Welche Nachteile haben ETFs und welche Risiken leugnen die meisten?

Wenn man sich andere Blogs und Youtuber anschaut denkt man, ETFs wären das Mittel um langfristig reich zu werden ohne etwas dafür tun zu müssen. Ich möchte in diesem Artikel keinesfalls die ETFs totreden, dennoch sollte man einige Gegebenheiten kritisch reflektieren. Übrigens habe ich auch einen Artikel über die Vorteile von ETFs geschrieben.

Lies hier: 6 ETF Vorteile

Es ist sehr einfach ETFs für gut zu befinden: Geringe Transaktions- und Managementkosten, breit gestreutes Investieren, automatisiertes passives Anlegen und eine Überperformance im Vergleich zu herkömmlichen Fonds gestalten das ziemlich einfach.

Dennoch gibt es einige Nachteile, über die sich viele Anleger nicht bewusst sind. Im Folgenden will ich diese Nachteile kurz anreißen.

 

Hier einmal die Nachteile im Überblick

  1. Das ETF Unternehmen erhält dein Aktienstimmrecht
  2. Du bist abhängig von deiner Depotbank
  3. ETFs können teurer als Einzelaktien sein
  4. ETFs performen schlechter als der Index
  5. ETFs haben einen Steuernachteil
  6. ETFs lügen – Es wird oft nicht so investiert wie es laut Index sollte
  7. Manche ETFs dürfen deine Aktien verleihen
  8. Du kannst nur die durchschnittliche Rendite erreichen
  9. Mit ETFs kaufst du auch schlechte Aktien

 

1. Das ETF-Unternehmen erhält dein Aktien Stimmrecht

Vielleicht hast du es auch schon gemerkt: Als ETF Investor hast du noch keine Einladung zu einer Hauptversammlung erhalten, oder? Die Performance des Indizes nimmst du mit, die Stimmrechte jedoch nicht.

Diese bleiben beim ETF-Unternehmen.

Dadurch entsteht bei diesen Gesellschaften ein größeres Machtgefüge. Deine Meinung interessiert leider keinen, was tatsächlich unfair ist.

Wussstest du, dass Blackrock einen sehr großen Marktanteil (ca. 44%) im gesamten ETF Markt hat? Das Unternehmen hat damit in fast jedem großen Konzern ein großes Mitspracherecht, was sehr wahrscheinlich zu deren Gunsten ausgenutzt wird.

 

2. Du bist abhängig von einer Depotbank

Bei den ETF Anbietern scheint es eine etwas größere Auswahl zu geben. bei den Depotbanken die im Hintergrund arbeiten jedoch nicht.

Die State Street Bank lagern mit hoher Wahrscheinlichkeit viele Aktien, die in deinem ETF enthalten sind.

Die meisten ETF Unternehmen habe auch einen Broker, bei dem die Aktien, mit denen die Nachbildung eines Indizes erledigt wird, gelagert werden. Also so wie wenn du dir bei deinem Broker Aktien kaufst.

Die State Street Bank verwaltet fast 3 Billionen US-Dollar und ist Marktführer in diesem Bereich.

Klar ist diese Bank auch stark reguliert, dennoch finde ich dieses Monopol doch etwas erschreckend, zumal fast niemand davon weiß.

 

3. ETFs können teurer als Einzelaktien sein

„Aber ETFs sind doch extrem günstig verglichen zu Fonds!“ – Ja, klar! Aber nicht im Vergleich zu Aktien. Vorallem bei größeren Investitionen, aber auch schon ab monatlichen Investitionen ab 500-1000 Euro sind Aktien deutlich günstiger, falls man die Aktien langfristig hält.

Der Vorteil bei Einzelaktien ist, dass du keine laufenden Kosten hast. Du hast eine einmalige Ordergebühr, wenn du die Buy and Hold Strategie verfolgst.

Selbst bei einem Aktiensparplan hast du nur eine einmalige Ordergebühr. Natürlich kann es bei komplizierteren Vorgängen in kritischeren Ländern auch aufwendig sein, die Quellensteuer bei Einzelaktien zurückzuholen, aber wenn du über einen guten Broker verfügst, geschehen diese Abrechnung meist von alleine.

Ich empfehle den meisten passiven Investoren nicht in ETFs sondern in Aktien von Investmentfirmen zu investieren. Als Beispiel könnte man da Berkshire Hathaway, Danaher oder Blackrock nennen. Dabei entstehen auch nur einmalige Kosten und du erhältst quasi trotzdem ein breit diversifiziertes Portfolio.

 

4. ETFs laufen schlechter als der Index

Jeder, der sich mit ETFs beschäftigt denkt: ETFs performen exakt so wie der zugrunde liegende Index. Diese Aussage trifft aber nur fast zu. Klar sind die Abweichungen nur sehr gering, aber sie sind da.

Wenn man dazu noch betrachtet, dass man laufende Kosten hat, wird einem schnell klar, dass man in der Regel ein wenig schlechter als der zugrunde liegende Index performen wird. Natürlich ist das nicht so gravierend, dafür hat man weniger Stress bei der Aktienauswahl und noch andere Vorteile. Man sollte sich dessen aber bewusst sein.

 

5. ETFs haben einen Steuernachteil

Manche ETFs haben in bestimmten Situationen einen Steuernachteil. Dies betrifft vorallem ausschüttende ETFs. Durch das Investmentsteuerreformgesetz kommt dies zustande.

Dabei soll durch das neue Gesetz die Logik einfacher werden und Steuerschlupflöcher sollen geschlossen werden.

Fonds die Dividenden ansparen oder ausschütten werden dadurch besteuert. Mehr dazu findest du bei Google :).

 

6. ETFs lügen – Es wird oft nicht so investiert wie es laut Index sollte

Auf den ersten Blick wirkt es immer so, als würde der ETF auch wirklich in die Aktien investieren, die im Index gelistet sind. Beim zweiten Blick merkt man jedoch, dass es nicht ganz so einfach ist.

Vor allem bei SWAP basierende ETFs sollte man meiner Meinung nach meiden. Man weiß nie wirklich, was sich dahinter versteckt und wo dein Geld schlussendlich investiert wird. Da ist es mir auch egal, wenn die Kurse des ETFs zu fast 1:1 den dazugehörigen Indizes gleichen.

Ein swappender ETF auf den DAX kann quasi auch aus Anleihen und US Aktien bestehen. Das ist meiner Meinung nach merkwürdig – Ich finde es sicherer, wenn auch in die Aktien investiert wird, die der ETF abbilden soll.

 

7. Manche ETFs dürfen deine Aktien verleihen

Vorallem physisch replizierende ETFs verwenden die sogenannte Wertpapierleihe um ihr eigenes Geschäft profitabler zu gestalten. Die Aktien des dazugehörigen Fonds werden dabei gegen eine Gebühr verliehen. Meist an Banken.

Das Problem dabei ist, dass es sein kann, dass die Banken die verliehenen Aktien nicht mehr zurückgeben. Aufgrund dieses Risikos verleihen die meisten physisch replizierenden ETFs ungefähr 10% der Aktien.

Natürlich gibt es dafür auch Regeln und Audits, sodass nicht einfach jeder Aktien eines ETFs leihen kann.

Das Risiko hält sich hier zwar in Grenzen, dennoch sollte man wissen, dass Aktien verliehen werden. Ich hatte oft Diskussionen mit ETF Anhängern, die gar nicht wussten, dass das passiert.

 

8. Du kannst nur die durchschnittliche Rendite erreichen

Das ist denke ich auch klar. Wenn du mit einem ETF versuchst einen Markt perfekt abzudecken, wirst du in der Regel auch nur die Rendite des jeweiligen Marktes mitnehmen. Eine Überperformance ist dort nicht zu erwarten.

Für Anleger die also mehr wollen, ist das Focus Investing zu empfehlen. Diesen Ansatz verfolgt auch Warren Buffett. Jedoch empfiehlt er passiven Anlegern durchaus, in ETFs zu investieren.

 

9. Mit ETFs kaufst du auch schlechte Aktien

Ich denke auch dieser Punkt ist klar. Wenn du z.B. in einen ETF des S&P 500 investierst, wirst du unter den 500 Aktien zwangsläufig auch „schlechte“ Aktien haben, in die du bei eigener Recherche sonst gar nicht erst investiert hattest.

Dennoch sollte man sich auch vor Augen halten, dass die meisten Fondsmanager und Privatanleger den Markt ohnehin nicht schlagen. Sie investieren also auch in schlechte Aktien.

Was sollst du daraus lernen? Falls du eine Überrendite erzielen möchtest, solltest du eine unemotionale Strategie entwickeln, welche im besten Fall auf dem Buy and Hold Prinzip beruht und auch in der Vergangenheit eine höhere Rendite eingebracht haben. Dann ist zumindest die Wahrscheinlichkeit etwas höher, dass du auch in Zukunft eine Überrendite erzielen wirst.

Zum Beispiel haben sich Dividenden Aktien als eine gute langfristige Anlagemöglichkeit herausgestellt.

 

9 ETF Nachteile – Mein Fazit

Ich investiere aktuell nicht in ETFs sondern in Aktien. Dies geschieht über Aktiensparpläne und direkte Einzelkäufe.

Dabei folge ich meiner Dividendenstrategie. Durch hohe Dividenden möchte ich schnellstmöglich ein passives Einkommen aufbauen und mit Hilfe von anderen passiven Einkommensströmen in die finanzielle Freiheit gelangen.

Wem würde ich die Anlage in ETFs empfehlen?

Menschen, die sich nicht viel mit der Investment-Materie beschäftigen wollen und ihr Geld trotzdem intelligent anlegen möchten, sollten sich ETFs definitiv mal genau ansehen. Vorallem für die Altersvorsorge eignen sich ETFs meiner Meinung nach hervorragend. Hier nochmal der Artikel zu den ETF Vorteilen.

Lies hier: 6 ETF Vorteile

Dennoch investiere ich für meine Altersvorsorge trotzdem lieber über einen Aktiensparplan in Dividenden Aktien.

Wie steht ihr zu ETFs? Bevorzugt ihr lieber Einzelaktien oder ETFs?

 

 

 

 

 

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