht worden zu sein, wenn davon ausgegangen wird, dass der gesamte Kursverlauf der letzten 3 bis 4 Jahren als eine Korrektur betrachtet wird, was durchaus legitim wäre. Wäre dies der Fall, könnte es von nun an wieder gesund gen Norden gehen, vor allem wenn die Gap im 3. Quartal von 2018 mit beobachtet wird. Folglich werden Gaps normalerweise immer irgendwann geschlossen.

Diejenigen, die die Abwärtsbewegung jedoch als eine Art eigenständigen Impuls ansehen, dürften zwar zum jetzigen Zeitpunkt und vermutlich auch noch bis weit ins nächste Jahr hinein von einer Aufwärtsbewegung der Kurse ausgehen, erwarten dann jedoch einen weiteren Rücksetzer, welcher gar ein neues historisches Tief setzen könnte.

Egal welche der beiden Ansichtsweisen nun näher betrachtet wird, kurzfristig dürften die Kurse zumindest wieder steigen, solange keine kolossalen Negativnachrichten in der näheren Zeit bekannt gemacht werden.

Sicher ist in jedem Fall, dass wir uns bei Bayer noch immer in einer ernstzunehmenden Situation befinden und die Dividendenrendite während dieser Krisenzeit vermutlich nicht allzu sehr sinken dürfte. Gleichwohl besteht das Risiko, dass etwaige Nachrichten bezüglich weiterer verlorener Prozesse auftreten könnten, die die eben interpretierte zukünftige Kursverlaufssituation wieder zunichte machen könnten.

Wer demnach nicht zu schnell nervös wird bei riskanteren Investitionen, könnte bei Bayer jetzt gerade sehr gut aufgehoben sein und vielleicht mit einem kurzfristigen Investment eine gewisse Rendite einfahren. Diejenigen, die sich eher mittel- bis langfristig positionieren möchten, sollte dagegen vermehrt Vorsicht walten lassen und das Geschehen bei Bayer ganz genau unter die Lupe nehmen, um nicht ebenfalls von einer Abwärtswelle erwischt zu werden.

Letztendlich sind die Anteile von Bayer derzeit sehr günstig zu haben. In Hinsicht darauf, dass es sich hierbei noch immer um einen sehr großen und umsatzstarken Konzern handelt, wird sich diese Krise auch nicht über die nächsten 10 Jahre strecken und das Geschäft vollkommen zerstören. Nichtsdestotrotz sollte man als Anleger bei Bayer besonders die Augen offenhalten und im Ernstfall richtig reagieren, falls sich herausstellt, dass sich das Ganze doch noch über eine längere Zeit strecken könnten. Im Zweifelsfall sollte man lieber das Risiko meiden und sich ein anderes Unternehmen raussuchen, bei dem man unter Umständen weniger Zeit und Nerven investieren muss, damit man am Ende des Tages eine wünschenswerte Rendite erzielen kann.

 

3. Grobe Fehler beim Management?

Natürlich lassen sich die Ergebnisse des Bayer-Konzerns der nahen Vergangenheiten vermehrt auf die verschätzte Übernahme von Monsanto zurückführen. Nichtsdestotrotz sollte ebenfalls beachtet werden, dass der derzeitige CEO von Bayer 2016 das Ruder übernommen hatte, was bis jetzt nicht wirklich für eine Besserung gesorgt hat.

Demzufolge stellt sich natürlich die Frage, ob wohl möglicher auch fahrlässige Managemententscheidung dazu beigetragen haben, dass Bayer dasteht, wo es heutzutage zu finden ist. Dies kann zwar nur bedingt behandelt werden in Hinsicht darauf, dass es nicht möglich ist, so weit hinter die Kulissen zu schauen, doch sei beispielsweise betont, dass seit 2016 die Umsatzerlöse um ein Vielfaches nachgelassen haben, sogar in etwa den Stand von vor 10 Jahren erreicht hatten, oder dass das Anlagevermögen 2018 mehr als verdoppelt worden ist im Vergleich zum Vorjahr. Letzteres lässt sich stückweise auf Monsanto zurückführen, sorgt jedoch dennoch für etwas Verwirrung. Darüber hinaus wurden 2018 eine große Summe an Schulden aufgenommen, was in diesen Ausmaßen noch nie zuvor bei Bayer zu sehen war in der Vergangenheit. Die Fremdkapitalquote ist demzufolge im letzten Jahr fast um 13% gestiegen.

Schlussendlich lassen viele Punkte bei Bayer Platz zum Schmunzeln und Nachdenken. Deutlich wird auf jeden Fall, dass das Management seit 2016 sehr tiefgreifende und große Entscheidungen getroffen hat, die sich mitunter weit von der zuvor praktizierten Handlungsweise des Unternehmens unterscheiden und sich eben auch nicht positiv auf das Geschehen sowie die Kurse von Bayer auswirken müssen bzw. bis jetzt auch in keinster Weise getan haben.

 

Analystenmeinungen

Bei den professionellen Analystenmeinungen lässt sich ein etwas positiveres Bild ablesen, als es gerade nach den eigens angestellten Interpretationen über die Zukunft von Bayer den Fall eingenommen hat.

Analyse bereitgestellt von: Signal Datum
UBS AG buy 19.11.19
Goldman Sachs Group Inc. buy 18.11.19
JP Morgan Chase & Co. hold 18.11.19
Morgan Stanley buy 12.11.19
Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG (Berenberg Bank) hold 01.11.19
DZ BANK hold 31.10.19

Zu betonen sei an dieser Stelle, dass in diesem Beitrag versucht wird, möglichst viele Interpretationsansätze bereitzustellen, welche im Endeffekt dazu dienen, dass sich interessierte oder gar potenzielle Anleger ein näheres Bild über die Situation machen können. Worauf sich der jeweilige Leser im Endeffekt vor allem fokussiert und gegebenfalls noch eigenen Recherchen anstellt, ist dabei schlussendlich jedem selbst überlassen.

Persönlich vertrete ich allerdings ebenfalls eher das Bild, welches die oben aufgeführte Tabelle der Analystenmeinungen offenlegt. Folglich sehe ich vor allem mit Blick auf die technische Chartanalyse größere Chancen bei Bayer, welche sich derzeit allen voran kurzfristig gebildet haben. Beachtet werden sollte deshalb auch, dass ebenfalls die angestellten Analystenmeinungen oftmals kurzfristige Analysen sein können, welche beispielsweise bereits innerhalb des nächsten Monats revidiert bzw. überarbeitet werden und beispielsweise von „buy“ zu „hold“ wechseln können. Aufgrund dessen sollten besonders mittel- bis langfristige Entscheidungen nicht von derartigen professionellen Meinungen abhängig gemacht werden. Oftmals soll so nur ein konkreter Überblick über die derzeitige Chancensituation geboten werden.

 

Fazit

Schlussendlich lässt sich Bayer derzeit als eine recht chancenreiche, aber auch durchaus riskante Investitionsmöglichkeit einordnen. In Hinblick darauf, dass ein historisches Tief erreicht worden ist und der größte Schock bereits hinter dem Unternehmen liegen sollte, können durchaus Chancen für Anleger vorhanden sein. Besonders die Tatsache, dass Bayer-Aktien derzeitig wirklich günstig sind, ist nicht zu verachten.

Gleichwohl darf nicht übersehen werden, dass sich das Unternehmen noch immer in einer Krise befindet und versucht, entstandende Schäden zu beheben. Diejenigen, die schnell nervös werden, sobald die Kurse mal über einen oder gar mehrere Monate hinweg sinken, sollten sich vermutlich eher von einem mittel- bis langfristigen Investment bei Bayer fernhalten (zumindest vorerst). Zwar wird derzeit noch mit einer recht hohen Dividendenrendite gelockt, doch hat diese eben auch ihren Risikopreis, den man auf jeden Fall beachten sollte. Kurzfristige stückweise spekulativ handelnde Anleger könnten dagegen bei Bayer zurzeit durchaus ihren Spaß haben.

 

Hinweis: Die hier genannten Zahlen und Daten sind nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert. Dennoch kann für die Richtigkeit keine Garantie gegeben werden. Der Artikel, sowie andere Artikel in diesem Blog, stellen keine Anlageempfehlung oder eine Empfehlung zum Kauf- Verkauf da. Sie spiegeln ausschließlich eine persönliche Meinung wieder.

Quellen:

finanzen.net/aktien/bayer-aktieen.net
boerse.de/aktien/Bayer-Aktie/DE000BAY0017
seekingalpha.com
wikipedia.org/wiki/Bayer_AG