• Gesco ist ein Unternehmen, das mittelständische Firmen kauft. Der Sitz ist in Wuppertal.
  • Das 1989 gegründete Unternehmen denkt langfristig und investiert in wirtschaftlich gesunde mittelständische deutsche Industrieunternehmen, um langfristig zu halten und weiterzuentwickeln.
  • Der Börsenwert beträgt magere 338 Millionen Euro. Der Umsatz liegt bei 547 Millionen Euro.
  • Mit einem KGV von 12 und einer Dividendenrendite von 2,6% scheint das Unternehmen auf den ersten Anblick historisch unterbewertet.
  • Gesco hat seit langer Zeit endlich mal wieder keine Probleme.
  • Die Tochter Protomaster war ein Sanierungsfall. Dieser belastete das Ergebnis über Jahre. Die Restrukturierung zeigte auch keinen Erfolg.
  • Der Gewinn blieb in der Vergangenheit häufig hinter den Erwartungen zurück. Infolgedessen stieg der Aktienkurs in den letzten Jahren nicht mehr so rasant wie in den Jahren davor. Zukäufe wurden seltener.
  • Die Nachfrage nach Investitionsgütern war zuletzt schwach. 18 Tochterfirmen beliefern Firmen in diesem Bereich. Davon beliefern nur fünf Beteiligungen keine Automobilunternehmen oder Industriefirmen, sondern liefern an Unternehmen aus der Gesundheitsbranche. Das Unternehmen ist also konjunkturabhängig.

 

Gesco Aktie: Neue Strategie und Probleme

Im Jahr 2016 wurde Eric Bernhard neuer Chef von Gesco. Mit der „Strategie 2022“ möchte er die Ebit Marge wieder auf acht Prozent steigern. Die Marge war damals auf 4,6% gefallen. Bernhard sucht nach neuen Wachstumstreibern. Die Branchenkonjunktur kommt außerdem wieder in Schwung. Im März wurde das Geschäftsjahr abgeschlossen. Sowohl Umsatz und Ertrag wuchsen wieder stärker an. Auch die erhöhte Nachfrage nach Investitionsgütern erhöhte die Marge. Der Verband der Maschinenbauer hob die Wachstumsprognese das Branchenkonjunktur-Wachstum wieder an. Von drei auf fünf Prozent.

Der Sanierungsfall Protomaster wurde zudem Ende 2017 verkauft. Auch die Probleme der umsatzmäßig größten Beteiligung, Dörrenberg, sind Geschichte. Dörrenberg, Stahlverarbeiter und -händler war als Beteiligter in das Visier des Bundeskartellamts gerückt. Dabei wurde das gegen Verfahren, beispielsweise Schrottpreise auszutauschen und einen Preiswettbewerb zu unterlaufen, ermittelt. Branchenweit scheint das normal zu sein. Dörrenberg gab als Händler diese Preise aber nur weiter. Deshalb reichte ein Bußgeld in Höhe von 8,5 Millionen Euro im Juli aus, um das Verfahren beizulegen. Diese Summe wurde bereits im letzten Jahr zurückgestellt, hat also keine Auswirkung auf das aktuelle Geschäftsjahr.

Zur Gesco Strategie schreibt Gesco im Geschäftsbericht 2017/2018 selbst:

„Nachhaltigkeit ist seit der Gründung des Unternehmens 1989 wesentlicher Bestandteil
der GESCO-Strategie: Im vorliegenden Bericht, der unter dem Thema „nachhaltig
erfolgreich“ steht, zeigen wir verschiedene Aspekte der Nachhaltigkeit auf und
beleuchten die unterschiedlichen Dimensionen des Erfolgs. So ist in diesem Jahr
ein systematisches CSR-Reporting erstmalig Bestandteil dieses Berichts (ab S. 128).
Die Ziele des Reportings bestehen darin, externen Interessenten Transparenz über
Strategien und Prozesse der GESCO AG und der GESCO-Gruppe zu bieten, aber auch
den eigenen Blick für diese Themen zu schärfen, Chancen und Risiken besser zu
erkennen, Strategien zu hinterfragen und letztlich die Zukunftsfähigkeit der Gruppe
zu stärken. 

Seit der Gründung im Jahre 1989 verfolgt die GESCO AG eine langfristig ausgerichtete
Geschäftspolitik. GESCO strebt nach internem Wachstum auf Basis des bestehenden
Portfolios sowie nach externem Wachstum durch die Akquisition weiterer mittelständischer
Industrieunternehmen, insbesondere im Rahmen von Nachfolgelösungen.
Indem die GESCO AG Mittelständler übernimmt, bewahrt sie diese Unternehmen mit
ihren Arbeitsplätzen und ihrer Unternehmenskultur und bietet ihnen die Perspektive
einer positiven Weiterführung. Ziel ist es, die einzelnen Unternehmen und damit die
gesamte Gruppe nachhaltig positiv zu entwickeln. Die Steuerung der Gruppe durch
die Holding orientiert sich an diesem Ziel.“

Gesco möchte also keine Unternehmen kaufen um sie zu zerspalten oder teurer zu verkaufen, sondern um diese weiterzuentwickeln. Dabei soll der Gesamtwert des Unternehmens Gesco nachhaltig gesteigert werden. In den letzten 30 Jahren hat das auch hervorragend funktioniert.

Meist beteiligt sich das Unternehmen zu 100% an neuen Unternehmen, übernimmt diese also vollständig. Die Erlöse der übernommenen Unternehmen müssen dabei mindestens 10 Millionen Euro betragen. Zudem müssen die Unternehmen einen Hauptsitz in Deutschland vorweisen.

Gestärkt wird die Bilanz des Unternehmens durch eine stärke Eigenkapitalquote von fast 40%. Mich begeistert vor allem das langfristige Denken. Bisher bin ich noch nicht investiert. Das Unternehmen kommt aber erstmal auf meine Watchlist.

 

Gesco Aktie: Neue Übernahme

Vor kurzem kaufte Gesco das Unternehmen Sommer & Strassburger. Das Unternehmen zählt Pharma-, Lebensmittel-, Chemie- und Wassertechnikunternehmen zu ihren Kunden. Dabei verkauft die Edelstahlanlagenbau-Firma Prozessbehälter, Druckrohre und vieles mehr. Auch der Anlagenbau für Pharmaunternehmen macht einen Teil ihres Geschäfts aus.

Zuletzt erzielte Sommer & Strassburger einen Umsatz von 20 Millionen Euro.

 

Gesco Aktie: Umsatz steigt weiter an.

Aber auch ohne neue Investitionen steigt der Umsatz Gescos weiter an. Im ersten Quartal betrug das organische Umsatzwachstum rund 3,3 Prozent auf rund 150 Millionen Euro. Das Ebit legte sogar um 20 Prozent auf 13,1 Millionen Euro zu. Auch die Auftragsbücher sind prall gefüllt. Um mehr als 25% erhöhten sich die Bestellungen auf nun ungefähr 160 Millionen Euro. Diese liegen damit sogar deutlich über dem Umsatz. Trotz weltpolitischer Unruhen, dürfte der Umsatz und der Gewinn in den nächsten ein bis zwei Jahren also weiter ansteigen. Auch die Marge lag schon über dem Ziel von 2022.

 

Gesco Aktie – Fazit

Die Gesco Aktie klingt nach einem interessanten Unternehmen. Einzig und allein die Abhängigkeit der Konjunktur verunsichert mich aktuell noch. Dennoch scheint das Unternehmen gar nicht so krisengefährdet, In der Finanzkrise 2008 / 2009 sank der Kurs nichtmal um 50%, wohingegen andere Small Caps gut und gerne 70-90% an Wert verloren. Auch die hohe Eigenkapitalquote verringert die Auswirkungen einer Zinssteigerung auf Gesco. Ich werde mich in den nächsten Tagen noch ein wenig näher mit dem Unternehmen beschäftigen und dann eine Entscheidung treffen.

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