Cisco Systems ging am 16. Februar 1990 mit einem Ausgabekurs von 18,00 US-Dollar pro Aktie an den Markt. Infolgedessen fanden beinahe jährlich bis zum 22. Februar 2000 Aktiensplits statt. Im Zuge dessen ergab sich für die am Ball gebliebenen Anleger die Situation, dass beispielsweise aus einer Aktie im Jahr 1990 in der Folgezeit 288 Aktien geworden sind nach dem letzten Aktiensplit des Unternehmens im Jahr 2000.

Abgesehen davon zahlt das Management seit 2011 eine Dividende aus, welche typischerweise für US-amerikanische Unternehmen quartalsweise ausgeschüttet wird.

Unter Beachtung dieser beiden Punkte ergibt sich somit die üppige Gesamtrendite in Höhe von 71.708,00 %. Für die Berechnung wurde der einigermaßen aktuelle Kurswert von 37,00 US-Dollar verwendet. Außerdem ist zu beachten, dass die letzte Dividende noch nicht ausgezahlt, sondern nur angekündigt worden ist. Solltest du also Interesse daran haben, das Ergebnis nachzurechnen, sollten diese beiden Anmerkungen berücksichtigt werden.

Das Unternehmen ist kein Dividenden-Aristokrat. Dividenden-Aristokraten sind Unternehmen, welche seit mindestens 25 Jahren in Folge ihre Dividende erhöhen konnten.
Die aktuellen 114 Dividenden-Aristokraten kannst du dir als Excel Spreadsheet herunterladen.

 

Übersicht

Ciscos Systems wurde 1984 zum ersten Mal ins Leben gerufen und machte es sich seitdem zur Aufgabe, Computer und ähnliche Technik miteinander zu vernetzen. Infolgedessen brachte das Unternehmen im Laufe der Zeit verschiedene Router und Switches auf den Markt. Besonders mit dem Start des großen Internetbooms konnte sich das US-amerikanische Unternehmen an der Börse behaupten.

Interessant ist demzufolge unter anderem die Tatsache, dass Cisco Systems im Zuge dieses Internet-Hypes zwischenzeitlich sogar das teuerste Unternehmen der Welt gewesen ist mit einem Börsenwert von etwa 555 Mrd. US-Dollar.

In der nahen Vergangenheit versuchte das Management, den Fokus immer weiter Richtung Softwareentwicklung und einem damit einhergehenden Serviceangebot zu lenken. Die Hardware-Komponenten, für welche das Unternehmen bekannt geworden ist, erhalten folglich nicht mehr den Fokus, wie es einst der Fall gewesen war.

 

Die aktuelle Lage des Geschäfts

Cisco Systems befindet sich derzeit noch in einem Wandlungsprozess zu einem Anbieter von Software für Netzwerke und damit verbundenen Services, wodurch das Hardware-Geschäft als Kerngeschäft abgelöst werden soll.

Deutlich wurde erst wieder mit den kürzlich veröffentlichten Quartalszahlen, dass man noch immer tief im Prozess der Wandlung sitzt. Zwar enttäuschten die Zahlen nicht per se, doch scheint sich das grundlegende Geschäftsbild von Cisco Systems als ein schwieriges herauszustellen, was die meisten Anleger nicht unbedingt beruhigt aufgefasst haben. Aufgrund dessen kam es vor Kurzem zu massiven Abverkäufen – und das noch vor der globalen Corona-Krise.

Probleme stellen sich beispielsweise vor allem im Kerngeschäft ein, den “Infrastructure Platforms” – Die Rede ist von einem 8 %-Umsatzrückgang . Auch das Geschäftsfeld “Applications” sorgte mit einem gleich hohen Umsatzrückgang für keine Freudensprünge. Vielversprechend stellen sich dagegen die Felder “Security” sowie “Services” heraus.

Auch der Ausblick, welcher vom Unternehmen selbst ausgegeben wird, machen einen weiteren Umsatzrückgang im dritten Quartal deutlich. Alles in allem muss sich das Unternehmen demnach besonders derzeit vielen Herausforderungen stellen, die es natürlich als Anleger zu beachten gilt. Grundsätzlich ist gleichwohl herauszustellen, dass die Transformation des Geschäftmodells in der langen Frist ihre Früchte tragen dürfte.

 

Aktienkursentwicklung

Cisco Systems legte im Großen und Ganzen einen beeindruckenden Aktienkursverlauf hin, welcher Anfang der 2000er-Jahre sogar dazu diente, dass das Unternehmen laut Börsenwert das teuerste der Welt gewesen war. Zwar geriet der Kurs und auch das Unternehmen in der Zeit darauf mitunter in mehr oder minder große Bredouillen, was vor allem in der Finanzkrise von 2007 bis 2009 seinen Höhepunkt fand, doch bleibt der US-amerikanische Vertreter weiterhin im Rennen und legte abgesehen von 2020 und der zweiten Hälfte von 2019 einen rasanten Anstieg im Chartbild hin.

2019 und 2020 stellten sich wiederum als schwierige Zeiten heraus, da das Unternehmen mit Wandlungsprozessen zu kämpfen hat, die sich in die Länge ziehen. Abgesehen davon sorgt der Corona-Virus zweifellos für einen enormen Ausverkauf, auch wenn das größtenteils unabhängig von der Leistungen des Unternehmens stattfindet. Schlussendlich sollte auch aus charttechnischer Perspektive keine große Panik ausbrechen. Noch nicht investierte Anleger, die ihren Anlagezeitraum eher kurz- bis mittelfristig halten, sind zwar vermutlich besser daran bedient, weiterhin liquide zu bleiben, langfristige Anleger sollten sich allerdings durch derartige Krisen nicht zu sehr aus der Ruhe bringen lassen. Wie immer gilt für diese Anleger, dass die Zeit entscheidend ist und nicht der Zeitpunkt, zu dem investiert wird.

Diejenigen, die bereits investiert sind und unter Umständen rote Zahlen in ihrem Portfolio sehen, sind vermutlich ebenfalls am besten daran bedient, die Füße stillzuhalten. Auch hier gilt, dass beispielsweise kurzfristige Investoren womöglich über eine Liquidierung nachdenken können, doch sollte das Investment im Zweifelsfall zu einer langfristigen Anlage transformiert werden – vor allem dann, wenn man bereits in roten Zahlen feststeckt. Zweifellos ist das keine Heragehensweise für jedermann, doch sollte in jedem Fall vermieden werden, aus Panik heraus alle möglichen Wertpapiere zu verkaufen. Kräftig betont werden soll an dieser Stelle, dass es sich hierbei ausdrücklich um keine Anlageempfehlungen handelt!

 

Dividendenentwicklung

Erst seit 2011 wird bei Cisco Systems aktiv eine Anteilsausschüttung durchgeführt, weshalb es an einigen Daten fehlt, um langfristig die Sicherheit der Dividende nachvollziehen zu können. Festhalten kann man allerdings, dass es bis jetzt jedes Jahr eine Aufstockung der Dividende gab, was auf jeden Fall schon einmal positiv im Gedächtnis bleibt. Zwar fehlt es bislang noch an einer größeren Krise, um sich das Verhalten des Managements von Cisco Systems während derartigen Notfallsituationen im Sinne der Dividendenentwickluing anschauen zu können, doch wurden die Anleger bis jetzt zumindest noch nicht im Stich gelassen.

Im Zuge des Ausverkaufs in der zweiten Jahreshälfte von 2019 und derzeit aufgrund des Corona-Virus setzte das Unternehmen die hauseigene Anteilsauschüttung pro Aktie zumindest weiter nach, auch wenn das Dividendenwachstum etwas nach unten geschraubt worden ist.

Auffallend ist somit vor allem, dass das Unternehmen trotz anhaltenden Wandlungsprozessen noch genügend Cash Flow aufbringen möchte, um die Anleger weiter bei Laune zu halten – ein Verhalten, welches zwar an vielerlei Stelle gleichartig angesetzt wird, aber dennoch keine Selbstverständlichkeit darstellt.

 

Entwicklung

In Hinblick darauf, dass man sich als Anleger zweifellos ein etwas greifbareres Anlagenbeispiel wünscht im Vergleich zur Darstellung der Gesamtrendite eines Unternehmens, soll im Folgenden ein Beispiel für einen Trade vorgestellt werden, der über die letzten fünf Jahre verlief.

Konkret bedeutet das, dass wir am 02.02.2015 100 Aktien zu einem Preis von 26,80 US-Dollar pro Stück erworben haben. Das entspricht einer Investiton in Höhe von 2680 US-Dollar. Im Laufe der Zeit erhalten wir Dividenden, welche sich im Endeffekt auf einen summierten Betrag von 576 US-Dollar belaufen – also knapp 21,50 % unserer Anfangsinvestition.

Am 03.02.2020 verkaufen wir unsere 100 Anteile im Zuge des Corona-Virus und der davor ereilten Abverkäufe der Anleger aufgrund der derzeit kritischen Unternehmenslage erneut zu einem Preis von 46,53 US-Dollar und nehmen somit 4.653 US-Dollar ein. Bildet man nun die Differenz zwischen Verkaufswert und Einkaufswert unserer Anlage, ergibt sich der Erfolgsbetrag unserer Investition, welcher mitsamt Dividendenauszahlungen 2.549 US-Dollar beträgt – ein Resultat in Höhe von 14,30 % Rendite pro Jahr. Kein schlechtes Ergebnis würde man meinen als Otto Normalverbraucher!

 

Fazit

Schlussendlich findet man bei Cisco Systems ein großes Unternehmen, welches sich bereits seit einigen Jahren am Markt behaupten konnte. Die Dividendenentwickluing scheint sich als stabil herauszustellen, während der derzeitige Aktienkursverlauf sowie die Geschäftszahlen und Vorhaben des US-amerikanischen Vertreter der Telekommunikationsbranche zum jetzigen Zeitpunkt eher abgewartet werden sollten. Bereits Investierte bleiben mit dabei und nehmen vielleicht sogar zu gegebenem Zeitpunkt eine Aufstockung bei verbilligtem Preis vor. In jedem Fall profitieren die besagten Investoren noch immer von einer netten Dividende. Liquide Investoren warten dagegen eher ab und machen sich für einen geeigneten Einstiegszeitpunkt bereit, sobald sich sowohl die Geschäftslage als auch die derzeitigen globalen Krisen etwas beruhigt haben.

 

Hinweis: Die hier genannten Zahlen und Daten sind nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert. Dennoch kann für die Richtigkeit keine Garantie gegeben werden. Der Artikel, sowie andere Artikel in diesem Blog, stellen keine Anlageempfehlung oder eine Empfehlung zum Kauf- Verkauf da. Sie spiegeln ausschließlich eine persönliche Meinung wieder.

Quellen:

finanzen.net
boerse.de
seekingalpha.com
deraktionaer.de/artikel/aktien/cisco-systems-das-ist-eine-enttaeuschung-20196678.html?feed=ariva
investor.cisco.com/stock-information/dividends-and-splits/default.aspx
wikipedia.org/wiki/Cisco_Systems